Subkultur

Ein Kongress im Freizeichen soll Musikern in die Professionalität verhelfen

Gina Kutkat

Wie man sich gut präsentiert, können Bands und Musiker aus Freiburg am Freitag beim ersten Kesselkongress im Freizeichen lernen. Freiburgs Popbeauftragter Tilo Buchholz hat ihn mitorganisiert.

Beim Kesselkongress am Freitag können sich Musikerinnen und Musiker in Sachen Marketing und Booking weiterbilden. Müssen Freiburger Bands noch so viel lernen?

Buchholz: Ja, zum Beispiel wie man einen guten Pressetext schreibt, wie man sich als Band präsentiert oder ganz einfach ein professionelles Bandfoto aufnehmen kann. Handwerkszeug, das jede Band beherrschen sollte.

Der Kesselkongress ist das Begleitprogramm zum Bandförderpreis Play Live: Für den konnten sich Bands bewerben, die dann am Freitag ihre Demos einer Jury im Auditorium vorstellen. In den Workshops, die auf der Empore im Freizeichen stattfinden, geht es um die Themenbereiche Booking und Marketing.

Till Neumann vom Chilli Magazin und Mitglied der Band Zweierpasch spricht über Medien, Promotion und Zielgruppen. Dann liest der Autor Jürgen Teipel aus seinem Buch "Verschwende deine Jugend". Anschließend referiert Reinhard Buchmann von Jazzhaus Bookings über Booking Agenturen, Veranstalter und Gastspielverträge.

Den Kesselkongress zum Thema Band- und Medienarbeit gab es bereits fünf Mal, in Freiburg ist er aber zum ersten Mal. Warum erst jetzt?

Ich glaube, das liegt ein bisschen an der provinziellen Lage Freiburgs. Städte wie Stuttgart und Karlsruhe sind einfach zentraler und für Bands aus ganz Baden-Württemberg besser zu erreichen. Deshalb habe ich dankend "Ja" gesagt, als die Anfrage vom Popbüro aus Stuttgart kam. Es ist gut, wenn so eine Veranstaltung nach Freiburg kommt.

Richtet sich das Programm ausschließlich an Live-Musiker?

Mitmachen kann jeder, der sich für Band- und Medienarbeit interessiert. Die Schwerpunkte liegen im Live-Bereich, aber die Inhalte könnten sicher auch für einen DJ oder Leute, die eine Band managen möchten, interessant sein. Ich bin gespannt, wer alles zum Barcamp kommt. Das Besondere daran ist, dass die Teilnehmer selbst die Inhalte und den Ablauf zu Beginn bestimmen. Jeder kann also am Anfang sagen, was ihn wirklich interessiert und die Dozenten gehen dann auf die Bedürfnisse ein.

Parallel zur Veranstaltung findet der Playlive-Demo-Marathon statt, was passiert dort genau?

Der Demomarathon ist für jeden öffentlich und findet im Auditorium statt, dort werden die Juroren Kathrin Stärk, Jean Theodorou und Daniel Konold sitzen und sich die Demos der Bands anhören, die sich zuvor für den Playlive-Preis beworben hatten. Auf der Leinwand wird die Homepage der jeweiligen Band zu sehen sein, damit die Jury einen Eindruck bekommt, wie die Musiker sich präsentieren. Für den Marathon haben sich auch fünf Freiburger Bands angemeldet.
Playlive ist ein Förderpreis für Nachwuchsbands aus Baden-Württemberg. Fachkundige Musikexperten entscheiden in Vorauswahl, Demo-Marathon und Live Check über die vier Finalisten, die individuell betreut und über das Jahr begleitend gecoacht werden. In Freiburg findet der Demo-Marathon am Freitag von 10 bis 18 Uhr statt, Bewerbungsschluss war der 18. März 2018.

Tilo Buchholz, Jahrgang 1968, ist Schlagzeuger der Bands The Brothers und Acoustic Fun Orchestra. Er engagierte sich bisher in den Vereinen Multicore und Pop-Frequenz für die Band- und Musikszene der Stadt. Von 2011 bis 2014 war er für die Grünen im Freiburger Gemeinderat. Seit 2017 ist er der Popbeauftragte der Stadt Freiburg.

  • Was: Kesselkongress 2018 in Freiburg und Playlive Demo-Marathon, lokale Partner sind die Jazz & Rock Schulen Freiburg und Popsupport Freiburg
  • Wann: Freitag, 27. April, 10 bis 18 Uhr
  • Wo: Freizeichen, Haslacher Str. 25, 79115 Freiburg

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