Fall Maria L.

Getötete Studentin: Ermittler vergleichen Täter-DNA mit Daten aus dem Ausland

dpa & phis

Die Ermittler des Falls der in Freiburg getöteten Studentin Maria L. lassen die DNA des mutmaßlichen Täters nun auch mit Datenbanken in Frankreich und der Schweiz vergleichen. Warum dies erst jetzt geschieht, ist bisher unklar.

Im Fall der getöteten 19 Jahre alten Studentin Maria L. in Freiburg warten die Ermittler auf Ergebnisse eines DNA-Abgleichs mit Material aus Datenbanken in Frankreich und der Schweiz. Wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Freiburg gegenüber der Deutschen Presseagentur sagte, hoffen die Ermittler auf einen Treffer in einer der Gen-Datenbanken der Nachbarländer, da bislang keine Übereinstimmung in einer deutschen Datenbank gefunden werden konnte. (Alle BZ-Texte zum Mordfall Maria L.)


Warum die Daten erst jetzt mit den Nachbarländern abgeglichen werden, konnte am Samstag nicht geklärt werden; die Polizei konnte dazu auf BZ-Nachfrage keine Auskunft geben.

Die DNA des mutmaßlichen Täters war zehn Tage nach dem Tod der Studentin am 16. Oktober bereits mit jener DNA abgeglichen worden, die 2015 nach einer brutalen Vergewaltigung einer jungen Frau in Emmen bei Luzern sichergestellt worden war. Weil sich die Fälle ähnelten, wollten die Ermittler schnell Klarheit haben, ob es sich um den selben Täter handelt. Der Abgleich war negativ. Die Schweizer Polizei hat den Täter bisher nicht gefunden. Erst am 4. November gab die Freiburger Polizei bekannt, dass der DNA-Abgleich mit der deutschen Datenbank ebenfalls keinen Treffer erbracht habe. (Hintergrund: Serienmörder oder zwei Täter? Nur die DNA bringt Klarheit)

Sonderkommissionen ermitteln in alle Richtungen

Am Freitag hatte ein Suchhund der Polizei eine Fährte aufgenommen und die Ermittler in einen Hörsaal der Universität geführt. Die Polizei nahm die Personalien der mehr als 100 Studenten auf, die dort am Freitag eine Vorlesung besuchten. Fast alle etwa 100 männlichen Studenten erklärten sich demnach zu einer freiwilligen DNA-Erhebung bereit. Die Polizei wertet diese Daten nun aus.

Nach wie vor ist offen, ob der Fall der getöteten Studentin mit dem Fall einer ermordeten Joggerin in Endingen zusammenhängt. "Die Sonderkommissionen ermitteln in alle Richtungen", wiederholte ein Sprecher der Freiburger Polizei am Samstag. In Endingen war Anfang November die 27 Jahre alte Carolin G. von einem Unbekannten vergewaltigt und ermordet worden.

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