Gina Été gewinnt den Band-Wettbewerb "Rampe" im Jazzhaus

Bernhard Amelung

Fünf Bands, fast vier Stunden Musik: Am Donnerstagabend fand der Bandwettbewerb "Rampe" im Jazzhaus statt. Gewonnen hat ihn die Schweizerin und Wahl-Kölnerin Gina Été mit einer Mischung aus Jazz, Pop und elektronischer Musik.

Sie schreibt Songs auf Deutsch, Französisch, Englisch und Schwyzerdütsch. Ihre Stimme erinnert ein wenig an Kate Nash und Björk. Weich und zugleich herb. "Poetic Post Pop" nennt Gina Été, eigentlich Gina Corti, ihre Musik, in der verschiedene Stilrichtungen aufeinander treffen. Jazz, Pop, Elektronisches, mit melancholischer Färbung.


Mit dieser Mischung konnte die 24-Jährige Schweizerin, die seit kurzer Zeit in Köln lebt, die vierköpfige Jury überzeugen und den Freiburger Band-Wettbewerb für sich und die Mitglieder ihrer Band, Jeremie Revel (Gesang, Gitarre), Philip Klawitter (Bass), Noé Franklé (Drums), entscheiden. Sie bekam Bestnoten für die musikalische und textliche Qualität ihrer Lieder, Spieltechnik und -weise sowie ihre Bühnenpräsenz.



Auf den zweiten Platz spielte sich die Band A’tole. Das Freiburger Septett hat sich nach einem mexikanischen Heißgetränk aus Mais benannt, das in vielen Geschmacksrichtungen und Farben serviert wird. Ebenso reich an Klangfarben und vielseitig in der Rhythmik klingen ihre Songs aus perkussiv-rockigem, beständig nach vorne treibenden Ska, den die sieben Musikerinnen und Musiker um lateinamerikanische Einflüsse, vornehmlich Cumbia und Salsa, erweiterten. Damit hatten sie leichtes Spiel, vor allem das Publikum von ihrem Können zu überzeugen.

Den dritten Platz holten sich der Singer-Songwriter Tommy Haug und seine Band mit Philipp Häusler am Bass, Johannes Federle an der Gitarre und Schlagzeuger Stephan Dötterer. Im Herbst 2017 veröffentlichte der 24-Jährige aus dem Landkreis Sigmaringen sein Debütalbum "Hope", das er auszugsweise vorstellte.

Außerdem dabei waren Niklas Bastian und Limbic Fire. Letztgenannte lieferten einen Sound zwischen Rock mit harten Gitarrenriffs und melodiösem Power-Pop. Eine Musik, wie man sie auch im Soundtrack leichthumoriger Teenager-Komödien antrifft. Kam beim Publikum allerdings gut an. Dass vor allem Limbic System keinen Platz auf dem Podest erreicht hatten, sorgte vor allem bei ihren Fans für lange Gesichter.

Mit dem Erfolg beim "Rampe"-Wettbewerb hat sich Gina Été neben 600 Euro Preisgeld, Auftritten in der Region, zum Beispiel im Rahmen des Zelt-Musik-Festivals, auch Studiozeit mit Zeus B. Held gesichert. Der Freiburger Produzent und Musiker hat sich vor allem in den 1970er und 1980er Jahren mit der Krautrock-Band Birth Control einen Namen gemacht. Ein weiteres seiner zahlreichen Projekte trägt den Titel Gina X Performance. Möglicherweise kommt mit Gina Été nun zusammen, was zusammen gehört.