Großstadtgeheimtipps: Innsbruck

Jutta Stackelberg & Matthäus Masè

Freiburg und Innsbruck haben einiges gemeinsam: Viele Studierende, ein Fluss durch die Stadt und ein Skigebiet vor der Türe. Warum sich ein Besuch in der österreichischen Stadt trotzdem lohnt, zeigen wir in dieser Folge der Großstadtgeheimtipps.

Studieren

In Innsbruck studieren circa 28.000 der 120.000 Einwohner – das ist ein knappes Viertel. Entsprechend studentisch ist die Stadt geprägt: Nachtleben, Bars, Clubs, Aktionen, Demonstrationen, Wahlverhalten, Innovationen und Startups. Die Universität ist grob auf drei Campus aufgeteilt, welche die Sozialwissenschaften ("auf der Sowi"), die Geisteswissenschaften ("auf der Geiwi") und die Technik voneinander trennen. Die Bandbreite der angebotenen Studiengänge ist größer als der Abstand zwischen der Nordkette und dem Patscherkofel, den zwei Bergketten, die Innsbruck im Süden und Norden begrenzen. Bekannt und berühmt ist die Uni Innsbruck besonders für die Physik und die Rechtswissenschaften.

Tipp: Die Rundherum-Dachterrasse des Bruno-Sander-Hauses auf der Geiwi ist ein echter Geheimtipp. Alles was du dazu brauchst, ist ein Philosophie-Student, der den Schlüssel zum heiligen StV-Raum im 9. Stock hat, und dich auf die nächste Fachschaftsparty einlädt.

Sport

Wer keinen Sport macht, wird in Innsbruck eventuell schief angeguckt. Aber sicherheitshalber kann man sich gegen derlei schiefe Blicke wappnen, indem man sich bis zum Gehtnichtmehr mit Outdoor-Klamotten eindeckt. "Mode" heißt in Innsbruck "Funktionskleidung". Aber es lohnt sich, sportlich aktiv zu sein: Das Stubaital, das Karwendelgebirge, das Wipptal, Südtirol, das Zillertal, das Wattental, das Ötztal, und, und, und locken zum alpinen Wandern, Klettern, Langlaufen, zu Skitouren oder zum Skifahren, Mountainbiken, Rennradfahren, Gleitschirmfliegen, Trailrunnen und allem was dazwischen liegt.

Tipp: Hat zwar jeder Innsbrucker Studierende schon mal gemacht, lohnt sich aber wirklich: Zum Sonnenaufgang auf die Nockspitze (einer der Innsbrucker Hausberge im Süden der Stadt) wandern. Außerdem: Sich das Freizeitticket besorgen (400 Euro/Jahr), in dem sämtliche Bergbahnen und Schwimmbäder inkludiert sind.

Essen

Wer deftige Küche mag, der kommt in Tirol auf seine Kosten: Spinatknödel, Schnitzel, Semmelknödel, Kaspressknödel, Speckknödel... Man könnte selbst als Knödel enden. Leider ist das Essen allgemein in Österreich teurer als in Deutschland – ja, auch in der Mensa: 5 Euro pro Mahlzeit. Wer will, der kann hier aber hervorragend – pssssst – containern. Und auch im Mpreis, dem regionalen Tiroler Supermarkt, finden sich immer wieder wirklich gute Angebote: "1+1 Gratis" heißen sie und sorgen dafür, dass es auf WG-Parties stets gerade Anzahlen an Weinflaschen gibt.

Tipp: Das "John Montagu" in der Höttingergasse nahe dem Zentrum ist zwar eigentlich eine ebenfalls sehr zu empfehlende Bar mit Keller-Tanzfläche, aber dort gibt es auch die besten (bezahlbaren!) Sandwiches der Stadt – auch als vegane Variante!

Ausgehen und Feiern

Am Abend hat man in Innsbruck die Qual der Wahl: Will man das vielfältige kulturelle Angebot, wie Poetry Slam oder Theateraufführung, der Stadt konsumieren, oder doch lieber das eine oder andere Getränk in einem der dutzenden Lokalen? Oder eine Kombi aus beidem? So oder so, man kommt immer auf seine Kosten. Allerdings sei erwähnt, dass in Österreich in den Lokalen noch geraucht werden darf. Darauf sollte man sich einstellen.
Hat man nach Kultur und Getränken noch keine Lust ins Bett zu schlüpfen, dann darf ein Besuch der Bögen nicht fehlen. Hier etwas abseits der Altstadt steht Lokal an Lokal, wo man bis in die Morgenstunden feiern kann. Es gibt Lokale, in denen regelmäßig lokale wie international Bands auftreten und Clubs, in denen der alte oder neueste Scheiß aufgelegt wird. Und dazwischen gibt es Pizza- und Dönerbuden, um den anfallenden Hunger zu stillen, bevor es zurück in die eigenen vier Wände geht.

Der Katermorgen

Am nächsten Tag, unabhängig vom Gemütszustand, lohnt sich ein ausgiebiges Frühstück oder ein Brunch. Auch dafür gibt es mehrere Angebote. Danach, um die Liebsten zu Hause nicht zu enttäuschen, geht es auf Souvenirjagd. Will man es klassisch-kitschig dann ist man in der Altstadt gut bedient. Wer es etwas individueller und kreativer will, der kann sich wahlweise bei Plattenläden eindecken lassen, in kleinen Geschenksläden Selbstgemachtes ersteigern oder in anderen Shops kulinarische Schmankerln einpacken.

Touri sein!

Das Goldene Dachl ist das Wahrzeichen Innsbrucks und befindet sich im Zentrum der schönen, kleinen, gepflasterten Altstadt. Hier heißt es: Kopf hoch, denn wer nicht nach oben schaut, dem entgeht der Anblick. Sehenswerter ist allerdings die wilde Sillschlucht im Süden Innsbrucks, der Bergisel mit der berühmten Skisprungschanze und die Seegruben-Seilbahnstation auf 1.905 Metern inklusive dazugehöriger Aussicht über das Inntal.

Wer an seinem Touri-Tag auch ein bisschen shoppen will, dem sei der endlich*store in der Grillparzerstraße ans Herz gelegt, der gemütliches Selbstgenähtes, Selbstgebasteltes, Kreatives und einfach nur Schönes anbietet.

Tipp: In den Alpenzoo gehen und wieder Kind sein! Im höchstgelegenen Zoo Europas gibt es viele interessante Tiere zu entdecken, die nicht eigentlich in eine weit entfernte Klimazone gehören – schlechtes Gewissen bleibt also ausgeschlossen. Hier bekommt man Lust, als Tierpfleger zu arbeiten.
In der vergangenen Woche hat eine kleine Delegation der Innsbrucker Studi-Zeitschrift "Zeitlos" die fudder-Redaktion besucht, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Dieser Artikel ist aus der Zusammenarbeit hervorgegangen.

Website: Zeitlos – Das Studentenmagazin

Mehr zum Thema: