Handydiebstahl: Wie viel wird in Freiburgs Cafés und Clubs geklaut?

Maren Windfelder

"Bittet achtet auf eure Sachen, gebt sie an der Garderobe ab und informiert bitte Theke & Türpersonal, wenn ihr jemand beim Klauen beobachtet." Ein Zettel mit diesem Text hängt im Eingangsbereich des Great Räng Teng Teng in der Grünwalderstraße. Auch in einem Freiburger Innenstadtcafé wurde bis vor einigen Tagen per Warnschild vor Handydiebstahl gewarnt. Wie viel wird in Freiburgs Cafés und Kneipen geklaut?



Im Räng Teng Teng geht man offensiv mit dem Problem Taschendiebstahl um. "Handy und Taschendiebstahl passiert bei uns regelmäßig", sagt Tom Grigat. "Der Handydiebstahl nimmt bei uns leider zu. Wir haben uns deshalb entschlossen in die Offensive zu gehen und das das Schild aufzuhängen, sodass die Leute gegenseitig auf sich aufpassen können."


Erst in der vorvergangenen Woche habe es zuletzt einen Vorfall gewesen. "Die Diebe sind nie alleine, das sind meistens Banden mit bis zu vier Leuten", sagt Grigat. "An diesem Samstag hat einer unserer Mitarbeiter zwei Jungs dabei beobachtet, wie sie zwei Mädchen an der Theke beklauen wollten. Dabei setzte sich einer der Jungs direkt neben die Mädchen und kam ihnen ungewohnt nahe. Das war aber keine typische Anbaggerei. Er hat die Mädchen nämlich nur abgelenkt, sodass sein Kollege, der schräg hinter den beiden stand, im richtigen Moment einfach nur die Handtaschen der beiden nach Handys durchwühlen musste."

Ein ähnlicher Vorfall hat sich auch sich in einem Freiburger Innenstadtcafé ereignet. Bis vor wenigen Tagen warnte ein Schild am Eingang des Cafés explizit vor Handydiebstahl. Darauf angesprochen erklärt eine Mitarbeiterin sich für ein kurzes Statement bereit, möchte allerdings gerne anonym bleiben - und auch, dass der Name des Cafés nicht genannt wird. "Bei uns wurden letztens zwei Männer dabei beobachtet, die sich auffällig verhalten hatten. Sie bewegten sich hektisch von einem Tisch zum anderen, ohne etwas zu bestellen. Nachdem sie weg waren, fehlte einem der Gästen plötzlich ein Handy", sagt sie. Mittlerweile wurde das Schild entfernt.



Diebstahl dieser Art fällt - wenn von den Tätern keine körperliche Gewalt auf das Diebstahlsopfer ausgewirkt wird - in den Deliktsbereich Taschendiebstahl. Die Kriminalstatistik von 2011 der Polizei Freiburg verzeichnet im Jahr gegenüber 2010 eine leichte Zunahme der Taschendiebstähle. Im Jahr 2011 gab es mit 430 Diebstählen insgesamt 34 mehr Diebstahlsfälle als im vorherigen Jahr. Die Aufklärungsquote für Taschendiebstahl ist mit 6,3 Prozent allerdings gering - denn Taschendiebstahl kann nur aufgeklärt werden, wenn der Täter unmittelbar bei oder direkt nach der Tat erwischt wird. Für das Jahr 2012 liegt zurzeit noch keine Statistiken vor.

Trotz der negativen Erfahrungen in den beiden Freiburger Innenstadtläden, sieht Polizeipressesprecher Karl-Heinz Schmid noch keinen Grund zur Sorge: „Handydiebstahl ist momentan definitiv kein Schwerpunkt bei uns in Freiburg. Es wird immer mal wieder ein Handy gestohlen, aber bei uns ist das keine Regelmäßigkeit." Oftmals gebe es Raubüberfälle, bei denen unter anderem auch das Handy gestohlen wird; die Täter seien dabei vielmehr auf Geld, EC, und Kreditkarten aus, so der Pressesprecher.

In Berlin hingegen ist Handydiebstahl ein größeres Problem. Die 'Berliner Zeitung' warnte vor einigen Wochen vor einen besonders frechen Trick von Handydieben: Die Diebe gehen in Cafés und nähern sich Tischen auf denen Handys liegen. Sie verwickeln die Gäste ins Gespräch und legen währenddessen eine Zeitung oder einen Zettel über das Handy. Nach dem Gespräch packen die Täter die Zeitung zusammen und nehmen dabei unauffällig das Handy mit. "Das gibt's bei uns zum Glück noch nicht", sagt Schmid.

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