Geek Girl Dinner in Freiburg: Networking für weibliche Geeks

Carolin Buchheim

Ein Stammtisch für Frauen in Computerberufen: das ist das Girl Geek Dinner. 2005 in England gestartet, gibt es die Networking Treffen für weibliche Geeks mittlerweile auf der ganzen Welt. Und ab kommenden Donnerstag auch in Freiburg.



Noch immer nutzen deulich mehr Männer als Frauen das Internet und wählen öfter technische Berufe. Dementsprechend dominieren Männer Veranstaltungen rund um das Thema Internet. Bei genau so einer männerdominierten Veranstaltung lernten sich Ines Pfannenschmidt und Lisa Laing kenne, die Initiatorinnen des Freiburger Geek Girl Dinners. "Wir saßen bei einem Meet-up vom Smashing Magazine nebeneinander. Da waren ungefähr 30 Männer und sechs Frauen, eine absolut typische Situation", sagt Ines Pfannenschmidt.


Die Ratio 80/20 Männer zu Frauen ist nach Erfahrungen der Webdesignerin bei Internet- und Technik-orientierten Meet-ups und Konferenzen typisch. "Selbst wenn das bei solchen Veranstaltungen alles ganz nette Menschen sind, ist es doch anders, weil da dieser Männerüberhang ist. Männer kommunizieren anders als Frauen, socialisen anders, reden anders."

Deshalb seien typische Treffen für Frauen langfristig nicht interessant, meint Pfannenschmidt: "Frauen die da sind, gehen ein paar Mal auf so ein Meeting und merken, dass es zwar ganz okay ist, aber nicht wirklich juicy. Männer connecten bei solchen Veranstaltungen über ihr Know-how, über das, was sie machen und über ihre Wichtigkeit. Frauen sind so nicht. Frauen haben meist keine Lust, so zurück zu kommunizieren, weil es nicht wirklich befriedigend ist, sondern letztendlich einseitig."

Das soll beim Geek Girl Dinner (GGD) anders sein. Die Zielgruppe: Frauen, die den größten Teil ihres Arbeitstages vor einem Computerbildschirm verbringen, also Programmiererinnen, Designerinnen, Grafikerinnen, IT-lerinnen, Frauen die in Online-Redaktionen arbeiten oder Online-Marketing machen.

"Grundsätzlich ist jede Frau willkommen, die ein verstärktes Interesse an Online-Medien und -Technik hat, selbst wenn sie in einem ganz anderen Bereich arbeitet und zum Beispiel Ingenieurin, Architektin oder im pädagogischen Bereich tätig ist", sagt Ines Pfannenschmidt. Und wessen liebstes Hobby Coden ist, der ist natürlich auch willkommen - niemand wird weggeschickt, weil er nicht "Geek Girl" genug ist.

Initiatorin Lisa Laing, kürzlich aus Australien nach Freiburg gezogene Redakteurin des Smashing Magazine, hat bereits in Melbourne das Girl Geek Dinner etabliert. Beide glauben an den Erfolg des Stammtisches auch in Freiburg. "Meine innere Teilnehmerinnenzahl für das erste Treffen liegt bei 15 bis 20 Frauen, das wäre schon super", sagt Ines Pfannenschmidt. "Langfristig sehe ich aber keine Grenze nach oben. In Freiburg und der Region ist eine enorm große Zielgruppe vorhanden, auch durch die Uni und die ansässigen Unternehmen." Sie hofft, langfristig auch Frauen aus Karlsruhe oder Basel zum Stammtisch nach Freiburg locken zu können.

Nach dem Start in der kommenden Woche soll es nach Wunsch der Macherinnen allmonatlich, zur Mitte des Monats hin, ein Girl Geek Dinner in Freiburg geben. Der Ort wird dabei wechseln - neben Kneipen und Restaurants finden GGD häufig auch in Unternehmen und Redaktionen oder bei Events statt. Auch Veranstaltungen mit Gastrednerinnen und vorbereiteten Vortägen können sich die Macherinnen vorstellen.

Männer können übrigens nur ausnahmsweise an den Girl Geek Dinners teilnehmen: auf Einladung einer weiblichen Teilnehmerin. Das erste GGD soll allerdings ohne Gast-Männer stattfinden: "We are testing the waters and want to find our footing amongst ourselves" schreiben die Veranstalterinnen auf der Meet-up-Seite des Girl Geek Dinner. Die ist übrigens ganz in Englisch gehalten. Eine festgelegte Sprache für das erste Treffen gibt es allerdings nicht: "The meeting language will be German, English and whatever else is spoken around the table."

Mehr dazu:

  Was: 1. Girl Geek Dinner Freiburg
Wann: Donnerstag, 16. Februar 2012, 18 Uhr
Wo: tbd
Danach: monatlich