Graffiti-Game: Yard Attack

David Weigend

"Berlins erstes Untergrund-Graffitigame. Bomb die Trains und box die Bullen!", so die Werbung für ein neues Onlinespiel, das derzeit in der Hauptstadt Polizei wie S-Bahnbetreiber gleichermaßen empört. Der Grund: Yard Attack, erdacht von einem 29-jährigen Sprayer aus Zehlendorf, verherrlicht Sachbeschädigung und Gewalt.



Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Sprayers. Er hat einen Rucksack voller bunter Spraydosen und kann die Farben auswählen. Das Spiel kann in verschiedenen Szenarien gespielt werden: In einem Tunnel, in dem U-Bahn-Züge abgestellt sind, auf einer Abstellanlage voller Züge der Deutschen Bahn, auf einem S-Bahn-Abstellgleis oder auf einer Straße. Der vermummte Sprayer läuft an Zügen entlang und begegnet immer wieder Polizisten, die überwunden werden müssen. Für jeden erschlagenen Beamten gibt es einen Punkt.


Per Tastatur kann man entscheiden, ob man schlägt, tritt oder springt. Der Schwierigkeitsgrad ist einstellbar. Man kann bestimmen, wie viele Polizisten man ausschaltet.

Verliert der Spieler gegen einen Polizisten, wird gegen ihn vom Polizeipräsidenten von Berlin wegen Körperverletzung mit Todesfolge ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Natürlich ächten die Polizei und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das Spiel und titulieren es als geschmacklos und ganz und gar nicht komisch. "Das Internetspiel suggeriert, dass Gewalt gesellschaftlich akzeptiert wird", sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz, die es besonders schlimm findet, dass es für das Zusammenschlagen eines Polizisten auch noch Pluspunkte gibt. "Was dort zu sehen ist, ist leider Realität." Fast täglich werde BVG-Personal in Bussen und Bahnen angegriffen.