Gute Ratschläge und nonstop Leckerli

David Harnasch

Heute berichtet unser Dog-Blogger darüber, wie viele neue Ratgeber man plötzlich hat, wenn man sich einen Hund anschafft. Außerdem laufen die Vorbereitungen für die Welpenspielgruppe auf Hochtouren.



Zur Spezies der Hundehalter zu gehören bietet den Vorteil, dass man gratis jede Menge Ratschläge erhält. Allerdings sind die meisten davon ungebeten. Andere Hundebesitzer sind wesentlich anstrengender als der eigene Welpe. Ich empfehle daher dringend, sich vor Anschaffung eines Köters einfach mal ratlos guckend vor die Hundefutterwand im Supermarkt zu stellen.


Binnen weniger Sekunden werden mehr oder weniger sympathische Kunden einem ungefragt ausführlich berichten, welches Futter bei ihrem Liebling zu welchem Verdauungsergebnis geführt hat. Das können wertvolle Tipps sein, wenn man aber eigentlich grade im Geiste die Zutatenliste fürs Abendessen durchgeht, gibt es passendere Themen.



Nach einer unrepräsentativen Erhebung mit gefühlten tausend, realiter aber eher siebzig Hundehalterkonversationen kann ich folgende Regel
beobachten: Je tätowierter und gewaltbereiter ein Herrchen aussieht, desto fundierter und zielgerichteter sind seine Ratschläge. Opis wollen labern, Türsteher wollen Probleme lösen.

Wer Hilfe im Umgang mit seinem handzahmen Fiffi sucht, der wende sich ans andere Ende der Pitbull-Leine. Die Tatsache, dass der Besitzer überhaupt noch lebt, zeigt seine Qualifikation.

Um fundierteren Rat zu erhalten, wandte ich mich an die Hundetrainerin meines Vertrauens. Danielas erster Tipp: Flexileine abschaffen.

Die selbstaufrollenden Leinen bieten einen permanenten Grundwiderstand, gegen den anzuziehen sich für den Hund oft lohnt – weshalb er es immer wieder probieren wird. Eine sichere Methode ihn zum Zerren an der Leine zu erziehen.



Die Hundesupernanny überließ mir bei der ersten Stunde einen Stapel Fachliteratur und lesend staunte ich, was man einem Hund angeblich alles beibringen muss: Nicht an der Leine zu zerren. Macht mein Hund eh nicht, wenn ich bei völlig normalem Benehmen nonstop Leckerli in das Tier stopfe, kapiert es wohl kaum, was ich von ihm will. Apportieren und die „Beute“ loslassen.

Da schlägt wahrscheinlich der Labrador in Rania durch, denn dieses Spiel hat sie sofort auf Anhieb kapiert. Auf ihren Namen hört sie bereits zuverlässig, „sitz“ funktioniert ebenfalls bestens, „platz“ üben wir grade. Das allerwichtigste Kommando, „No!“, kannte sie schon aus dem Tierheim.

Nun freuen wir uns auf den ersten Termin bei der „Welpenspielgruppe“, wo sie ihr Sozialverhalten trainieren soll. Ich bin gespannt, ob sie in ihrer WG im Tierheim schon adäquates Benehmen erlernt hat, oder ob sie – harte Sitten im Welpenwaisenheim – völlig asozial unterwegs ist.

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