Interview

Giuliana Farfalla zum Ausstieg beim Dschungelcamp: "Ich war noch nicht soweit"

Patrik Müller

Giuliana Farfalla aus Herbolzheim ist unerwartet aus dem Dschungelcamp von RTL ausgestiegen. Der BZ erklärt sie noch aus Australien den Grund für ihr Aus.

Der Anruf aus Australien kommt überraschend. Am Apparat: die Pressekoordinatorin von RTL. Giuliana Farfalla, teilt sie mit, stehe jetzt für das Interview bereit. Die Herbolzheimerin war am Vorabend aus der Sendung "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" ausgestiegen. Die Belastung sei zu groß, erklärt Farfalla, die vor 21 Jahren als Pascal Radermacher geboren wurde und sich im Alter von 16 Jahren einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog. Patrik Müller durfte fünf Minuten lang Fragen stellen.




BZ: Wie schwer fiel die Entscheidung, das Dschungelcamp zu verlassen?

Farfalla: Es war eine schleichende Entwicklung. Ich habe mehrere Tage darüber nachgedacht – und bin jetzt glücklich, dass ich ausgestiegen bin. Es war eine bewusste Entscheidung. Ich habe im Camp viel nachgedacht, das hat mich in meine Vergangenheit zurückgeworfen. Und ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, ob ich das alles schaffe. Am letzten Tag habe ich dann gemerkt: Giuliana, du bist noch nicht so weit, du bist noch nicht so stark. Ich wollte von Anfang an ehrlich sein. Ich bin rein mit der Einstellung: Ich bin, wie ich bin. Die Zuschauer sollen eine echte Giuliana zu sehen bekommen. Eine, die nicht perfekt ist, die nicht vorgibt, etwas zu sein, das sie nicht ist.

"Das hat mich in meine Vergangenheit zurückgeworfen." Giuliana Farfalla
BZ: Ihre Camp-Mitbewohner haben viele Fragen zu Ihrer Vergangenheit gestellt, auch intime. Hat Sie das genervt?

Farfalla: Das waren ganz normale Fragen, die haben mich überhaupt nicht berührt. Ich hätte wahrscheinlich die gleichen Fragen. Das Thema ist recht neu, die Leute wollen das wissen – und ich habe kein Problem, offen darüber zu reden.

BZ: Denken Sie, Ihr Auftritt im Dschungelcamp hat für andere Transgender etwas Positives bewirkt?

Farfalla: Dazu möchte ich klar sagen: Es ging mir nicht nur darum, ein Zeichen für Transgenderleute zu setzen, sondern allgemein für alle Menschen – ob sie trans sind, schwul, lesbisch und so weiter. Alle Menschen sind gleich, keiner ist weniger Wert als ein anderer, auch wenn er nicht mit dem Strom schwimmt.

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