Hallo Freiburg, Deine neuen Erstis sind da – und sie sind sooo süß!

Brigitte Rohm

Mit großen Augen betrachten sie ihre neue Welt: Die Erstis taumeln verloren durch die Einführungswoche. fudder-Autorin Brigitte Rohm hat die frisch Immatrikulierten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet.

Es fühlt sich an wie die Ruhe vor dem Sturm: Am Montagvormittag ist das Unigelände noch ausgestorben und harrt der Dinge, die da kommen. Wie in jedem Jahr werden in Kürze Horden neuer Erstsemester das Gelände erobern, ihre ersten Cappuccinos trinken und hilflos durch die Gänge streifen. Die Einführungswoche beginnt. Je nach Fakultät und gewähltem Studiengang bedeutet das: ein buntes Potpourri aus Begrüßungsrunden, Infos, Kneipentouren und natürlich Partys.


Mathe-Vorkurs vs. Kneipentour

Zum Wochenstart tummeln sich vor allem internationale Studenten rund um das KG II und decken sich am Stand des Erasmus Student Networks mit Begrüßungstüten voller Busgutscheine, Kulis und Kondomen ein. Im Café Europa studieren Klara (23), Sophie (20), Paul (22) und Jasper (20) das Hochschulsportprogramm. "Wir haben uns vor einer Woche hier im Café in der Schlange kennengelernt", erzählt Klara. Gemeinsam kämpfen sie nun gegen die Bürokratie und werden in den nächsten Tagen Pub-Crawls und Wein- und Karaokeabende unsicher machen, wie es sich für anständige Erasmus-Studenten gehört.

Die Mathe- und Wirtschaftsfraktion kann darüber nur müde lächeln: Für Katharina (18) und ihre Kommilitoninnen heißt es Mathe-Vorkurs statt Kneipentour, der Ernst des Studiums beginnt schon diese Woche. Immerhin hat sie schon ein Zimmer gefunden: "Ich habe mir gerade das schwarze Brett angeschaut und finde es krass, dass so viele immer noch eine Wohnung suchen!"

"Is this the right queue for Linsencurry?"

Tatsächlich sind die meisten Erstis auf der Suche nach irgendetwas. Anna (20) und Lisa (20) wollen zu ihren Beratungsgruppen, eine Gruppe Medien- und Kulturwissenschaftlerinnen fragt sich zur Mensa durch und in der Mensa, der studentischen Biosphäre par excellence, stehen Scharen von Liberal Arts and Sciences-Neulingen – zu erkennen an ihren quietschgrünen Jutebeuteln – leicht verloren Schlange vor der Essensausgabe ("Is this the right queue for Linsencurry?").

Jula (19) und Franzi (20) haben es geschafft ("wir wurden aber auch ein bisschen dirigiert") und verspeisen ihren ersten "Schnellen Teller". Sie freuen sich in den nächsten Tagen auf eine "gesunde Mischung aus Infos und Party", besonders auf die Jamsessions und Trinkspiele. "Das ist ein wichtiger Sozialisierungsprozess am Anfang", sagen sie einstimmig.

"Oh Gott, jetzt fühl ich mich echt als Student…"

Vor dem feuchtfröhlichen beginnt aber erst einmal der trockene Teil der Einführungswoche. Die Geisteswissenschaftler irren durch das KG II, suchen ihre Informationsveranstaltung und raunen sich zu: "Auditorium Maximum… Das klingt richtig!" Nach und nach füllt sich das Audimax, denn dort sollen die heiligen Schriften des Prüfungsamts erklärt werden. Ein Ersti zögert kurz beim Betreten des Raums und murmelt resigniert: "Oh Gott, jetzt fühl ich mich echt als Student …"

Ungleich motivierter hat sich Richard (21) demonstrativ in die erste Reihe gesetzt und blättert konzentriert das Programmheft durch. Der angehende Philosophie- und Physikstudent erklärt, er sei schließlich hier, um zu studieren, nicht um zu feiern. Klingt erschreckend vernünftig. Sollte sich diese Einstellung durchsetzen, erwartet die höheren Semester und Nichtstudenten mit Sicherheit eine ruhige und friedliche Woche.