Geschmackspolizei Freiburg: Im Dienste des guten Geschmacks

Carolin Buchheim

Bereits seit mehr als sieben Jahren sorgt die Geschmackspolizei Freiburg für Sicherheit und Ordnung in musikalischen Geschmacksfragen. Morgen Abend findet in der Mensa-Bar ein Informationsabend statt, bei dem auch gerne eigene und fremde Geschmacksstraftaten vor Ort denunziert werden dürfen. Mit von der Partie ist diesmal auch der Sakropop-Spezialist Frank Apunkt Schneider. GeschmPOM R.D. Welteroth hat fudder im Voraus Rede und Antwort gestanden.



Herr Welteroth, gegen welche Geschmacksstraftaten ermittelt sie und ihre Kollegen von der Geschmackspolizei?

Ralf Welteroth: Wir ermitteln im Bereich geschmackloser Musik und gehen gegen geschmacklose Tonträger und deren Urheber vor, egal aus welchem musikalischen Bereich. Besonders regelmäßig werden Täter aus den Bereichen Religion, Sport, Politik und Country auffällig.

Wie ermitteln sie?

Ralf Welteroth: Wir ermitteln in Ton und Bild. Neben Hörproben werden bei unseren Informationsabenden auch Plattencover und Fahndungsphotos vorgelegt und analysiert. In den letzten Jahren hat sich unser Fahndungsbereich aber weiter vergrößert und mittlerweile auf das gesprochene und gelesene Wort ausgedehnt: Geschmacklose Urlaubspostkarten werden uns zum Beispiel auch regelmäßig zu Ermittlungszwecken vorgelegt.

Sie ermitteln in Ton und Bild: Gehen sie auch gegen internationale Dauerstraftäter wie etwa Christina Aguilera oder Britney Spears vor?

Ralf Welteroth: Leider reicht unsere Zeit nicht aus, um gegen aktuelle Straftaten im Pop-Bereich vorzugehen, denn das sind alles ja eher harmlose Fälle. In den letzten 30 Jahren sind dermaßen viele extrem schwere Fälle von Geschmacksverletzungen aufgelaufen, dass wir kaum hinter herkommen, diese angemessen zu verfolgen. Wir müssen erst diese zurückliegenden Fälle bearbeiten, bevor wir uns um aktuelle Fälle kümmern können.

Gibt es einen Wiederholungstäter, der immer wieder in Ihren Ermittlungsakten zu finden ist?

Ralf Welteroth: Da gibt es viele, aber besonders schlimm ist Gunter Gabriel. Entgegen seiner allgemein bekannten, zwar geschmacklosen aber relativ harmlosen Sachen handelt es sich bei ihm tatsächlich um einen schweren Fall; Er lässt einfach nicht locker. Es handelt sich bei ihm um einen renitenten Wiederholungstäter, der nicht für einen Moment aus den Augen und schon gar nicht aus den Ohren gelassen werden darf.

Wie hat das mit Ihnen und Ihren Ermittlungen angefangen?

Ralf Welteroth: Meine Kollegen Schatzner, B.NoB. und ich haben schon seit Jahren im Musikbereich unabhängig voneinander verdeckt ermittelt, das kam aus dem innersten Bedürfnis heraus, die Geschmackssicherheit wiederherzustellen. Vor einigen Jahren sind wir dann vom Innenministerium bestellt wurden, um offiziell und öffentlich zu ermitteln und die Allgemeinheit bei Informationsveranstaltungen über Geschmacks-Straftaten zu informieren.

Erzählen Sie noch kurz, Herr Geschmackspolizist, Wie erfahren sie von Material, das ihrer Ermittlungen benötigt?

Ralf Welteroth: Neben selbständigen Ermittlungen unsererseits wird viel verdächtiges Material an uns herangetragen. Unser Publikum ist mittlerweile gut geschult und geschmackssicher. Und wir freuen uns über diese Erleichterung unserer Arbeit. Außerdem bauen wir darauf, dass bei unseren Veranstaltungen regelmäßig Freunde und Verwandte denunziert werden oder Zuschauer sich selbst anzeigen.

Mehr dazu:

  • Geschmackspolizei Freiburg: Website
  • Die Geschmackspolizei ermittelt: Kurt Dehn "Ein echter Pfälzer raucht kein Hasch":
     
Was: Informationsabend der Geschmackspolizei Freiburg
Inklusive Vortrag von Frank Apunkt Schneider (monochrom, testcard, Intro) zum Thema "Bei der Verwendung einer Beatband auf die Gemeinde und die Lautstärke Rücksicht nehmen! - Eine kleine Kaffeefahrt durch den deutschen Sakropop unter fachlich-seelsorgerischer Begleitung."
Wann: Freitag, 5.Januar 2007. 20:30 Uhr
Wo: Mensa Bar