Geschafft: Zwei Freiburger fuhren mit dem Rad 14.000 Kilometer durch Afrika

Merlin Gröber

Sie haben es geschafft: Die beiden Freiburger Felix Fach und Benjamin Beyersdorf kehrten vergangene Woche von ihrer 14.000 Kilometer langen Afrika-Fahrradtour in die Heimat zurück.

In viereinhalb Monaten radelten sie von Kapstadt nach Kairo und von Istanbul nach Freiburg, um Spenden für "Ärzte ohne Grenzen" zu sammeln. Jetzt möchten die beiden erst einmal ankommen – die nächste Reise steht aber bereits bevor.


Felix und Benjamin tragen warme Hoodies, ihre Gesichter sind braun gebrannt, die Hände sind ölverschmiert. "Kettenöl", sagt Felix. Die beiden haben ihre Räder repariert, sitzen auf einer großen Veranda im Nordosten Freiburgs und genießen den Sonnenuntergang. Felix macht sich eine Packung Chips auf, Benjamin lehnt sich zurück und streckt seine Beine unter den runden Gartentisch.

In vier Monaten Afrika durchquert

In den vergangenen viereinhalb Monaten legten die beiden mehr als 14.000 Kilometer mit ihren Fahrrädern zurück. 12.000 Kilometer von Kapstadt bis Kairo und 2300 von Istanbul nach Freiburg. Zwei Jahre lang sparten sie auf die Tour. Der Abschnitt durch Europa stand eigentlich nicht auf dem Plan. "Wir dachten die Tour durch Afrika würde ein Jahr dauern", sagt Benjamin. Nach vier Monaten hatten sie jedoch den afrikanischen Kontinent durchquert. Nach zwei Wochen Pause packten sie ihre Räder ins Flugzeug und flogen nach Istanbul. Von dort radelten sie bis Freiburg. "Damit haben wir die Tour abgerundet", sagt Felix.

Viel Kenntnis über Fahrräder hatten die beiden vor ihrer Reise nicht. "Wir wussten nicht einmal, wie man einen Schlauch flickt", sagt Benjamin. Um sich vorzubereiten, absolvierten die beiden ein Praktikum in einer Fahrradwerkstatt. Anfang vergangenen Jahres folgte dann eine vierwöchige Probetour durch Kamerun, Gabun und die beiden Kongos. "Das war wichtig, um den Kontinent und die Fahrräder kennenzulernen", sagt Felix. Ende Oktober vergangenen Jahres starteten die beiden Studenten dann ihre große Tour in Kapstadt.

Mehr als 50 Platten unterwegs

Auf ihrem Weg brach ihnen zweimal der Rahmen, die Ketten rissen 13 Mal und die Achsen sowie ein Schaltwerk gingen kaputt. Außerdem hatten sie mehr als 50 Platten. "Es ist unglaublich frustrierend, wenn man bei 50 Grad den vierten Platten an einem Tag flicken muss", sagt Felix. Ans Aufgeben dachten die beiden jedoch nie. "Das war keine Option", sagt er.

Mit der Tour sammelten die beiden Spenden für "Ärzte ohne Grenzen". "Die Menschen in Afrika waren sehr hilfsbereit und gastfreundlich. Wir wollten ihnen etwas zurückgeben", sagt Benjamin. Das ursprüngliche Spendenziel von 8000 Euro wurde bereits um 2000 Euro übertroffen. "Es ist großartig zu sehen, wie viele Menschen spenden. Wir freuen uns, wenn es noch mehr wird", sagt er.

Die nächste Reise: Ohne Fahrräder

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den beiden nicht, die nächste Reise steht schon an. Zehn Tage Israel, um Felix Bruder zu besuchen. Ohne Fahrräder. "Wie brachen mal ein bisschen Abstand von unseren Rädern", sagt Felix. Nach ihrer Rückkehr aus Israel planen die beiden, in Vorträgen über ihre Radtour zu berichten. "Wir möchten den Menschen Afrika näher bringen und zeigen, dass der Kontinent mehr bietet als Hitze und Bürgerkrieg", sagt Felix. Dann müssen die beiden los, ihre Sachen packen.
Viereinhalb Monate lang radelten Benjamin Beyersdorf und Felix Fach durch Afrika und Europa. Ihre 14.000 Kilometer lange Reise führte sie von Kapstadt nach Kairo und von Istanbul nach Freiburg. Mit der Aktion sammelten die 22-Jährigen Gelder für "Ärzte ohne Grenzen". Jetzt möchten die beiden sich auf ihr Studium konzentrieren und in Vorträgen über ihre Erlebnisse berichten.

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