Gonzales La Familia: Record-Release-Gig zum neuen Album

Daniel Weber

Der Name mag nach Mafiasyndikat klingen, er steht indes für etwas anderes: Gonzales La Familia nennt sich der Freundeskreis von acht Mittzwanzigern aus Freiburg, die zusammen Rapmusik machen. Am Freitag stellen sie im Waldsee ihr zweites Album vor.

Gonzales La Familia. Woher der Name kommt, dazu gibt es verschiedene Versionen. Jedenfalls hat „Gonzales“ acht Buchstaben. Gerade hat das Oktett aus fünf Rappern, Produzent, DJ und Beatboxer sein zweites Album fertig gestellt. „Alle Achtung“ lautet der Titel, er soll wohl neben dem erneuten Auftauchen der Acht auch implizieren, dass es schon eine Leistung ist, das Projekt abgeschlossen zu haben. Schon das erste Album trug den Titel „Woran niemand mehr geglaubt hat“. Das liegt vor allem daran, dass die Hälfte der Gruppe nicht mehr in Freiburg wohnt. Da besteht der Kontakt zwangsläufig nur durch Internet und Telefon.


Beim Gespräch in ihrem Studio in der Marienstraße sind aber alle anwesend bis auf den Produzenten Sebastian„KBB“ Jalsovec, den die anderen als ihren „Mastermind“ bezeichnen. „Alle zusammen an einen Tisch zu bekommen, ist bei uns fast unmöglich“, erzählt Moritz „Casamova“ Wangart, einer der fünf Rapper. Das Album sei deshalb in mehreren Hau-Ruck-Aktionen entstanden. Den Startschuss gab eine Cliquentradition. Die Gruppe verbringt meist in den Semesterferien – sechs Mitglieder studieren – gemeinsam ein paar Tage in einer Schwarzwaldhütte in Faulenfürst, um an Liedern zu basteln.

„Die Musik verbindet uns alle und hat uns auch zu Freunden gemacht“, sagt Rapper Niklas „Coyote“ Czeranski. „Acht Jungs, eine Leidenschaft / Haben uns das alles selbst beigebracht“, heißt es im Titelstück des neuen Albums.

Zunächst als zwei Vierergruppen aktiv, lernten sie sich in der Rockwerkstatt, einem kleinen Proberaum für junge Freiburger Musiker, kennen und schlossen sich vor inzwischen fast zehn Jahren zusammen.  2008 machten sie mit „Platz an der Sonne“, einem Sommer-Song für und über Freiburg, auf sich aufmerksam. Das dazugehörige Video wird heute Erstsemestern zur Einführung vorgespielt.

Auch für das aktuelle Album haben sie zu „Hartz VIII“ ein Video gedreht. In dem Song bewerben sie sich ironisch als überqualifizierte Kandidaten etwa für den Job des Kanzlers oder der Stelle als Papst. Viel funktioniert bei Gonzales La Familia über die Schiene der Ironie. Auf „Moviestar“ schlüpft die Band in die Rolle eines Filmhelden und verwurstet allerlei Filmzitate. Der Sound ist dabei stets poppig angelegt.

In der Freiburger HipHop-Szene sieht sich die Band nicht wirklich verortet und hat ihr mit „Schattenseiten“ einen kritischen Song gewidmet: „Ich schäm mich für die ganzen Deppen, die in unserem schönen Freiburg gern ein Ghetto hätten“, heißt es darin. Freiburg von seiner schönen Seite wird in „Aftershow“ thematisiert, einem Trip durchs städtische Nachtleben. Morgen steuern Gonzales La Familia das Ihre dazu bei.

Gonzales la Familia - Hartz VIII

Quelle: YouTube [youtube sE0ACk3O9Ok nolink]

Mehr dazu:

Was: Gonzales La Familia - Record Release Party (Support: Lingulistig; Aftershow-Party mit Aftershow: DJs Caliman & Beatknecht
Wann: Freitag, 15. Juli 2011, 20 Uhr
Wo: Waldsee, Freiburg
Eintritt: 5 Euro