Gelb und nützlich

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass manche Öffnungen eine Selbstreinigungsfunktion besitzen? So produziert beispielsweise das Ohr ständig eine Substanz, die einzig zu Reinigungszwecken dient. Dieses liebevoll Ohrenschmalz genannte Sekret ist ein durchaus besonderes und auch schützenswertes.

Viele sehen in dem gelblich-bräunlichen harten Brei einfach nur Schmutz, der entfernt werden muss. Doch das ist eine irrige Annahme, dient der Ohrenschmalz doch selbst zur Reinigung dieser Sackgasse des Körpers.


Das Ohr ist nämlich, im Gegensatz zu manch anderer Körperöffnung, nur von einer Seite aus zugänglich. Deshalb muss eingetretener Schmutz in die Richtung abtransportiert werden, aus der er gekommen ist. Dafür wird von speziell angeordneten und modifizierten Schweißdrüsen das stark bitter schmeckende Zerumen produziert, das stets in eine Richtung wandert und dabei mitnimmt, was so an- und abfällt.

Es ist zur Ohrreinigung also ausreichend, sich beim Duschen oder Baden Wasser ins Ohr laufen zu lassen, das den weit genug herausgekommenen Schmalz hinfortspült. Wer mit Wattestäbchen versucht, sich das Zerumen aus dem Ohr zu pfriemeln, stopft es nur weiter hinein und wirkt dem Selbstreinigungsmechanismus entgegen. Ein dadurch entstehender Pfropf verdeckt das Trommelfell und führt zu Schwerhörigkeit. Er kann nur von einem HNO-Arzt mittels Spülung, einem Häkchen uder einem Sauger wieder entfernt werden.