Mobile Werbeträger

Gratis-Fahrräder mit Werbung rollen durch die Freiburger City

Holger Schindler

Zwei Unternehmer bieten Interessierten kostenlose Fahrräder zu Nutzung an. Einer der Haken: Die Velos sind mit großen Werbefläche ausgestattet. Bei dem Konzept stellen sich auch rechtliche Fragen.

Seit Anfang des Monats kann man sie, wenn man aufmerksam ist und zur rechten Zeit am rechten Ort, in der Stadt wahrnehmen – die "Werbevelos". Zwei Freiburger Unternehmer bieten kostenlos Fahrräder, die zugleich als mobile Werbeträger dienen. Die Stadt hält die Nutzung des öffentlichen Raums in dieser Form für rechtlich möglich – und sieht keinen Ansatzpunkt, um Nutzungsgebühren zu kassieren.


Die Grundidee von "Werbevelo" ist einfach: Die Firma stellt Interessenten ein kostenloses Fahrrad bereit, dass diese wie ihr eigenes benutzen können. Allerdings tragen diese Räder großflächige Werbebotschaften auf beiden Seiten. "Werbevelo" übernimmt nach eigenen Angaben sogar die regelmäßige Reinigung und Wartung. Bezahlt wird das Ganze von den Werbetreibenden, welche die Werbeflächen auf den Rädern buchen.

Auflage für die Radler: Sie müssen das Rad täglich mindestens fünf Kilometer bewegen. Zudem verpflichten sie sich, den Drahtesel so oft es geht an öffentlichen Orten zu parken – damit viele Menschen es sehen. Ein GPS-Sender ist an Bord.



Hinter "Werbevelo" verbergen sich die Freiburger Unternehmer Markus Arenz und Marco Mesler. Im Oktober ist die Firma an den Start gegangen – unter dem Namen Movet Vendo AG mit Sitz im schweizerischen Meilen im Kanton Zürich. Als Zeichnungsberechtigter ist dort nach BZ-Informationen auch Pietro Calvagna eingetragen. "Wir wollten ein System, das allen nutzt, Fahrer, Kunde und Umwelt", sagt Marco Mesler, zuständig für den Verkauf. Bislang seien rund 50 Räder im Einsatz – alle in Freiburg. Im Frühjahr wolle man nach Karlsruhe und Heidelberg expandieren und bis Ende 2019 auf 800 Räder kommen. Zu den Kosten verrät Mesler nichts.

Doch darf man einfach derartige rollende Litfaßsäulen in der Stadt abstellen? "Viele Autos, Lieferwagen und Straßenbahnen tragen Werbung, ohne dass dafür eine Erlaubnis der Stadt erforderlich ist und Gebühren zu zahlen sind", sagt Rathaussprecherin Edith Lamersdorf. Daher dürften auch Fahrräder mit Werbung umherfahren und an zulässigen Stellen abgestellt werden.

Es handle sich um sogenannten Gemeingebrauch, der nicht reglementiert ist. "Sofern ein Fahrrad also kein Verkehrshindernis darstellt, ist die Stadt nicht involviert", so Lamersdorf weiter. Dies gelte, solange das Rad tatsächlich als Verkehrsmittel genutzt werde. Und das Gegenteil müsse gegebenenfalls erst einmal nachgewiesen werden.

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