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Grill- und Picknicksaison: Ärger um Müll im grünen Idyll

Simone Höhl

Mit der Grill- und Picknicksaison beginnen die Probleme in Freiburgs grüner Idylle. Mehr Mülleimer aufzustellen, hält die Abfallwirtschaft jedoch für keine Lösung. Jetzt soll öfters geleert werden.

Wochenend’ und Sonnenschein – da sind im Seepark Berge von Müll zurückgeblieben. Die Abfallwirtschaft ASF hat die Freiluftsaison noch nicht eröffnet. Ab diesem Wochenende will sie reinigen – wenn der Gemeinderat zustimmt, künftig auch an der renaturierten Dreisam und in weiteren Problemecken.


Kohlesäcke und Plastiktüten, Pappteller, Flaschen und Zeitungen – um die Mülleimer sah’s am Montag wild aus. Tags zuvor waren viele Leute im Seepark, darunter auch Michael Broglin. "Es war traumhaftes Wetter", sagt der Chef der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF), der dachte: "Ich will nicht wissen, wie’s abends aussieht."

"Wir sind überrascht worden vom schönen Wetter, auch am Wochenende davor." Michael Broglin
Mehr Mülleimer aufzustellen, hält er für keine Lösung: Dann liegt nur mehr Hausmüll drin. Doch so quellen sie in der Grill- und Picknicksaison über. "Das kann doch nicht sein – wenn ich’s hinbring, kann ich’s doch wieder mitnehmen", meint Broglin.

ASF setzt auf häufigeres Leeren – in mehr Gebieten

Die ASF setzt auf häufigeres Leeren, bisher kommt sie zweimal die Woche. "Wir sind überrascht worden vom schönen Wetter, auch am Wochenende davor", sagt Broglin. So schnell könne er kein Zusatzpersonal losschicken. Ab April beginnen im Seepark, Stadtgarten und Colombipark die Wochenendreinigung.

Dazu kommen sollen Dietenbachpark, Teile des Dreisamufers, auch des renaturierten, Stühlinger Kirchplatz, Moosweiher, Zentrum Oberwiehre, Waldsee und Deicheleweiher. Das ist Teil einer Offensive von ASF und Rathaus für mehr Sauberkeit in der Stadt.

Drogenszene hinterlässt Spritzen

Die Leute feiern mehr draußen und werfen mehr Müll in die Gegend, nicht nur in Parks. Die Drogenszene hinterlässt mehr Spritzen, auch auf Spielplätzen. Wildpinkeln, Kaugummis, Essen und Trinken "to go" nehmen zu, ebenso die Beschwerden. Der Müllberg aus der Stadtreinigung ist in zehn Jahren um 50 Prozent gewachsen. Die ASF soll künftig öfter anrücken, die Entscheidung über gut 400.000 Euro im Jahr hat der Hauptausschuss gerade an den Gemeinderat weitergeleitet. Einiges davon erledigt die ASF schon zuvor.

Öffnung der Mülleimer zu klein für Wegwerfgrills

An der renaturierten Dreisam stehen inzwischen rund zehn Abfalltonnen, dreimal in der Woche wird entmüllt. Das Konzept hält Hans Lehmann vom Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee für Unfug, die Öffnung seien zu klein für Müllsäcke und Wegwerfgrills. "Wenn sie offene Gitterboxen wie in München dazustellen, wäre das Thema gegessen."

"Da fliegt alles rein, da können wir gleich ne Sperrmülltonne aufstellen", sagt Broglin. Das habe ein Test im Dietenbachpark gezeigt, zudem müssten seine Leute die Boxen von Hand leeren und wüssten nicht, wo sie reinfassen. "Thema Arbeitsschutz", so Broglin und winkt ab. Am nahen Sandfangsteg stehe ein Container.

Beispiel aus München

An Münchens renaturierten Isar stehen 89 Müllgitter und 17 Behälter für heiße Asche. Die stellte nicht die Abfallwirtschaft, sondern das Baureferat der Stadt auf. "Das macht sehr gute Erfahrungen", erklärte am Donnerstag ein Sprecher. Sperrmüll liege nicht in den Gitterboxen, die auch von Hand geleert werden, indem der Müll mit Zangen in Säcke gepackt wird.

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