Germany's next Topmodel-Casting in Freiburg: Nichts für kleine Mädchen

Jana Martens

Wenn Topmodel Heidi Klum zum Casting ruft, kommen junge Mädchen in Scharen vorbei. So auch gestern zum Casting für die neue Staffel von "Germany’s next Topmodel". Auf der Suche nach jungen Models machte die Castingshow Zwischenstopp im Freiburger Intercity Hotel. Ein öffentliches Casting, zu dem jeder erscheinen durfte – nur keine Journalisten. [Mit Video!]



Wer eine Kamera in der Hand hielt, wurde böse angeschaut. Journalisten anscheinend unerwünscht. Eine Dame mit großer, schwarzer Sonnenbrille und Kaffeebecher in der Hand vermerkte kurz und knapp: "Medienvertreter bleiben heute draußen."


So weit, so schlecht, dachten sich die anwesenden Journalisten und platzierten sich mit ausreichend Abstand vor dem Hotel. Denn auch vor den Türen des öffentlichen und doch irgendwie geheimen Castings sollte es noch rund gehen: Mädchen mit sehr langen Haaren und sehr großen Erwartungen überall. So liefen zwei sehr junge Mädchen im Minutentakt vor dem Hotel auf und ab. Zu jung für das Casting, das war offensichtlich. Doch ihr Interesse an der Veranstaltung war nicht zu übersehen.

Die sonnenbebrillte Dame, die derweil in die Rolle der Türsteherin geschlüpft war, verwies die Journalisten noch weiter nach hinten. "Und fotografieren aus der Hüfte heraus dürfen Sie auch nicht!" Eindringlich versuchte sie zu erklären: "Keine Fotos – die Mädchen sind doch erst 16 Jahre alt." Eine absolut verständliche Ansage, lässt man den Berufswunsch der jungen Mädchen, als Model vor der Kamera zu stehen, mal komplett außen vor. Für das Casting hatte sich jedes Mädchen anmelden können, vorausgesetzt, es war bereits 16 Jahre alt und konnte ein Gardemaß von mindestens 1,76 Meter vorweisen – ohne High Heels.

Das sollte für die ein oder andere Bewerberin noch zum Problem werden. Viele der Mädchen waren extra angereist, um Heidi Klum einmal persönlich kennenzulernen. Die Enttäuschung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, als sie merkten: Heidis Jury ist da, nur Heidi nicht. "Ich bin extra wegen Heidi hier. Im Casting hab’ ich sowieso kein Chance, da ich viel zu klein bin", sagte eine 17-Jährige und zog enttäuscht davon. Sie war bei weitem nicht die Einzige. Die 16-jährige Vanessa kam ebenfalls geknickt aus dem Casting. "Ich dachte, dass sie bei mir vielleicht eine Ausnahme machen", sagte sie. Die Jury hätte sich ihr gegenüber vielversprechend geäußert, bis Vanessa vermessen wurde – dann musste sie gehen.

Wesentlich entspannter sahen dies zwei nicht sehr großgewachsenen Schweizerinnen, die extra angereist waren: "Da sind bestimmt lauter große, hübsche Models drin. Wir sind nur zum Spaß hier." In der Hoffnung, dass die Jury kein Maßband zur Hand hat, gingen sie trotzdem ins Hotel.

Ähnlich viel Motivation zeigten auch die zwei jungen Mädels, die immer noch vor dem Hotel auf und ab marschierten. Es schien so, als würden sie schon akribisch für ihren Moment auf dem Laufsteg trainieren. Aber, sagten Sophia und Jana: "Wir werden hier nie mitmachen, da wir viel zu klein sind." Nach anderthalb Stunden gaben dann auch die Journalisten klein bei – und zogen ab.



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[Foto: Michael Bamberger]