Gottes Werk und Königs Beitrag: Ralf König-Ausstellung in Basel

Christopher Bünte

Die Art Basel ist zwar vorbei, ein Ausflug nach Basel der Kunst wegen lohnt aber trotzdem: bis zum 23.Oktober gibt's im Cartoonmuseum Basel eine Ausstellung mit den Werken von Ralf König. Seine Knollennasen üben humorvoll Kritik an festgefahrenen Lebensweisheiten: da gibt es Schmunzeln und Nachdenken in Einem.



Grüner Plastikrasen. Papageien schreien, Insekten brummen, Vögel zwitschern. Gemeint ist der Garten Eden, das prähistorische Heim von Adam und Eva. Als der Mensch bloß ein Feigenblatt trug. Der Anfang aller Dinge. Von der Decke baumeln flache Äpfel aus Papier. Daneben sieht man zwei Knollennasen, die fröhlich futternd das Rundobst in den Händen halten.


„Der Comic ist in den letzten Jahren mehr und mehr in den Vordergrund gerückt“, sagt Anette Gehrig, Kuratorin im Cartoonmuseum Basel. In welchem Apfel diese Weisheit gesteckt hat, wissen wir nicht. Gehrig führt in die Ausstellung "Gottes Werk und Königs Beitrag" ein, die noch bis zum 23. Oktober 2011 im Cartoonmuseum Basel zu sehen sein wird.

Telebasel und der Südwestrundfunk sind mit Kameras angerückt. Der Künstler tritt etwas nervös von einem Fuß auf den anderen: Ralf König, seines Zeichens einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Comic-Zeichner der Gegenwart. Ein Star im Comic-Business.

„Ich habe früher nie gedacht, dass ich mal im Museum hängen würde.“ All seinem Ruhm und seiner Popularität zum Trotz ist er ein charmanter Tiefstapler geblieben, nahbar, witzig und sympathisch. „Ich bin ein fauler Zeichner“, sagt er plötzlich ganz ernst. „Ich kann zum Beispiel keine Häuserschluchten oder Motorräder. Pferde klau‘ ich immer bei 'Lucky Luke'.“ Ganz geheuer ist ihm der Trubel um seine Person offenbar nicht.



Gottes Werk und Königs Beitrag. Die Ausstellung umfasst insgesamt sechs Ausstellungsräume. Der Titel will witzig sein, ist es vielleicht sogar, auf jeden Fall verbindet er. Und zwar Gott und König.

Zu sehen sind Originalseiten aus 'Dschinn Dschinn', 'Hempels Sofa', 'Konrad und Paul' und der Trilogie 'Prototyp', 'Archetyp' und 'Antityp'. Außerdem sind einige von Königs Beiträgen zum Karikaturenstreit ausgestellt sowie Teile seiner Hommage an Wilhelm Busch. Auch einige ältere Arbeiten aus 'Lysistrata', 'Der bewegte Mann' und 'SchwulComix' finden sich.



Neben den zahlreichen Comic-Seiten hängen großformatige, knallbunte Portraits von seinen bekannten Knollennasen, um die Räume etwas aufzulockern. Denn zu lesen gibt es viel. Man sollte Zeit mitbringen. „Mir ist der Dialog immer wichtiger als die Zeichnung“, so König dazu.

Obwohl die Arbeiten von seinen Anfängen als Zeichner bis zur jüngsten Vergangenheit reichen, ist in der Ausstellung ein Schwerpunkt erkennbar. Der liegt nämlich auf Königs Auseinandersetzung mit Religion im Allgemeinen, speziell mit dem Christentum und dem Islam.

„Empfindlichkeiten gibt es da nicht nur auf muslimischer Seite“, konstatiert König trocken. „Ich fand’s toll, wenn sich Leute empören. Dabei wollte ich keine Blasphemie. Ich wollte meine eigene Version erzählen.“ Eine Geschichte noch, über die Heilige Ursula, dann soll es weitergehen. „So langsam bin ich fertig mit dem Thema Religion. Schließlich habe ich vierzig Jahre meines Lebens religionsfrei verbracht.“

Papageien schreien, Insekten brummen, Vögel zwitschern, während Ralf König über die Zukunft nachdenkt. Der Anfang aller Dinge. Ein Zwischenstand. Und die nächste Seite wartet schon, weiß und ungeduldig.



Ralf König
Gottes Werk und Königs Beitrag
11. Juni bis  23. Oktober 2011

Cartoonmuseum Basel
Dienstag bis Freitag 14-18 Uhr
Samstag bis Sonntag 11-18 Uhr

   

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