Green, Greener, Freiburg

Lorenz Bockisch

Das Marketingkonzept der Stadt scheint aufzugehen: Weltweit berichten inzwischen viele Medien über Freiburg, die Stadt wo alle Dächer aus Solarpanels bestehen, jeder mit dem Fahrrad fährt und die Kinder mit Lehm statt mit Lego spielen.


Seitdem die PR-abteilung der Stadt, ganz vorn dabei der Oberbürgermeister, mit dem Label "Green City" hausieren geht, echot es in den Medien: Ob große internationale Zeitungen oder Fernsehsender, alle finden unsere kleine Stadt berichtenswert. Die Kollegen von der New York Times etwa versteifen sich auf den – aus amerikanischer Sicht sicherlich spektakulärsten – Aspekt des beinahe autofreien "German Suburb" Vauban.


Etwas weiter nördlich auf demselben Kontinent sendete das kanadische öffentlich-rechtliche CBC folgenden Dreiminüter über Freiburg:

Quelle: Youtube
[youtube 1d1VBkirTJY nolink]

Sehr interessant dabei: Dass auch in Freiburg durchaus böse, ungrüne Autos fahren, ist höchstens daran zu erahnen, dass die gezeigten Straßen etwas zu breit sind für die wenigen Fahrräder, die dort entlangfahren. Stop&Go auf der B 31 am Freitagnachmittag – Fehlanzeige. Dafür braust eine Straba leise über saftig-grüne Wiesen.
Natürlich kann man in einem so kurzen Beitrag schwerlich ein differenziertes Bild vermitteln. Aber so total vorbildlich, passiv und stromliefernd ist nicht mal die Vauban, oder?

Quelle: Youtube[youtube tSFEjdDgyaw nolink]

Auch aus brasilianischer Sicht besteht Freiburg aus Solarkollektoren, Fahrrädern und Mülltrennung. Und natürlich ein bisschen alten Häusern mit Münster und Öko-Markt.

Was in den Sendern jenseits des großen Teiches läuft, ist Wolhfühlwerbung mit grünem Anstrich. Für das internationale Image der Südbadenmetropole ohne Zweifel ein Gewinn. Vielleicht hilft es ja: bei der nächsten Bewerbung der Stadt als Kulturhauptstadt, Welterbe oder für die Olympischen Spiele.

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