Grillen am Seepark mit Kohle ist ab jetzt verboten

Gina Kutkat

Weil Anwohner sich vom Rauch belästigt fühlen, ist ab sofort das Grillen im Seepark nur noch erlaubt, wenn man seinen eigenen Gasgrill mitbringt. Der Vollzugsdienst soll vermehrt kontrollieren – auch an anderen beliebten Freiburger Grillorten.

Die ersten richtig warmen Tage sind da – mit ihnen startet auch die Grillsaison. Freiburgerinnen und Freiburger stellen ihre Grills bevorzugt auf öffentlichen Grünflächen auf. Weil dadurch entstehender Rauch und Lärm direkte Anwohner belästigt, hat die Stadt Freiburg die Grillregeln in öffentlichen Grün- und Parkanlagen verschärft. Außerdem soll der Gemeindevollzugsdienst mehr kontrollieren.


"Das Grillen ist nur auf Ihren mitgebrachten Grillgeräten mit Gas erlaubt", steht auf den Schildern, die das Garten- und Tiefbauamt auf der Wiese östlich des Flückigersees angebracht hat. Die Schilder sind nicht neu, aber der Satz ist es. "Die Schilder stehen dort seit 2014, wurden aber Ende letzten Jahres leicht modifiziert", so Rathaussprecherin Edith Lamersdorf.

"Die Polizeiverordnung spricht das Grillen nicht direkt an. Glühende Kohle kann aber als offenes Feuer interpretiert werden." Edith Lamersdorf, Rathaussprecherin

Seit einer damaligen Anwohnerinitiative werden Besucher des Seeparks darauf hingewiesen, sich ordnungsgemäß zu verhalten: Hunde sind an der Leine zu führen, lautstarke Musik und Verschmutzungen sollen vermieden werden – jetzt wird das Grillen eingeschränkt.

"Das Grillen am Seepark ist tatsächlich ein Problem", sagt Spencer Diringer, Leiter des Polizeiposten Freiburg-Weststadt. Er schätzt: Bei gutem Wetter grillen auf der Wiese neben der Stusie bis zu 150 Studierende. Das führe zu einem erhöhten Rauch- und Lärmaufkommen. Außerdem seien die Einweggrills ein Problem, so Edith Lamersdorf. "Sie verkohlen den Rasen und sind Wegwerfartikel, die häufig einfach liegen gelassen werden."

Die neue Formulierung auf den Schildern soll das ändern. Die Stadt bezieht sich auf die Polizeiverordnung aus dem Jahr 2009. Deren Paragraph 12, Absatz 2, besagt, dass es in öffentlichen Anlagen untersagt ist, außerhalb zugelassener Feuerstellen Feuer zu machen. "Die Polizeiverordnung spricht das Grillen nicht direkt an. Glühende Kohle kann aber als offenes Feuer interpretiert werden", so Lamersdorf.

In Paragraph 9 heißt es außerdem, dass es verboten ist, "Gerüche, Staub und Rauch zu verursachen, die zu erheblichen Belästigungen von Dritten führen." Grillen am Seepark ist also ab sofort nur denjenigen erlaubt, die einen rauchfreien Grill mitbringen.

Vollzugsdienst wird vermehrt kontrollieren

Der Seepark gehört zu den beliebtesten Grillplätzen in Freiburg. "Es ist ein traumhaftes Örtchen innerhalb der Großstadt und bietet sich zum Grillen an", so Polizist Diringer. Er und seine Kollegen werden mit Leuten, die trotzdem einen Holzkohlegrill aufstellen, das Gespräch suchen. "Die meisten machen das nicht böswillig." Die Stadt Freiburg schickt außerdem vermehrt Mitarbeiter des Vollzugdienstes in Freiburger Grün- und Parkanlagen.

Grundsätzlich, so Edith Lamersdorf, müsse man mit Kontrollen überall rechnen, wo keine ausdrücklich erlaubten, offiziellen Grillstellen eingerichtet sind – auch an anderen Orten, an denen bisher viel gegrillt wurde. "Wie zum Beispiel an der Dreisam, im Dietenbachpark oder am Moosweiher." Sicherlich werde es auch weiterhin Bürgerinnen und Bürger geben, die im Seepark auf Holzkohlegrills grillen werden. Der Vollzugsdienst werde im Rahmen seiner Kapazitäten die Nutzer zum Entfernen der Grills auffordern.

Grobe Verstöße würden angezeigt. Wer außerhalb zugelassener Feuerstellen Feuer macht, muss mit 100 Euro Geldbuße rechnen. Das Verursachen von Rauch kostet 60 Euro Strafe.

Öffentliche Grillplätze

Unbedenklich grillen kann man an vom Forstamt eingerichteten Grillplätzen und Grillhütten, wie beispielsweise am Opfinger See, am Grillplatz Seehau und am Grillplatz Silbertobel Nähe der Haltestelle Holbeinstraße. Achtung: Für manche der Plätze, beispielsweise die Grillstellen am Wolfswinkel, muss man sich vorher über das Forstamt anmelden.
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