Generation Grenzenlos – eine neue Hochschulgruppe will Studierende und Senioren zusammenbringen

Franziska Brandsch

Diese Studierendeninitiative setzt sich gegen die Vereinsamung im Alter ein und möchte einen gleichberechtigten Austausch der Generationen in Gang bringen. Tanzkurse, Erzählrunden, Lesekreise, Technikstunden und vieles mehr soll es geben.

Das Ziel der neuen Hochschulgruppe Generation Grenzenlos ist es, die beiden Altersgruppen von Studierenden und Senioren zusammenzubringen - aber auf Augenhöhe. Es bestehen bereits viele Projekte, bei denen sich junge Leute ehrenamtlich engangieren, indem sie in Altersheimen Vorlesen oder Musikspielen. "Das ist auch gut so", sagt Sarah Böhm, "aber wir wollen aufzeigen, wie viel auch junge Menschen von Älteren lernen können." Der Kontakt auf gleichberechtigter Ebene soll im Fokus stehen.


"Wir möchten keine Vermittler dafür sein, dass sich Studenten um ältere Menschen kümmern. Wir möchten beide zusammenbringen und beide sollen zusammen etwas Neues lernen oder unternehmen.", erklärt Nancy Frehse von der Hochschulgruppe. Wer keine Großeltern mehr hat, hat im normalen Alltag nur sehr selten Kontakt mit Rentnern. Genau das möchten die Mitglieder der Studierendeninitiative ändern. "Ich habe das Glück, dass meine Oma immer da ist und ich ganz viel von ihr lerne", erzählt Sarah, ebenso in der Hochschulgruppe aktiv. "Ich kenne aber auch ganz viele Leute, bei denen das nicht so ist und ich glaube, dass wir da viel bewegen können."

Der Alltag im Altenheim passiert fernab von der restlichen Gesellschaft

Gegründet wurde die neue Hochschulgruppe von Nancy Frehse (25). Sie studiert Kunstgeschichte in Freiburg und möchte gemeinsam mit den Studenten Sarah Böhm (22) und Juy Chu Chak (25) die Initiative vorantreiben. Die Idee für das Projekt gibt es schon seit über einem Jahr, erzählt Nany Frehse. Damals habe sie ein Kunstprojekt im Altenheim Haus Schloßberg veranstaltet und dabei gemerkt, wie wenig junge Menschen dort ein und aus gehen. Der Alltag in einem Altersheim bewegt sich komplett abseits von dem was innerhalb der restlichen Gesellschaft stattfindet.

Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, oftmals sehr vereinsamen, wenn sie keine Familie mehr haben. Es gibt Seniorinnen und Senioren, die teilweise wochenlang in ihren Wohnungen bleiben und keinen Kontakt zur Außenwelt haben, erzählt Nancy Frehse. Viele Rentner werden auch aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen, weil sie die Miete ihrer Wohnung im Rentenalter nicht mehr bezahlen können. Dann kommen sie womöglich in eine ganz neue Gegend, in der sie niemanden kennen und keinen Anschluss finden.

Die Hochschulgruppe will zum Hinschauen animieren

"Der Gesellschaft ist oft gar nicht bewusst, wie einsam alte Menschen sein können", findet Juy Chu Chak. "Es wird einfach vergessen oder verdrängt, weil unsere Generation, die Generation Y, arg mit sich selbst beschäftigt ist." Das ist mit ein Grundmotiv der Gruppe, sie wollen die Studierenden dazu ermuntern hinzuschauen. "Wenn man beim Einkaufen mal nicht auf sein Handy schaut, sieht man, dass die Frau vor einem nur für sich selber einkauft. Das heißt sie hat ihren Mann, oder ihre Frau, nicht mehr. Das sind Dinge, die einem im Alltag auffallen können, wenn man wirklich hinschaut.", findet Nancy Frehse.

Eine Hochschulgruppe dieser Art bestand bisher nicht. Die Initiative beginnt also im Moment ganz am Anfang. Es gibt zwar ein Grundkonzept, aber einen festen Plan verfolgen sie nicht. Sie freuen sich darauf, Studierende, die sich einbringen wollen in ihre Gruppe aufzunehmen und gemeinsam Projekte auszuarbeiten.

Bei einem Infoabend können sich Interessierte informieren

Am Infoabend am 6. Dezember wollen sie über ihre Visionen informieren und Rückfragen beantworten. "Pizza und Bier gibt es auch", sagt Nacy Frehse und lacht. Wer nach dem Infoabend dann Lust hat Teil des Teams zu sein, kann zum ersten Treffen am 13. Dezember kommen und Generation Grenzenlos mitgestalten. Im neuen Jahr will die Gruppe dann wirklich aktiv loslegen.

Eine Grundidee, die die Gruppe gerne umsetzten möchte, ist ein Veranstaltungskalender. Es sollen Kurse von Studierenden angeboten werden, zu denen sich dann Seniorinnen und Senioren sowie Studentinnen und Studenten gleichermaßen anmelden können. Dabei kann es sich um Tanzkurse, Erzählrunden, Lesekreise, Technikstunden oder auch Modellbau handeln.

Beide Altersgruppen sollen von den Treffen profitieren

Beide Altersklassen sollen zusammenkommen und von dem Kontakt miteinander profitieren. Die Örtlichkeiten wird das Evangelische Stift Freiburg zur Verfügung stellen. Kooperativ soll am Anfang mit einem Altersheim, dem Haus Schloßberg, zusammengearbeitet werden, als Pilotprojekt sozusagen. "Ich wünsche mir, dass es so eine Gruppe gibt, wenn ich alt bin, damit, wenn ich alleine zu Hause sitze, weiß was ich tun kann", sagt Nancy Frehse.
Info

Was: Infoabend Generation Grenzenlos
Wann: Mittwoch, 6. Dezember, um 20 Uhr
Wo: KG 1, HS 1023

Was: Erstes Treffen in der Gruppe
Wann: Mittwoch, 13. Dezember, um 20 Uhr
Wo: KG 1, HS 1023