Gib mir mehr Style!

Lilli Staiger

Viele Frauen kennen das Problem: man steht daheim vorm Spiegel oder vorm Kleiderschrank und weiß einfach nichts mit sich anzufangen. Der Kleiderschrank ist voll, aber nichts Sinnvolles ist drin, was gleichzeitig die Figur betont und die Problemzonen kaschiert, die Haare sind langweilig und für ein gutes Make-Up fehlt einem einfach das richtige Händchen. Genau für dieses Problem bot die Tanzschule Gutmann gestern eine Lösung an: den Styling-Workshop "Reine Typsache". Ich habe den Kurs besucht und geschaut, was man dort so alles lernen konnte:



  Um zehn Uhr morgens stehen drei Mädels, wohl bemerkt aus Singen am Bodensee angereist, am Friedrichsbau bereit und freuen sich darauf, mit dem Stylingprogramm loszulegen. Im Gepäck haben sie jede Menge Klamotten, Schuhe und Accessoires aus ihren Kleiderschränken, für die sie sinnvollere Verwendung suchen als das bisher nutzlose Verweilen in den selbigen.


Die Leiterin des Workshops ist Tanja Bertsch, Schauspielerin und Verwandlungskünstlerin, auch bekannt unter dem Namen Petty Oh! Bee.

Die drei Teilnehmerinnen Rebecca, Nadine und Andrea (18 bzw. 19 Jahre alt) sind Freundinnen und erhoffen sich von dem Kurs, hinterher mehr aus ihrem Typ machen zu können und sich in Sachen Styling auch mal mehr zu trauen, da sie zwar alle über abwechslungsreiche Garderoben verfügen, aber diese nicht in vielseitige Outfits umzusetzen wissen. Außerdem hätten sie gern Tipps dazu, wie sie ihre Haare frisieren können und möchten erfahren, welches Make-Up zu ihnen passt. Sie sind recht homogen gekleidet in Jeans, schlichtem Top bzw. T-Shirt und weißen Sneakers, sie tragen kaum Make-Up und haben die Haare offen.

In einem großen Saal der Tanzschule Gutmann geht es dann los mit der Typfindung. Dabei tragen wir gold- und silberfarbenen Lidschatten auf den Unterarm auf, um zu schauen was besser mit der Haut harmoniert, daraus kann man dann feststellen ob man ein warmer oder kalter Typ ist, was aussagt, welche Farben zu einem passen.  

Die nächste Aufgabe ist, sich selbst auf einem Plakat zu skizzieren und zu kennzeichnen, was einem an sich gefällt, was nicht und wie man sich selbst beschreiben würde. Hinterher haben wir uns aus unterschiedlichen Zeitschriften und Katalogen Bilder von Outfits und Stylings ausgesucht, die uns gefallen und haben sie mit aufs Plakat geklebt, wobei die Ergebnisse sehr amüsant sind. Danach werden die Ergebnisse ausführlich besprochen und von Tanja, der Leiterin, beurteilt.   Eifrig versucht sie auch den Mädels ihre Figurprobleme auszureden und ihnen mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln, indem sie typgerechte Ratschläge gibt und kleine Tipps und Tricks verrät, z.B. dass man mit einer Hochsteckfrisur ein Doppelkinn fast wegzaubern kann oder durch aufrechte Haltung die Oberweite mehr zur Geltung bringt.

Danach gehts auch schon los mit der Praxis: Die Mädels packen ihre Koffer aus, stellen ihre mitgebrachten Kleidungsstücke vor und erzählen, inwiefern sie nichts mit ihnen anzufangen wissen oder sich nicht trauen sie zu tragen. Die Klamotten werden nach Tanjas Anweisung nach Brauchbarkeit sortiert bzw. zu absoluten No-Gos erklärt. Teilweise ist es für Rebecca, Nadine und Andrea natürlich schwer zu hören, dass der Lieblingspulli oder die Lieblingshose einem gar nicht steht oder als modisches Verbrechen bezeichnet werden kann, aber dafür lernen sie viele andere Sachen neu zu kombinieren. In ein kleines Büchlein, das sie von Tanja geschenkt bekommen, tragen sie alle Variationsmöglichkeiten ein, damit sie sie zu Hause auch gezielt umsetzen können.

Nach der Mittagspause stellt Tanja gemeinsam mit Rebecca, Nadine und Andrea für jede von ihnen die zwei besten Outfits für den neuen Look zusammen. Insbesondere empfielt sie ihnen möglichst viele Accessoires wie Schals, Ketten, Ohrringe und Gürtel zu tragen, damit es nie langweilig aussieht. Nach einiger Zeit haben alle Mädchen ihr Lieblingsoutfit gefunden und sind völlig überrascht von den neuen Kombinationsmöglichkeiten, die ihnen jetzt mit ihren eigenen Sachen geboten werden.

Ein großer Schritt ist jetzt schon geschafft: Das Klamottenproblem ist gelöst. Nun fehlen noch Frisur und Make-Up, um das neue Styling zu perfektionieren. Dabei hat jede ein anderes Problem mit ihren Haaren. Nadine findet ihre Haare zu dünn und zu langweilig, Andreas kinnlanges Haar steht in alle Richtungen ab und sie weiss sich gar nicht zu helfen und Rebecca hätte gern ein paar Tipps um ihre langen Haare peppiger wirken zu lassen. Tanja hat natürlich für alles eine Lösung parat: Nadines Haare toupiert sie auf, um ihnen mehr Volumen zu verleihen und fixiert sie mit Haarspray, ein braunes Paillettenhaarband macht den Look frecher. Andrea wirkt durch die elegante Hochsteckfrisur gleich viel weiblicher und Rebeccas Gesicht bekommt durch die Tolle und die zurückgekämmten Haare viel mehr Ausdruck als zuvor.

Nun fehlt nur noch der letzte Schliff: das Make-Up.

Tanja macht den Mädels jeweils an einem Lid vor, wie sie es am besten schminken, danach probieren sie es selbst aus. Für die so genannte Banane wird das Lid erst hell geschminkt und hinterher dunkel schattiert, mit Wimperntusche wirkt das Ganze noch dramatischer. Zum Schluss dürfen Puder, Rouge und Lipgloss für das perfekte Abend-Make-Up nicht fehlen.

Nun ist der Workshop nach zwei Überstunden fast zu Ende, es fehlen nur noch die "Nachher-Fotos". Die drei Schülerinnen sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sie fühlen sich wie verwandelt und freuen sich schon darauf, sich in Zukunft selbst so zu stylen. Auch Tanja, die Leiterin, findet, dass sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann und ist sogar nach neun Stunden Workshop noch gut gelaunt:"Es macht mir einfach unglaublich viel Spaß." Ja, Spaß hat es den Teilnehmerinnen auch gemacht und ich fand es auch ganz interessant, auch wenn ich mich leider nicht eines neuen Looks erfreuen kann.



Andrea: Ich gefalle mir jetzt viel besser, ich finds echt toll. Ich hätte nie gedacht, dass man aus meinen Haaren so viel machen kann, das neue Outfit find ich auch supergeil.



Nadine: Jetzt find ich meinen Look echt nicht mehr langweilig und ich finde, dass alles total gut zu mir passt. Ich hab viel dazugelernt und bin voll froh, dass wir herkommen sind.

 

    Rebecca: Wow, ich seh ganz anders aus und finds wirklich super. In Zukunft werd ich mich öfter so schminken, das sieht so gut aus und ist überhaupt nicht schwer nachzumachen. Ich kann den Kurs nur weiterempfehlen.

Mehr Infos:

Das Programm der "Sommer-Akademie" für Schüler und Jugendliche bietet im August und September zahlreiche Workshops an, bei denen die Teilnehmer unter anderem ein Tanz-, Gesangs-, Theater-, Flirt oder Stylingtraining absolvieren können. Die Kosten eines Workshops betragen ca. 50-60 Euro und beinhalten einen bis zu acht Stunden langen Kurs, ein Zertifikat, sowie Getränke und Snacks.