Golf: Eine Schnupperstunde fürs Handicap

Lorenz Bockisch

Driving, Tee, Holz und Putting sind keineswegs Lebensmittel – sondern wichtige Begriffe beim Golfspiel. Das und noch mehr hat unser Mitarbeiter Lorenz bei einer Proberunde Golf gelernt. Hier der Testbericht eines mittel-begabten Golfanfängers ohne erwähnenswertes Handicap.



Ein sonniger Morgen auf dem Rasen des Freiburger Golfclubs Kirchzarten empfängt mich ebenso freundlich wie schon zuvor der Golflehrer Frank Göbel. Doch vor dem ersten Schlag führt mich letzterer zuerst über den vorderen Teil des Golfplatzes, zeigt mir das Clubhaus und die Driving Range und erzählt von Birdies, Fairways und 3er Eisen.


Den Weg von der Theorie zur Praxis gehen wir in kleinen Schritten, einen nach dem anderen. Als wir auf der Driving Range stehen, dem Übungsplatz für die langen Schläge, erklärt mir Profi Göbel: "Das Wichtigste ist die Haltung." Dazu gehört zum einen die Haltung des Körpers, zum anderen das Halten des Schlägers. Beides sieht einfach aus, doch als ich erst einmal richtig dastehe, spüre ich die Anspannung in Muskelgruppen, die ich sonst anscheinend eher selten nutze.



Der erste Schlag gelingt sofort – was hauptsächlich daran liegt, dass noch kein Ball daliegt. Den bekommt das 7er Eisen in meiner Hand jetzt auf einem kleinen Hölzchen namens Tee vorgesetzt.

Die Hände neu um den Griff des Schlägers sortiert, Hintern raus, Knie locker, Rücken gerade, ruhig durchschwingen und – getroffen! Nur: Als Frank Göbel das vorgemacht hatte, flog der Ball deutlich weiter. Und: Er flog, und kullerte nicht nur.

Löcher im Rasen und in der Luft
Die nächsten Versuche gelingen schon besser. Ich verursache recht wenige Luftlöcher, dafür ist sogar ein Schlag über 150 Meter dabei. Das ändert sich sofort in der nächsten Schwierigkeitsstufe, als der Ball vom Tee eine Etage tiefer auf den Rasen kommt. Jetzt schlage ich abwechselnd Löcher in den Rasen und in die Luft.

Ich merke hier, wie kompliziert es ist, den schwingenden Schläger wieder genau an die Stelle vor dem Ball zu bringen wie beim Zielen – der Golfer nennt das "Ansprechen". Mein Lehrer sieht ruhig zu und gibt immer wieder Tipps: "Knie beugen" ist einer der häufigsten Hinweise.

Der Korb mit den Bällen leert sich langsam in alle Richtungen, vor allem nach rechts und knapp vor mich. Ich darf nun auch mal mit anderen Schlägern mein Glück versuchen. Das "Holz", ein langer Schläger mit dickem Kopf, der zum Abschlagen benutzt wird und eigentlich aus hohlem Titan besteht, gefällt mir besonders. Mit der vergleichsweise großen Trefferfläche und dem wieder "aufgeteeten" Ball gelingt ein letzter, sehr weiter Schlag.



Bei Profigolfern, erklärt Frank Göbel, zeigen sich die Unterschiede nicht bei den langen Schlägen, sondern beim sogenannten Putten, den letzten kurzen Schubsern, mit denen der Ball ins Loch befördert wird. "Driving for the show, putting for the money", fasst er die Maxime der "Pros" zusammen – die langen Schläge sind schön für das Publikum, aber auf den letzten Metern wird das Geld verdient.

Am Ende der Schnupperstunde entscheidet Göbel das kleine Putting-Turnier an den Übungslöchern klar für sich, ich benötige am besten Loch immerhin nur doppelt so viele Schläge wie er. Zum Glück ging es hier ausnahmsweise nur um die Show, nicht um Geld.



Bis man allein auf dem Golfplatz spielen darf, also die Platzreife erreicht, braucht ein durchschnittlicher Golfanfänger zehn bis zwölf Trainerstunden und noch mehr selbstständiges Üben. "Wer schon einmal Hockey oder Eishockey gespielt hat, schafft das aber auch schneller", weist Göbel auf Sportarten hin, bei denen ähnlich geschlagen wird.

Bei mir vermittelt Golflehrer Frank Göbel allerdings nicht den Eindruck, als hätte er ein Ausnahmetalent entdeckt.

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