Hans-Bunte-Fall

Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Polizei fasst zwölften Tatverdächtigen

Joachim Röderer

Nach einem weiteren DNA-Treffer hat die Polizei einen 33-jährigen Deutschen festgenommen. Er soll an der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung beim Hans-Bunte-Areal beteiligt gewesen sein.

Jetzt geht es offensichtlich Schlag auf Schlag: Die Kripo hat am Mittwochnachmittag gegen 16 Uhr einen 33 Jahre alten Deutschen festgenommen. Auch er soll am 14. Oktober vergangenen Jahres an der Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen Studentin beim Hans-Bunte-Areal beteiligt gewesen sein. Es ist in dem Fall bereits die zweite Festnahme innerhalb von drei Tagen: Denn erst am Montagvormittag klickten im Landkreis Emmendingen die Handschellen bei einem 21-jährigen Syrer.


Auf die Spur des zwölften Tatverdächtigen kamen die Fahnder wie bei Nummer elf über weitere Spurenauswertungen durch Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes. Eine weitere DNA konnte offenbar ausgelesen werden. Die Polizei landete einen Treffer – die Körperspuren passten zu einer Probe, die zuvor von dem Mann erhoben worden war. Aus welchen Gründen er diese Probe zuvor hatte abgeben müssen, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Der Mann sei in dem Verfahren aber bisher als Zeuge geführt worden, so Frank Langenbach, der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Polizei sucht mit Phantombild nach einem weiteren Verdächtigen

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde Haftbefehl erlassen, dann allerdings gegen "geeignete Auflagen" außer Vollzug gesetzt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Der Verdächtige ist also nicht in Haft, muss sich nun regelmäßig melden und darf das Land nicht verlassen.

Die Polizei sucht weiter nach einem möglichen Tatverdächtigen, von dem auch ein Phantombild angefertigt werden konnte. Dieser Gesuchte wäre dann der 13. Tatverdächtige.

Das Opfer soll in jener Nacht nach einem Besuch in einer Technodisco wehrlos gemacht worden sein. Die junge Frau hatte der Polizei gegenüber ausgesagt, dass 10 bis 15 Männer an der Vergewaltigung beteiligt gewesen sein könnten.

In dem Fall sitzen nun acht syrische Staatsangehörige im Alter von 18 bis 30 Jahren in U-Haft, dazu ein 23-jähriger Iraker, ein 18 Jahre alter Algerier und ein 25-jähriger Deutscher in U-Haft. Die Männer bestreiten dem Vernehmen nach die Tat. Die Jugendkammer des Landgerichts Freiburg verhandelt den Fall, Stand heute, in zwei Verfahren. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage erhoben. Im Mai soll der Prozess beginnen – was die Zahl der beteiligten Personen anbelangt, wird es der größte Prozess werden, den es jemals am Freiburger Landgericht gegeben hat.

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