Fahndung

Getötete Studentin: Polizei befragt nachts Passanten und Radfahrer an der Dreisam in Freiburg

Frank Zimmermann

Die Sonderkommission Dreisam arbeitet weiter auf Hochtouren an der Aufklärung der Tötung einer Studentin: Ermittler befragten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Passanten und Radfahrer an der Stelle, an der die Leiche gefunden wurde.

Von Dienstagabend, 23 Uhr, bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Mittwoch, 5 Uhr, haben Ermittler der Sonderkommission am Fundort der Leiche nördlich des Schwarzwaldstadions an der Dreisam Passanten und Fahrradfahrer kontrolliert und Flyer verteilt (Flyer als pdf-Datei zum Ausdrucken). Der entscheidende Hinweis ging hierdurch bislang nicht ein, so die Polizei in einer Pressemitteilung.


Bei der 40-köpfigen Sonderkommission gingen darüber hinaus bislang über 60 Hinweise ein, über hundert Spuren wurden angelegt und werden bearbeitet. Zu jeder dieser Spuren – gemeint sind hier die verschiedenen Fährten, denen die Polizei folgt – werden Zeugen befragt – Angestellte, Thekenpersonal, Türsteher und Freundinnen und Freunde. Aufwändig wird die Befragung der Gäste der Fachschaftsparty "Big Medi Night", auf der Hunderte von Besuchern waren. Das Landeskriminalamt in Stuttgart wertet derweil die sichergestellten Spuren aus, dies nehme sicherlich einige Tage in Anspruch, sagt Polizeisprecherin Laura Riske.

Ermittlungen wegen Mordes

Derweil bestätigte Freiburgs Oberstaatsanwalt Michael Mächtel der BZ, dass die Staatsanwaltschaft in diesem Fall wegen Mordes ermittelt. Nach wie vor ist unklar, was konkret in der Nacht von Samstag auf Sonntag – zwischen 2.40 Uhr und 8.20 Uhr am Sonntagmorgen, als eine Joggerin die Leiche fand – geschehen ist. Auch der Todeszeitpunkt ist laut Polizei auch nach der rechtsmedizinischen Untersuchung weiter unklar.

Fest steht, dass die 19 Jahre alte Medizinstudentin um 2.40 Uhr die "Big Medi Night" verlassen hat, um mit dem Rad nach Hause in den Osten Freiburgs zu fahren. Die Polizei geht davon aus, dass der Fundort auch der Tatort ist.

Herrenloses Fahrrad gefunden

Die Ermittler fanden etwas weiter stadtauswärts ein herrenloses Fahrrad, das mitten auf dem Dreisamuferradweg stand und bislang niemandem zugeordnet werden konnte. "Niemand hat es abgeholt", sagt Polizeisprecherin Laura Riske. Dies müsse aber nicht bedeuten, dass das Rad etwas mit dem Verbrechen zu tun hat.

Es handelt sich um ein lila Damen-Trekkingbike der Marke Schauff:
  • 28 Zoll
  • Shimano Exage 500 CX 21 Gang
  • Gabel mintgrün, Gepäckträger schwarz, Schutzblech schwarz, Flaschenhalter in schwarzem Kunststoff
  • Doppelständer, an der Nabe hinten links ist eine Kupplung für einen Anhänger
  • Akkurücklicht am Sattelrohr
  • Sattel ebenfalls aus schwarzem Kunststoff
Das weiße Rad der Getöteten lag derweil im Ufergebüsch.
Die Ermittler haben folgende Fragen:

  • Wer kann sachdienliche Angaben zur Herkunft oder zu einem möglichen Eigentümer des Fahrrades machen?
  • Wem sind an ihm bekannten Personen im Nachgang zur Tat ungewöhnliche Kratzer aufgefallen?
  • Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise an die Kriminalpolizei unter Tel. 0761-882 5777.

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