Giftige Dämpfe in einem Hochhaus in Betzenhausen

Markus Hofmann

War es ein törichter Lausbubenscherz? In einem Fahrstuhl in einem Mehrfamilienhaus in der Sundgauallee 49 haben Unbekannte heute Abend giftige Dämpfe freigesetzt. Die Freiburger Feuerwehr vermutet, dass es sich um eine Säure handelt. Zwei Personen mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Um 21.55 Uhr stehen vier Einsatzwagen der Freiburger Feuerwehr vor dem Haus mit der Nummer 49. Die Polizei hat den Eingangsbereich des Hauses weiträumig gesperrt. Einige Dutzend Schaulustige beobachten die Szenerie. Die Gäste eines benachbarten Cafés mussten ihre Freiluftplätze eine halbe Stunde zuvor räumen - aus Sicherheitsgründen.


Die 32-jährige Olga K. wohnt im Erdgeschoss des Hauses. Sie war eine der ersten, die mit den giftigen Dämpfen konfrontiert wurden, als sie gemeinsam mit ihrem Freund in der Tiefgarage den Fahrstuhl betreten wollte: "Plötzlich konnte ich nicht mehr atmen. So etwas habe ich noch nie erlebt." Ihr Freund Hisam M., der früher Feuerwehrmann war, hat einen gelben Fleck rechts neben der Schalttafel des Aufzugs gesehen: "Mich hat das spontan an Salzsäure erinnert."

Polizei und Feuerwehr haben zur Stunde keine Hinweise darüber, welche giftige Substanz tatsächlich bei mehren Menschen in den Hochhaus Atemnot ausgelöst hat. Thomas Gremmelspacher, stellvertretender Fachabteilungsführer (Abteilung II) der Freiburger Berufsfeuerwehr, sagt: "Es war eine reizende, bislang unbekannte Substanz. Vermutlich eine Säure". Um die Substanz genau spezifizieren zu können, hat die Feuerwehr Messungen vorgenommen -  das Ergebnis der Analyse liegt fudder noch nicht vor.

Der Aufzug wurde still gelegt, evakuiert wurden die Bewohner des Hauses jedoch nicht. "Wir haben die Substanz gebunden und das Problem in den Griff bekommen", sagt Gremmelspacher. Gleichwohl: Zwei Personen - darunter ein Polizist - mussten mit (vermutlich leichten) Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Wer steckt hinter diesem seltsamen Vorfall? Bewohner des Hauses gehen von einem dummen Kinderstreich aus. Die Polizei hat zur Stunde keinen Hinweis auf den oder die Täter sowie auf ein mögliches Motiv. Die Sundgaualle war von etwa 21.15 Uhr mehr als eine Stunde auf Höhe der VAG-Haltestelle Betzenhauser Torplatz in Fahrtrichtung Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt.