Gewalttaten gegen Schwule in der Silvesternacht

Daniel Laufer

Erst wurde ein homosexuelles Ehepaar in und vor einer Bar verprügelt, dann folgte ein weiterer Vorfall am Bertoldsbrunnen:



In der Silvesternacht kam es in Freiburg zu mehreren Gewalttaten mit mutmaßlich homophobem Hintergrund. Ein schwules Ehepaar hatte den Abend in der Bartasia an der Kaiser-Joseph-Straße verbracht. Als es diese um kurz vor 2 Uhr verlassen wollte, brach an der Garderobe ein Streit aus.


Ein Fremder habe einen der beiden grundlos angeschrien, ihn als „Schwuchtel“ beschimpft und ihm ins Gesicht geschlagen. Das berichtet ein Zeuge, der mit den beiden Silvester gefeiert hat. Es kam zu einer Schlägerei, an der neben dem Ehepaar noch weitere Männer beteiligt waren – unter ihnen angeblich auch ein Türsteher.

„Er hat sie getrennt“, sagt der Geschäftsführer der Bar, der namentlich nicht genannt werden will – und bei dem Vorfall selbst auch gar nicht dabei gewesen sei. Einer der Kunden habe an der Garderobe gedrängelt – das habe die Auseinandersetzung ausgelöst. Der Zeuge widerspricht.



Unter Gegenwehr landete das Ehepaar schließlich auf der Straße. Auf Fotos, die der Zeuge mit seinem Smartphone gemacht hat, ist zu sehen, wie die beiden sich gegen mehrere Männer verteidigen. Wer sie sind, ist unklar. „Außer dem Türsteher kenne ich keinen auf dem Bild“, so der Bartasia-Geschäftsführer.

Einer der Eheleute liegt zeitweise auf dem Boden, Andere sind über ihn gebeugt. Sie hätten ihn geschlagen und getreten, gegen den Kopf. Er erleidet eine Platzwunde. Auch sein Partner wird im Gesicht verletzt – er liege nun im Krankenhaus und müsse operiert werden. Das Ehepaar hat Anzeige gestellt, die Polizei ermittelt.

Weiterer Vorfall am Bertoldsbrunnen

Nur wenige hundert Meter entfernt war dann um 7.30 Uhr die Freiburger Dragqueen Betty BBQ auf dem Heimweg. Ein unbekannter Mann ging sie am Bertoldsbrunnen an. „Scheiß schwule Transe, ich box’ dich weg“, soll der gerufen und einem ihrer Begleiter ins Gesicht geschlagen haben, als dieser sie schützen wollte.

Weitere Anzeigen waren die Folge – wegen Körperverletzung und Beleidigung auf sexueller Grundlage.

Nach den Vorfällen in der Silvesternacht ist für Freitagabend nun eine Demo gegen Schwulenfeindlichkeit geplant. Sie beginnt um 18 Uhr am Stadttheater.

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[Fotos: privat/ZVG]