Handy-SOS: Wie rette ich mein Handy bei einem Wasserschaden?

Anne-Julie Maurer

Versehentlich mit der Hose in die Waschmaschine rutschen, aus der Hemdtasche in die Toilette plumpsen, bei der Geschirrwäsche mit dem Teller ins Spülbecken gleiten oder beim Joggen draußen in eine Pfütze fallen – es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten, wie ein Handy einen Wasserschaden erleiden kann. Doch keine Panik! Wer sich an eine Reihe von Tipps hält, hat gute Chancen, sein Telefon noch zu retten.



Das Handy bis zum Ende der Reparatur am besten nicht mehr einschalten. Nun habt ihr im Grunde drei Möglichkeiten:

1. Ihr gebt das Handy zu einem Reparaturservice, der es vielleicht rettet und womöglich einiges kostet.

2. Ihr könnt es selbst versuchen, und zwar im Schonprogramm.
3. Ihr könnt das Komplettprogramm durchziehen und hoffen, dass es den gewünschten Erfolg bringt.



Angenommen, ihr habt euch für Nummer 2 entschieden, geht ihr wie folgt vor:

1. Die SIM-Karte entfernen. Diese enthält die für euch wichtigsten Daten und sollte auf jeden Fall gerettet werden. Einfach mit einem Papiertuch abtupfen. An ihr sollte normalerweise beim Wasserkontakt kein Schaden entstehen. Bitte nur abtupfen und nicht föhnen oder auf die Heizung legen! (Das gilt übrigens für das gesamte Handy!)

2. Alle Teile, an die ihr jetzt heran kommt, abtrocknen. Am besten nehmt ihr ein fusselfreies Tuch.

3. Jetzt stellt ihr das Handy aufrecht an einen warmen Platz, zum Beispiel in die Nähe der Heizung, damit es fertig trocknen kann. Nach ca. 24 Stunden prüft ihr nochmals, ob ihr irgendwo Wasser abtupfen könnt. Sollte das nicht so sein, könnt ihr einen neuen Akku (und, falls ihr die auch entfernt hattet, neue Batterien) einsetzen und das Handy anschalten. Hoffentlich begrüßt euch dann der Startbildschirm.



Diese Methode hat den Nachteil, dass durch das Trocknen an der Luft Kontakte korrodieren oder sich Schimmelpilze ansiedeln können. Das heißt, auch wenn ihr das Handy sofort aus dem Wasser gezogen und sorgfältig getrocknet habt, kann es trotzdem sein, dass nichts mehr geht. Da kommt Möglichkeit 3 ins Spiel:

1. Hierbei müsst ihr das Handy komplett aufschrauben. Aber denkt daran: sobald ihr den Schraubenzieher ansetzt, erlischt die Garantie. Diese Methode sollten also eigentlich nur technisch versierte Handybesitzer durchführen.

2. Falls ihr nicht genau wisst, wie das funktioniert, oder wie genau die Bauteile eures Handys aussehen, könnt ihr für viele Handytypen unter http://www.gsm-free.com/index.htm eine Öffnungs- oder Bauanleitung abrufen.

3. Ihr habt also nun das Handy aufgeschraubt und in Einzelteilen vor euch. Nun bereitet ihr ein Bad mit reinem Alkohol vor. Empfehlenswert ist Isopropanol aus der Apotheke (eine Flasche kostet zwischen 3 und 5 Euro). Am besten benutzt ihr einen Behälter, in den die Leiterplatte genau hinein passt.

4. Sämtliche Elektronik für 24 Stunden in diesem Bad einlegen, Deckel drauf nicht vergessen, da sonst der Alkohol verdunstet.

5. Innerhalb der 24 Stunden könnt ihr die Teile mehrmals mit einem Pinsel reinigen oder den Alkohol mit einer Spritze unter die etwas unzugänglicheren Stellen spritzen.

6. Die Platine muss jetzt langsam trocknen, also wieder in die Nähe der Heizung oder an einen anderen warmen Ort legen, bis sie vollständig trocken ist.

7. Danach könnt ihr euer Handy wieder zusammenbauen und einschalten (auch hier bitte einen neuen Akku und neue Batterien verwenden).

Auch nach dieser Prozedur sollte euch der Startbildschirm eures Handys begrüßen. Ist dem nicht so, kann ich nur noch „tut mir echt leid“ sagen. Dann ist vermutlich nichts mehr zu retten und euch bleibt wohl nur der Gang zu ebay…