RTL-Show

Giuliana Farfalla verlässt überraschend das Dschungelcamp

Patrik Müller

Giuliana Farfalla ist überraschend aus der RTL-Sendung "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" ausgestiegen. Die 21-jährige Herbolzheimerin hat das "Dschungelcamp" verlassen.

"Ich habe sieben wundervolle Tage mit euch verbringen dürfen, aber jetzt ist es vorbei", sagte sie zu den elf anderen Kandidaten. "Ich habe hier viel Zeit, nachzudenken. Das schmeißt mich in die Vergangenheit zurück. Ich habe da nicht so tolle Sachen erlebt."


Giuliana Farfalla wurde als Pascal Radermacher geboren, im Alter von 16 Jahren unterzog sie sich einer geschlechtsangleichenden Operation. In der Auftaktsendung hatte sie von Mobbingerlebnissen in der Schule berichtet, in den folgenden Tagen musste sie immer wieder Fragen ihrer Mitkandidaten zu ihrer Vergangenheit beantworten.



Kurz vor ihrem Ausstieg war es zu Spannungen im Camp gekommen - die Macher der Show hatten die Raucher unter den Teilnehmern auf Entzug gesetzt.



"Sie war die kleine Große", erklärte später ihre Camp-Mitbewohnerin, Schlagersängerin Tina York. "Ich habe nicht geahnt, dass sie so traurig ist." "Ich habe viel gelernt", sagte Farfalla nach ihrem Ausstieg.

Die ersten Tage im Camp

Die ersten Tage hat Farfalla es ganz gut erwischt. Sie muss keinen Schweineanus essen und keine Hühnerfüße, sie muss kein Kuhurin trinken und keine pürierten Kakerlaken. Niemand überschüttet sie mit Schlangen, keine Spinne läuft über ihren Mund, keine Mehlwürmer kitzeln sie in den Ohren. Die Herbolzheimerin, könnte man sagen, hat ihre ersten fünf Tage Dschungelcamp ganz gut überstanden.

Eigentlich. Wenn da nicht der Bungeesprung in die Dunkelheit gewesen wäre, die kurze Nacht in der rattenverseuchten Höhle, die langen Tage im kameraverseuchten Dschungelcamp, die Diät aus Reis und Bohnen oder der Bottich mit stinkenden Fischabfällen, in den sie am ersten Tag steigen muss. Das Leben im Dschungelcamp hat seine Härten.

Die anderen Kandidaten stellen viele Fragen

Die 21-jährige wurde Anfang 2017 durch ihre Teilnahme an der Castingshow "Germany’s Next Topmodel" bekannt. Sie landete auf Platz elf. Ein knappes Jahr später war sie auf dem Titel der deutschen Playboy-Ausgabe zu sehen – als erste Frau, in deren Geburtsurkunde noch ein anderes Geschlecht stand. "Wird dann quasi alles umgeformt aus, äh, aus dem...?", will Mitkandidat David Friedrich am dritten Tag von ihr wissen, Ex-Gewinner der Kuppelshow "Die Bachelorette".

"Ich will mit dir auch nichts anfangen." Giuliana Farfalla
Giuliana Farfalla, die mal Pascal Radermacher hieß, redet offen, erzählt von ihrer Operation, beantwortet Fragen: Ja, sie stehe auf Männer. Nein, sie könne nicht schwanger werden. Später fragt Friedrich, ob sie einem Mann beim ersten Date ihre Geschichte erzählen würde. Würde sie nicht, sagt sie. Friedrich schüttelt den Kopf. "Generell ist es ja nichts Schlimmes. Aber besser ist direkt, offen und ehrlich damit umgehen, dann kann man sich darauf einstellen", sagt er. Für ihn wäre das nichts: "Du bist cool, aber Beziehung ist ja was anderes", sagt er. "Ich will mit dir auch nichts anfangen", antwortet Farfalla.

Kandidaten, die über Sex reden, erzielen bessere Quoten

Die 21-jährige Farfalla schweigt viel. Vor allem, wenn sie nicht gefragt wird. Sie ist eine der ruhigeren Teilnehmerinnen. Nur selten zeigt die Regie, wie sie sich in Diskussionen einschaltet: Als ein Gespräch über Brüste aufkommt, sagt das Playboy-Covergirl kurz und knapp: "Ich will, dass mir der Mann ins Gesicht schaut und nicht auf die Brüste."

Das Leben im Dschungelcamp hat seine eigenen Regeln: Kandidaten, die über Sex reden, erzielen bessere Quoten als Darsteller, die auf den Boden gucken. Die Regie weiß das. Die Kandidaten auch.

Am Mittwochabend hat Giuliana Farfalla das Camp verlassen.

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