Hallo, Erstis! So war der Erstsemestertag im Schwarzwaldstadion

Kathrin Müller-Lancé

Der Andrang in der Straßenbahn ist fast wie vor einem SC-Spiel – nur zivilisierter. Aufgeregte Erstis und (noch aufgeregtere) Eltern strömen ins Schwarzwald-Stadion. Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer hatte dort am Freitag zum Erstsemestertag eingeladen. Wir waren dabei:

"Oh, ist das geil hier", sagt Neu-Studentin Corina Schwander. Die 18-Jährige aus Waldkirch studiert ab nächster Woche VWL. Sie ist mit ihren Eltern zum ersten Mal im Stadion – und will unbedingt wiederkommen. Auch Teresa Landwehr, 20, ist mit ihren Eltern aus Elzach gekommen. "Wir wollten den Rektor gern einmal persönlich sehen. Sonst kennt man den ja nur aus der Zeitung", sagen ihre Eltern Elisabeth und Stefan.




"Eine große Uni, ein großer Verein, demnächst ein neues großes Stadion – hier in Freiburg herrschen schon fast amerikanische Verhältnisse" – so begrüßt der Rektor die neuen Freiburger Studenten.

In seiner Rede spricht er selbstbewusst von seiner Uni, dem geplanten Euro-Campus und der neuen UB. Demnächst kämen die Menschen nicht mehr wegen des Münsters, sondern wegen der neuen Bibliothek nach Freiburg.

"Der Rektor scheint sehr nah an den Studierenden zu sein", folgern die Erstis Itamar Colberg,18, und Noah Braden, 17. Die beiden sind extra aus Frankreich nach Freiburg gezogen, um hier Angewandte Politikwissenschaften zu studieren.



Erstis aus aller Welt

Das Publikum ist tatsächlich international. Chris Chan, 22, kommt aus Hong-Kong: "Ich studiere in Freiburg Physik, weil das deutsche Uni-System einen so guten Ruf hat", sagt er auf Englisch. Chris ist zum ersten Mal in einem deutschen Fußballstadion.

Fußball steht an diesem Nachmittag aber nicht auf dem Programm. Statt Fangesängen sorgt die Freiburger Band Redensart für Musik. Sogar der Rektor wippt mit den Beinen – was aber vielleicht auch an den frühwinterlichen Temperaturen liegt.

Eltern und Erstis rücken auf den Plastiksitzen nah zusammen. Die Osttribüne ist gut gefüllt. Die Studierendenschaft vertritt StuRa-Vorstandsmitglied Viktor Chwolka auf der Bühne. Poetry-Slammer Daniel Soriano liefert einen Einblick in die Freiburger Kleinkunstszene – mit Fäkal-Poesie.



Nach der Begrüßung tummelten sich die Erstis unter der Osttribüne. Beim "Markt der Möglichkeiten" stellen sich studentische Initiativen, Hochschulgruppen und Uni-Institutionen vor. "Ich bin auch gekommen, um ein paar neue Leute kennenzulernen", sagt Leonie Wildersinn, 19. Sie fängt jetzt an mit ihrem Chemie-Studium.  

Auf dem Markt vertreten sind zum Beispiel: Amnesty International, der aka-Filmclub, das Theater Freiburg, die jungen europäischen Föderalisten.  Zum Ende der Einführungswoche gibt es hier noch einmal die letzten Infos. Ab Montag heißt es dann endgültig: Raus aus der Schonphase, rein ins Studentenleben!

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[Fotos: Kathrin Müller-Lancé ]