Gruppenschlägerei in Freiburger Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge

fudder-Redaktion

Großeinsatz in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Freiburg: Ein Junge tritt einer Schwangeren in den Bauch, zwei Gruppen gehen aufeinander los und ein Security tickt aus. Mehrere Menschen wurden verletzt:



Am Dienstag ist die Polizei gegen 13.30 Uhr mit mehreren Einsatzfahrzeugen ausgerückt, auch der Rettungsdienst wurde alarmiert. Ein Notarzt und Rettungswagen waren vor Ort. In der Erstaufnahmestelle (EA) hat es eine Schlägerei gegeben. Das hat die Polizei gegenüber der Badischen Zeitung bestätigt.




Nach Angaben von Augenzeugen ist ein Streit zwischen einzelnen Flüchtlingsgruppen ausgebrochen, der in Gewalt umschlug. Dabei wurden den Angaben zufolge Stühle als Waffen eingesetzt. Auslöser war, wie die Polizei mittlerweile bestätigt hat, der Fußtritt eines Jungen arabischer Herkunft in den Bauch einer 21 Jahre alten schwangeren Afghanin. Daraufhin geriet die Lage offenbar außer Kontrolle, jemand soll gerufen haben "Oh Gott, sie verliert ihr Kind." Es kam zu einem größeren Gerangel, das – wie die Polizei in einer Pressenotiz meldet – "mit Solidarisierungseffekten auf beiden Seiten" einherging.

Security-Mitarbeiter des Geländes verwiesen?

Wie viele Menschen an der Auseinandersetzung beteiligt waren, kann Polizeisprecherin Laura Riske noch nicht sagen. Fest steht: Bisher wurden der Polizei zwei Verletzte gemeldet, über die Art oder Schwere der Blessuren ist noch nichts bekannt. Die schwangere Frau trug nach Polizeiangaben keine erkennbaren Verletzungen davon. Sie wurde zur weiteren Untersuchung aber dennoch in ein Krankenhaus gebracht.

Augenzeugen beobachteten derweil, wie ein Security-Mitarbeiter von der Polizei des Geländes verwiesen wurde. Diesen Vorgang kann Polizeisprecherin Riske mittlerweile bestätigen. Der Sicherheitsmann soll "etwas zu offensiv eingeschritten sein", wie die Polizeisprecherin vorsichtig formuliert. Die Beamten hätten ihn deshalb vom Gelände geschickt. Die näheren Umstände sind noch unklar. Zum jetzigen Zeitpunkt sei ihr nicht bekannt, dass er eine Straftat begangen, also jemanden beleidigt oder physisch angegangen habe, so Riske.

Die Polizei war mit zahlreichen Beamten im Einsatz. Streifenwagen der Reviere Freiburg-Nord, Freiburg-Süd und eine Hundestaffel waren vor Ort. Der massive Polizeieinsatz sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, "weil bei der ersten Meldung das Ausmaß der Auseinandersetzung nicht klar war", so Polizeisprecherin Riske. Außerdem könne eine solche Situation in der Erstaufnahmestelle schnell eskalieren.

Die Straße vor der EA war vorübergehend gesperrt.

Zwischenzeitlich hatten sich tumultartige Szenen vor den Zelten der EA abgespielt. Nach wenigen Minuten soll sich die Situation aber beruhigt haben. Vor dem Gelände hatten sich Schaulustige versammelt.

Vorübergehend hatte die Polizei den Straßenabschnitt vor der Einrichtung gesperrt und den Verkehr umgelenkt. Autos, die auf der Lörracher Straße gen Norden fuhren, wurden über die Schopfheimer Straße umgelenkt. Mitten in der allgemeinen Aufregung kamen neue Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle an, die von der Situation vor Ort leicht verwirrt waren.

Die Polizei hat die zwei Lager nach dem Gruppengerangel zunächst voneinander getrennt. Wie die Lage langfristig befriedet werden soll, ist derzeit noch unklar. "Die Situation hat sich schnell aufgeheizt, konnte aber auch schnell wieder beruhigt werden", sagt Riske. Dauerhaft könnten die Gruppen nicht räumlich getrennt werden, dafür biete die EA keine Strukturen. Als klar gewesen sei, dass der Schwangeren offenbar nichts Schlimmes passiert sei, hätten sich die Emotionen wieder gelegt.

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  [Foto: Markus Hofmann, Video: Florian Kech & Charlotte Janz]