Geschmackssache: Das Rap-Album "Ignorant Basterds" von Jan-T und Mic-O

Manuel Lorenz

Jan-T und Mic-O aus der Elztäler Proll-Rap-Crew Rieseneinlauf Entertainment haben ihr neues Streetalbum "Ignorant Basterds" veröffentlicht. Darauf wird gepenist, gefickt und gearschlocht bis zum Geht-nicht-mehr. Wir finden: ein Liebeslied zwischendrinnen hätte dem Machwerk ganz gut getan.



"Das Album ist definitiv Geschmackssache", sagt Benjamin von Rieseneinlauf Entertainment. "Und wie der Titel vermuten lässt, ist Ignoranz Programm." Alles andere hätte uns ehrlich gesagt enttäuscht. Denn seit fudder-Autor Marius Notter im Juni in Gufi einen Nachmittag mit den Rieseneinlauf-Entertainmentern verbracht hat, sind wir über die Proll-Rap-Crew aus dem Elztal im Bilde.


Im Videoclip zu "Das Gegenteil" hängen Jan-T und Mic-O auf einer besprühten Halfpipe ab, trinken Heineken, lassen eine Selbstgedrehte kreisen und kippen Jägi. Sie präsentieren einen ausgefeilten Katalog von Kraftausdrücken, gefallen sich darin, Wörter wie "Arschkind", "Biatch" und "Fotzenknecht" in den Mund zu nehmen. Selbstironisch behaupten sie, sie seien sowohl "das Gegenteil von Style" als auch "das Gegenteil von Geil". Am Ende werden Kräuter auf ein Zigarettenpapier verteilt.  

Jan-T & Mic-O - das Gegenteil

Quelle: YouTube


Die Titel des neuen Streetalbums lassen erahnen, dass es dort genau so weitergeht: "My Style", "Nobodies", "Autogramm auf die Titten". Zwischendurch wünscht man sich ein Liebeslied oder wenigstens was Sozialkritisches. Aber wo immer man reinzappt, wird gepenist, gefickt, gearschlocht.

Das ist zeitweise unterhaltsam, die Beats (von Mic-O) sind tight und Jan-T und Mic-O verstecken hinter ihrem Proll-Gehabe tatsächliche Rap-Skills. Irgendwann setzt aber dieselbe Taubheit ein, die einen ereilt, wenn man sich abwechselnd gegenseitig volle Pulle auf die Handflächen klatscht. Gewollt? Vielleicht.


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