Großstadtgeheimtipps (23): Hanoi

Johannes Kunz

Johannes Kunz (30) aus Freiburg hat viele Jahre als Reiseverkehrskaufmann in Vietnam gearbeitet. Sein Wissen über dieses Land hat er in einem Buch aufgeschrieben, das kürzlich erschienen ist. Den fudder-Lesern verrät Johannes Kunz seine ganz persönlichen Großstadtgeheimtipps für Vietnams Hauptstadt Hanoi.



Übersehen Sehenswürdigkeit

Vietnams Hauptstadt Hanoi ist für den Reisenden, der zum ersten Mal dort ist,  erstmal chaotisch, da hier immer viele Motorradfahrer unterwegs sind und die meisten laut hupend herumfahren. Für den Touristen sind natürlich der Ho Chi Minh-Komplex, die Einsäulenpagode und der Hoan Kiem See zusammen mit dem Altstadtviertel die Hauptattraktionen, doch es gibt noch mehr zu sehen und man sollte auf jeden Fall einen Abstecher zum Westsee und dem Truc Bac See unternehmen, eine wunderbare grüne Oase in Hanoi, wo sich viele Pärchen tummeln, man einen Spaziergang unternehmen und sich entspannen kann.



Außerdem würde ich vorschlagen, in eines der Hanoi vorgelagerten Handwerksdörfer zu fahren, wo unter anderem Keramik oder Perlmutt seit Generationen hergestellt und in die ganze Welt exportiert werden. Man kann dort vor Ort auch sehr günstig diverse Waren einkaufen. Was ich auch wärmstens empfehlen kann: Sich ein Motorrad zu mieten und die Stadt auf eigene Faust zu erkunden - trotz des Verkehrs ist das ein tolles Vergnügen und interessant.

Kaffeepause

Das schönste Cafe in Hanoi ist das “Pho Co” in der Strasse Hang Gai 11. Wenn man es nicht kennt, würde man vermutlich vorbeigehen, da der Eingang durch zwei Antquitätengeschäfte verläuft. Danach geht man durch einen Patio einige Treppen nach oben und hat den besten Blick über den Hoan Kiem See im Herzen Hanois und kann zu moderaten Preisen Kaffee trinken und den Ausblick genießen. Ausserdem weht hier meist ein angenehmer Wind.

Magengrummeln

Mein Lieblingsrestaurant in Hanoi liegt zentral in einer Seitenstraße des Altstadtviertels in der Ta Hien Strasse 14 und 25. Hier im “Little Hanoi” bekommt man bei dezentem Licht schmackhafte Speisen serviert, wie z.B vietnamesische Frühlingsrollen oder diverse Fischspezialitäten. Die Preise sind in Ordnung und liegen umgerechnet zwischen 4 und 10 Euro.



Fine Arts

In Hanoi gibt es einige Museen, wobei das Ethnologiemusem das interessanteste ist, da hier die Geschichte und vieles über die ethnischen Minderheiten in Vietnam zu erfahren ist. Es gibt dort traditionelle Hütten und Kunstgegenstände, die nachgebaut worden sind. Die Adresse lautet Nguyen Van Huyen Road, Cau Giay Bezirk, Hanoi.

Beste Bar

Die beste Bar der Stadt ist für mich eindeutig die “Summit Lounge” im 20. Stock des Sofitel Plazas am Westsee. Von hier hat man den besten Blick über Hanoi und kann entweder in der Bar oder auf der Außenterasse einen Cocktail zu sich nehmen und die Aussicht genießen. Gelegentlich werden dort auch Sunset Barbecues angeboten, wo man dann beim Sonnenuntergang noch etwas essen kann.  Adresse ist 1 Thanh Nien Straße.

Der beste Club

Wer abtanzen will, ist im “Apocalypse Now” genau richtig, denn dies ist der “Hotspot” für Vietnams Jugendlichen und Twens. Die neusten Charthits werden hier genauso wie alternative Housemusik rauf und runter gespielt und die Atmosphaere ist leger- chique. An der langen Bar gibt es die üblichen Drinks und Bier. Kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen.  Adresse ist 25 C Hoa Ma Street.



Nachtlager

Als Nachtlager in Hanoi empfehle ich das Classicstreet Hotel in der Hang Be Strasse 41 im Altstadtviertel. Die Besitzer sind freundlich, es ist sauber und die Zimmer sind großzügig eingerichtet. Man kann dort auch gleich Tagestouren z.B in die Halong Bucht buchen und in einem kleinen Restaurant etwas essen. Die Preise liegen bei ca. 30- 35 US Dollar pro Zimmer/Nacht- im Altstadtviertel von Hanoi stimmt bei diesem Hotel das Preis-Leistungsverhältnis.



Fuer Romantiker

Viele Paare schlendern einfach um den Hoan Kiem See. Ich bin der Meinung, dass es am romantischsten ist, auf dem Westsee in einem der Tretboote in Form eines Schwans auf dem See zu fahren und dabei den Sonnenuntergang zu genießen.  Ich denke, wenn man dort "I love you sagt", ist das schon die halbe Miete.... Anschließend kann man sich dann ein Eis kaufen und auf eine der vielen Bänke um den See setzen und Händchen halten.



Einkaufstipp:

Hanoi ist nun nicht gerade ein Konsumtempel und man findet nicht viele Einkaufszentren wie bei uns, jedoch finde ich die beste Art in Hanoi einkaufen zu gehen, die 36 Straßen im Altstadtviertel zu durchlaufen, die alle nach einem jeweiligen Handwerk benannt sind - so gibt es eine Schuhstraße, Kleiderstraße, etc. Wichtig: Handeln nicht vergessen, denn fuer Touris wird eigentlich immer der doppelte Preis verlangt. Hier findet man alles, was das Herz begehrt, ob Antiquitäten oder billige Sneakers.



Meet the Locals:

Die Locals, wo halten die sich auf? Eigentlich überall - aber was richtig local ist: Sich in einen Biergarten zu setzen (die es in Hanoi an fast jeder Straßenecke gibt), dort bei schweißtreibenden Temperaturen Bier zu trinken und zu sehen, dass Vietnamesen genausoviel Bier trinken wie wir, wenn nicht noch mehr.

Ich bin auch oft an eine Straßenecke gegangen, wo man Faßbier für ca. 50 Cent bekommt und sich auf kleinen Hockern den Abend um die Ohren schlägt und mit Einheimischen ins Gespräch kommt. Genial.



Der Tippgeber:

Johannes Kunz (30) lebt in Freiburg und hat viele Jahre als Reiseverkehrskaufmann gearbeitet und dabei sein mein Hobby, das Reisen, zum Beruf gemacht. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet er nun für eine Druckerei in Fernost. Kunz hat sechs Monate in Hanoi gelebt und gearbeitet und kennt die Stadt wie seine Westentasche. Seine Erinnerungen hat Thomas Kunz in einem Buch über Vietnam gesammelt, das im Verlag Interconnections erschienen ist.