Großstadtgeheimtipps (25): Basel

Bianca Fritz

Viele Badener sind so oft in Basel unterwegs, dass sie sich dort fast zu Hause fühlen. Unsere Autorin Bianca Fritz wohnt seit einem Jahr in Basel und studiert dort auch. In dieser Zeitspanne hat sie einige Tipps herausgefunden, die selbst für regelmäßige Baselbesucher neu und nützlich sein könnten.



Übersehene Sehenswürdigkeit

Auf der Rheintreppe an der mittleren Brücke sitzen bei Sonnenschein hunderte von jugendlichen Baslern und Touristen. Aber wer das Kleinbasler Rheinufer ein bisschen weiter Richtung Birsfelden entlang spaziert, hat bald eine wunderschöne Villen-Fluß-Kulisse, fast für sich allein. Vorbei an einem kleinen Park und vielen Trinkwasser(!)brunnen, geht es bis zum Staudamm in Birsfelden.

Von dort aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf Basel. Drüberlaufen und dann Schuhe aus, denn wer auf der Großbasler Seite zurückläuft, sollte dem kleinen, kostenlosen Barfußpark unbedingt einen Besuch abstatten. Ein Naturerlebnis fast mitten in der Stadt, auch im Winter begehbar.

Im Sommer unbedingt einen Schwimmsack oder Wickelfisch mitnehmen, um Klamotten und Schuhe einzupacken; dann kann man sich auf dem Rückweg vom Rhein tragen lassen.

Kaffeepause

Zugegeben, am Flair könnte so manches Café der Bäckereikette Sutter noch arbeiten. Aber Kaffee und Schoggiweggli sind dort so lecker, dass sich ein Besuch immer lohnt. Besonders die Filiale am Wettsteinplatz ist herzig eingerichtet (das Herz als Markenzeichen) und das Personal ist superfreundlich. Aber Vorsicht: Nicht über Namen wie Fotzelschnitte kichern. Dieses ignorante Verhalten der Deutschen schätzen die Basler nämlich gar nicht.



Magengrummeln

In Basel essen zu gehen, ist teuer. Schrecklich teuer. Wer es dennoch nicht lassen kann, dem sei das Restaurant Zum schmale Wurf an der mittleren Brücke (Kleinbasler Rheinufer) empfohlen. Für Basler Verhältnisse und den schönen Ausblick sind die Preise in Ordnung. Serviert wird eine köstliche, kleine Auswahl an mediterranen Gerichten. Platz lassen für das hausgemachte Panna Cotta.

Fine Art

Erst vor wenigen Tagen hat Jaques Chirac die Fondation Beyeler besucht. An dieser bekannten Privatsammlung kommt in Basel natürlich kein Kunstliebhaber vorbei.

Wer abseits der Massen das Ungewöhnliche sucht, wird sicher in einem der vielen kleineren Museen fündig. Am besten gleich am Bahnhof die aktuelle Broschüre der über 40 Basler Museen mitnehmen und nach skurillen Sonderausstellungen Ausschau halten.

Wer sich lieber sitzend berieseln lässt, der sollte am Münsterplatz in einen kleinen Gewölbekeller hinabsteigen. Dort leben dutzende, wunderschöne Marionetten, die nicht nur Kinder- sondern auch Erwachsenenstücke spielen.



Die beste Bar der Stadt

Die Basler sind stolz auf ihre Brauereien. In der Fischerstube gibt es zwar nur wenige Sitzplätze, dafür ist die Stimmung familiär. Wer sich am richtigen Tisch dazusetzt und das Ueli Bier lobt, kann hier leicht neue Freunde finden. Wichtige Vokabel hierzu: die Biereinheit heißt Stange.

Der beste Club der Stadt

Den habe ich noch nicht gefunden. Aber dafür lohnenswerte und regelmäßig stattfindende Parties. Zum Beispiel die 25Up-Party in der Kuppel. Normalerweise ist das eine Teeniedisko, aber am ersten Freitag im Monat kommen die, die vor einigen Jahren hier Teenies waren. Es ist voll, laut, lustig und die Stimmung ein wenig nostalgisch. Die Ausweiskontrollen sind streng – unter 25 kommt niemand rein.

Oldies but Goldies findet in der Elisabethenkirche am Barfüsserplatz statt. Beim ersten Besuch wird man die Sache mit dem Tanzen und Trinken eventuell vergessen und einfach nur den bunten Diskolichtern auf den gigantischen gotischen Kirchbögen nachschauen wollen.



Nachtlager

Basel ist so gut angebunden, dass Südbadener wohl am besten wieder nach Hause fahren. Der letzte Zug gen Freiburg fährt ab Badischer Bahnhof um 23.34 Uhr. Ansonsten: durchmachen, um 5.16 Uhr kommt wieder ein Zug. Und: Taxis in Basel vermeiden, sie sind wahnsinnig teuer.



Für Romantiker

Man nehme einen kalten, verregneten Abend. Am besten noch einen nebligen. Man steige mit dem Liebsten die Treppen beim Münster hinab zum Rhein. Auf dem Wasser sieht man nichts, außer den Schein einer einsamen Kerze. Sie gehört dem Fähri-Maa (Fährmann) in seinem Kahn. Da es so dunkel und neblig ist, sieht er nicht, dass man beim Münster wartet, also muss man die große Glocke am Ufer läuten.

Die Fähre kommt und man flüchtet in das mollig warme Innere und schaut sich aneinander gekuschelt das erleuchtete Münster an, während man lautlos, nur durch die Strömung angetrieben, ans andere Ufer gleitet.



Shop till you drop

Das Brockenhaus ist quasi der Alljahresflohmarkt im Trockenen. In Brockenhäuser geben Basler die Sachen ab, die sie nicht mehr brauchen. Hier landet auch all das, was bei Räumungen entdeckt wird und verkäuflich scheint. Manche sind auf Möbel, andere auf Klamotten oder Bücher spezialisiert – bei den meisten gibt es aber ein spannendes und günstiges Sammelsurium.

Einfach mal bei Google-Maps Brockenhaus und Basel eingeben und schon taucht das nächstgelegene auf. Wer lieber Neues kaufen mag: Durch kleine, bunte und sehr unterschiedliche Geschäfte lässt es sich wunderbar am Spalenberg bummeln.

Mehr dazu:


Weitere Großstadtgeheimtipps: