Google Earth an der Front

Christoph Müller-Stoffels

"Für alle, die je vom Fliegen träumten" sei Google Earth, schreibt die New York Times. Millionen User betrachten mit dem Globus für den PC ihre Heimatstadt aus der Luft. Eine norwegische Uni hat nun die virtuellen Karten genutzt, um den israelisch-libanesischen Konflikt darzustellen.



Seit 13 Jahren gibt es den Al Mashriq Server des Østfold University College im norwegischen Halden. 1993 wurde er mit dem Ziel gestartet, den israelisch-libanesischen Konflikt auf andere Weise darzustellen. Der Inititator Børre Ludvigsen war während des letzten Krieges in Beirut und dokumentierte die Geschehnisse aus seiner Sicht. Er wollte eine Alternative zu den traditionellen Nachrichtenmedien bieten.


Heute, so sagt er gegenüber fudder, gäbe es eine Vielzahl von Bloggern und Reportern, die ihre Berichte und Informationen im Netz verbreiten. Trotzdem würden Berichte über die militärischen Angriffe beider Seiten schnell untergehen in der Flut der Nachrichten. Deshalb erstellte er mit Google Earth eine Karte, in die er alle Angriffe beider Seiten einzeichnete.

Seit Beginn des neuerlichen Konflikts verzeichnete die Seite bis zu 340000 Zugriffe täglich. Nicht nur interessierte User, sondern auch UN-Organisationen wie das OCHA (United Nations Office for Coordination of Humanitarian Affairs) nutzen die Karte, um ihre Hilfseinsätze zu planen.