Geburtsvorbereitungskurs Freiburg: Immer schön das Becken kreisen

Manuela Müller

Ein "Kann", kein "Muss" ist der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses in den etwa letzten beiden Monaten der Schwangerschaft. Also stellt Euch jetzt mal zehn Frauen vor, die einen prall gefüllten Bauch vor sich hertragen und damit Gymnastik machen. Das kann schon sehr lustig aussehen.



Deswegen kam auch der Spaß in meinem Geburtsvorbereitungskurs nicht zu kurz. In der ersten Stunde sollte sich jede kurz vorstellen und erklären, was sie vom Kurs erwartet und was sie auf keinen Fall will. Glücklicherweise waren wir uns alle einig, dass wir nicht auf Esoterik scharf sind, sondern uns eher viel bewegen wollen. Nach dem Motto: Weniger Gefühlsduselei, mehr Pragmatik!


Allerdings musste ich mir nach den ersten Gymnastikübungen das Lachen verkneifen: Breitbeinig hinstellen und das Becken kreisen, oder das Gewicht vom einen Bein auf das andere verlagern, das erschien mir doch ein bisschen lächerlich. In den darauf folgenden Stunden machten wir aber auch anstrengende Gymnastik für die Bein- und Pomuskulatur, so dass ich befriedet war.

Im Allgemeinen waren die Stunden immer so aufgebaut: Gab es in der Woche irgendwelche Probleme?, dann Aufwärmen und Gymnastik, dann eine Entspannungsübung, etwas Theorie über Ernährung, Geburtspositionen, Atmung, Stillen,... dann nochmal eine Entspannungsübung und am Schluss eine kleine Feedbackrunde. Sogar die beiden Abende, die wir mit den Männern verbrachten, waren ganz lustig, obwohl sich vermutlich der eine oder andere nicht besonders wohl gefühlt hat unter all den hüftkreisenden Dickbäuchigen. Übrigens musste ich meinen Hochmut über das Hüftkreisen schwer büßen: Eines Mittwoch nachmittags bekam ich in Richtung Steißbein, Ischias, Becken fiese Rückenschmerzen, die es mir kaum noch ermöglichten zu laufen. Also ließ ich mein Becken kreisen und platzierte mich sogar im sog. Vierfüßlerstand auf dem Sofa und wackelte, wie ich es im Kurs gelernt hatte, mit dem Hintern. Ich muss zugeben, dass das wirklich sehr entlastend war, auch wenn der Vater des Kindes ein Schmunzeln nicht unterdrücken konnte.

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