Am Rhein

Gratis-Festival "Im Fluss" startet Ende Juli in Basel

Alexander Ochs

Erst im Rhein an ihr vorbeischwimmen, dann vom Ufer aus auf die Floßbühne schauen: Ende Juli startet das Im Fluss-Festival in Basel. Mit schwer helvetischem Schwerpunkt.

Im zwanzigsten Jahr geht in Kleinbasel das Kulturfloß vor Anker. Das Festival "Im Fluss" bietet drei Wochen lang volles Musikprogramm am Rheinufer, insgesamt 17 Acts. Ab 20.30, 21 Uhr spielt jeweils eine Liveband eine gute Stunde lang. Lediglich die Sonntage – und der Schweizer Nationalfeiertag am 1. August – sind spielfrei. Der Eintritt ist ebenfalls frei, wie üblich angeln emsige Helfer in Matrosenkostümen mit Keschern nach Cash.


Apropos Kohle: Vielleicht hätte man dem Team um Booker Gaetano Florio und Floß-Kapitän Timo Krattiger etwas mehr Budget oder Mut gewünscht – oder beides. Im vorletzten Jahr beispielsweise kamen noch Größen wie Element Of Crime, Lola Marsh und Holly Golightly. Dieses Jahr sind die From-Dusk-Til-Dawn-Rocker Tito & Tarantula die bekannteste internationale Band des Festivals. Große Namen sucht man in diesem Jahr, ausgerechnet dem Jubiläumsjahr, vergeblich.

12 Acts aus der Schweiz

Dafür sollen es die Schweizer richten, ganz entgegen dem Tocotronic-Motto "Mach es nicht selbst", die 2013 übrigens einen überragenden Auftritt auf dem Floß hingelegt hatten. Zwölf der 17 Acts stammen diesmal aus der Schweiz. Den Eröffnungsabend am 29. Juli bestreiten Lo & Leduc mit Mundartpop aus Bern, gefolgt von – wir staunen – Mundartpop(rock) aus Bern von der sechsköpfigen Truppe George.

The Garden & The Tree aus Schaffhausen stehen für eingängigen Indiefolkrock, während Steff la Cheffe, auch aus Bern, Rap- und Beatbox-Skills vereint. Der Walliser Durchstarter Juldem kommt ebenso wie Sam Himself, The-Voice-of-Switzerland-Juror Marc Sway, Annie Goodchild, die Balkan-Brass-Combo Šuma Čovjek, Seven und Sina. Den Schlussslot bekommen die Basler Rapper Pyro & Band, weil sie das Publikumsvoting gewonnen haben.

Neben dem helvetischen Dutzend erwarten euch noch die legendären englischen Pubrocker Dr. Feelgood (längst ohne Originalmitglieder, aber was will man nach fast 50 Jahren Bandgeschichte auch anderes erwarten…) und die niederländische Band Trinity mit christlichem Pop. Etwas ganz anderes macht die in Haiti geborene Französin Moonlight Benjamin: Sie nennt es Voodoo Rock ’n’ Roll. Zum Highlight könnte da das Gastspiel der Berliner Retrorocker The Wake Woods am 5. August werden, straighter Rock, irgendwo zwischen Led Zeppelin, Deep Purple und, ja, Supertramp.

Das Programm im Überblick:

  • Montag, 29.7.2019 Lo & Leduc, 20.30 Uhr
  • Dienstag, 30.7.2019 Moonlight Benjamin, 21 Uhr
  • Mittwoch, 31.7.2019 George, 21 Uhr
  • Freitag, 2.8.2019 The Gardener & The Tree, 21 Uhr
  • Samstag, 3.8.2019 Steff La Cheffe, 21 Uhr
  • Montag, 5.8.2019 The Wake Woods, 21 Uhr
  • Dienstag, 6.8.2019 JulDem, 21 Uhr
  • Mittwoch, 7.8.2019 Sam Himself, 21 Uhr
  • Donnerstag, 8.8.2019 Marc Sway, 21 Uhr
  • Freitag, 9.8.2019 Annie Goodchild, 21 Uhr
  • Samstag, 10.8.2019 Tito & Tarantula, 20.30 Uhr
  • Montag, 12.8.2019 Trinity, 21 Uhr
  • Dienstag, 13.8.2019 Šuma Čovjek, 21 Uhr
  • Mittwoch, 14.8.2019 Dr. Feelgood, 21 Uhr
  • Donnerstag, 15.8.2019 Seven, 20.30 Uhr
  • Freitag, 16.8.2019 Sina, 20.30 Uhr
  • Samstag, 17.8.2019 Pyro, 20.30 Uhr