150 Jahre Periodensystem

Haben Sie eigentlich ein Lieblingselement?

Theresa Metternich

Seit 150 Jahren gibt es das Periodensystem der Elemente. Wir haben Fachleute in Freiburg gefragt, welches Element sie eigentlich am liebsten mögen. Ihre Antworten waren überaus charmant.



Annaleah Hanske, 22, Chemiestudentin

"Meine Lieblingselemente sind Kobalt, weil es schön blau ist, und Kupfer, weil es auch in verschiedenen Blautönen auftreten kann. Das Periodensystem auswendig zu lernen geht relativ schnell mit Merksprüchen aus dem Internet, wie zum Beispiel ,Boah, alle gaffen in Toiletten’ – nach den Anfangsbuchstaben des Spruchs sind das Bor, Aluminium, Gallium, Indium und Thallium. Mit solchen Sprüchen geht es ganz gut. In der organischen Chemie dagegen braucht man nur Kohlenstoff und Wasserstoff."



Philip Steib, 28, Doktorand in der organischen Chemie

"Als organischer Chemiker ist der Kohlenstoff mein Lieblingselement. Er kommt in allen organischen Verbindungen vor und die Vielfalt, die dadurch aufgebaut werden kann, ist wahnsinnig groß. Wenn man die Funktionen dahinter kennt, kann es schon sinnvoll sein, das Periodensystem auch zu lernen. Ob man das für die Zukunft braucht, ist allerdings eine andere Frage. Im Alltag habe ich nicht viel damit zu tun, und wenn ich etwas Bestimmtes brauche, weiß ich ja, wo ich es finden kann."



Lena Steinhauer, 23, Pharmaziestudentin

"Mein liebstes Element ist Silicium, weil es mich im Studium verfolgt. Es wird in Prüfungen gerne mal in witzigen Zusammenhängen abgefragt, die man dann nicht versteht. Es ist sehr oxophil, es liebt den Sauerstoff, und ich habe mir sagen lassen, dass bis zu diesem Element die Oktettregel, eine klassische Regel der Chemie, geht. Auswendig lernen müssen wir das Periodensystem zum Glück nicht, das ist, glaube ich, der Unterschied zu den Chemikern. Und ehrlich gesagt, ich weiß von der Entstehung nicht mehr viel."



Harald Hillebrecht, 58, Professor in der anorganischen Chemie

"Mein Lieblingselement ist Bor. Es ist ein echtes Exotenelement, was aber einzigartige Herausforderungen hat und mich seit 25 Jahren jedes Jahr aufs Neue fasziniert. Bei Fragen wie ,Muss man das auswendig lernen?‘ falle ich als Anorganiker fast vom Hocker und sage: ,Sie lernen doch auch keine Verkehrszeichen auswendig.’ Das ist für uns so ein zentrales Werkzeug, wenn es damals schon einen Nobelpreis gegeben hätte, hätte das Periodensystem gleich drei verdient."



Daniela Winkler, 27, Doktorandin in der anorganischen Chemie

"Mangan ist mein liebstes Element, weil es so viele tolle Oxidationsstufen hat und weil ich mit Mangan arbeite. Ich mache im Moment Mangankomplexe, das sind Verbindungen mit Mangan, die an Phosphat binden und im Idealfall fluoreszieren sollen. Komplett von vorne bis hinten musste ich das Periodensystem nie auswendig lernen, da kam ich immer drum herum. Die wichtigen Teile kennt man schon, aber bei selteneren Elementen weiß ich nicht unbedingt, wo die genau stehen."



Alexander Bartusch, 23, Student der Umweltnaturwissenschaften

"Da fällt mir als erstes Chlor ein. Man kennt es aus dem Schwimmbad und man kann damit zum Beispiel reinigen. Im Studium taucht das Periodensystem schon ab und zu auf, aber man braucht es nicht auswendig zu lernen, man hat es ja immer zur Verfügung. Die Entstehung des Periodensystems war bei uns im Studium nicht so wichtig, aber ich glaube, dass die Elemente nacheinander entdeckt wurden und dass die Zusammenhänge zwischen Schalen und Perioden wichtig waren."