Gegen rechte Gewalt: Unterschriften-Aktion von Jungpolitikern

Anne-Kathrin Weber

Die Jugendorganisationen der Freiburger Parteien rufen nach den Ereignissen der vergangenen Tage geschlossen zum Widerstand gegen rechtsextreme Gewalt auf. Die jungen Politiker wollen ein Zeichen setzten, dass Fremdenhass und Intoleranz in Freiburg nicht akzeptiert wird. Heute hielten sie in der Mehlwaage eine kleine Pressekonferenz ab und präsentierten die Erstunterzeichner ihrer Unterschriften-Aktion.



"Die rechte Gewalt in Freiburg hat eine neue Dimension erreicht. Zwar ist die Szene überschaubarer als in anderen Städten, man darf die Augen aber trotzdem nicht verschließen. Wir müssen deutlich machen, dass wir ein solches Verhalten schon im Ansatz nicht tolerieren." sagt Kai-Achim Klare von den Jusos.


Gemeinsam mit seinen Kollegen Anna Schmid (Grüne Jugend), Hartmut Hanke (Junge Liberale) und Daniel Sander (Junge Union) hat er in den vergangenen Tagen die Unterschriften von 23 Organisationen und 38 Personen gesammelt. 
Auf der Liste stehen unter anderem die Kreisverbände und Jugendorganisationen vieler Freiburger Parteien und Listen, Stadträte, die Dekane der Evangelischen und Katholischen Kirche und Studentenvertretungen. Auch fudder hat den Aufruf unterzeichnet. (Hier gehts zur Liste)



Fragt man bei den Freiburgern nach, berichtet kaum einer von Erfahrungen mit rechter Gewalt. Einige haben zwar mitbekommen, dass es in den vergangenen Tagen zwei Vorfälle gab, große Sorgen scheint sich aber keiner zu machen. "Vor allem bringt so 'ne Unterschriftenaktion da ja wohl auch nichts." meint einer.

Darauf angesprochen, erklären die jungen Politiker einstimmig, keiner erhoffe sich durch diese Aktion Rechtsradikale bekehren zu können. "Es geht dabei mehr um die Symbolik. Es ist doch bemerkenswert, dass die demokratischen Gruppen in Freiburg schnell zu dem Konsens gekommen sind, gemeinsam dagegen vorgehen zu wollen." erklärt Daniel Sander. 

Auch die Verhältnismäßigkeit einer solchen Reaktion wird auf der Konferenz diskutiert. Ein Journalist meint, man würde die Rechten so vielleicht eher anspornen und bestätigen. Kai-Achim Klare erklärt man habe sich mit der Unterschriftenaktion bewusst für einen Mittelweg zwischen Untätigkeit und übertriebenem Aktionismus entschieden.

"Wenn nötig, machen wir irgendwann auch eine Demo. Aber dann nicht ausschließlich gegen Rechtsextremismus, sondern vielmehr für eine tolerante Stadt und für die Leute, die unter rechter Gewalt leiden." ergänzt Anna Schmid.

Wer auf der Liste unterschreiben will, kann das via aufruf-freiburg@gmx.de tun.

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