Gassenkletterer Raffael Armbruster auf Weltrekordjagd

Carolin Buchheim

Wie schnell kann man kletternd zehn Höhenmeter zwischen den Wänden einer engen Gasse überwinden? Der Freiburger Stuntman Raffael Armbruster hat Anfang Juni genau in dieser Disziplin einen Weltrekordversuch unternommen. Am Mittwoch wird er in der RTL II-Show "Guinness World Records" zu sehen sein.



Es war ein Abend im Frühsommer, und Raffael Armbruster hatte sich  zum Training hoch oben ins Kaufhaussträssle, der Gasse zwischen Münsterplatz und Schusterstraße geklemmt. „Ich hing schon zwei, drei Minuten oben, dann war da plötzlich die Stadtführungsgruppe“, erzählt der 22-Jährige. Zwei Dutzend Touristen standen sechs Meter unter ihm in der Gasse und lauschten dem Leiter einer Grusel-Stadtführung. Raffael wurden langsam Arme und Beine müde.  „Mir blieb nichts anderes übrig, als nach unten zu rufen, dass ich runter müsste. Die Leute dachten, das wäre ein Teil des Stadtrundgang.“


Seit rund eineinhalb Jahren hat der junge Stuntman, der Anfang 2014 seine Ausbildung an einer Stuntschule in Südfrankreich beenden wird, die Freiburger Gassen als Spielplätze für sich entdeckt. Beim Zuschauen ist schnell klar: Hier ist ein Profi am Werk. Behände klettert Raffael zwischen den Gassenwänden acht, neun Meter in die Höhe.

Den Bewegungsablauf – linkes Bein und rechter Arm, rechtes Bein und linker Arm – hat er schon so automatisiert, dass es ihm schwer fällt, diesen zu erklären. Oben angekommen, macht er Spielereien, die Zuschauern die Hände feucht werden lassen: Mit einem Fuß an jeder Wand löst er die Arme und steht zwischen den Wänden oder hängt sich nur mit den Armen kopfunter. Komplett ungesichert.



Seinen Fernsehweltrekordversuch hat Raffael Armbruster in Bauchlage absolviert, allerdings nicht in einer seiner Lieblingsgassen in Freiburg, sondern in einer Gasse in Köln. Die Anwohner der Gasse am Gerbersteg zwischen Gerber- und Fischerau  – ohnehin keine Fans seiner Klettertouren – verweigerten die Zustimmung zu den Dreharbeiten,  fürchteten bröckelnden Putz, verschmutzte Wände und Schäden durch das Gerüst, an dem Raffel während des Rekordversuchs gesichert werden musste.

„Ohne Schutz auf Geschwindigkeit zu arbeiten, das ist einfach zu riskant“, sagt er. Dementsprechend mußte er sein Weltrekrodtraining anpassen: "Ich wollte nicht ungesichert die zehn Meter auf Schnelligkeit klettern." Stattdessen machte er Intervalltraining, kletterte zwei Meter schnell in die Höhe, ruhte aus, kletterte langsam runter, und wieder schnell in die Höhe. Außerdem trainierte er seine Kraft und klemmte sich - wie bei der Begegnung mit der Stadtführungsgruppe - für mehrere Minuten zwischen die Wände.

Dass in diesem Sommer ein Video viral ging, das einen unerfahrenen Gassenkletterer beim Absturz zeigt, das macht Raffael ein bisschen sauer. "Es ist zu gefährlich, um es einfach mal so zu probieren. Der Typ in dem Video hat sich total überschätzt." Verletzt hat er sich Raffael bei seinen Klettereien bisher nicht. „Aber blaue Flecken und Schrammen zählen auch nicht.“ Praktischer Nebeneffekt der Sicherung beim Weltrekordversuch: „Danach konnte ich gesichert noch mal ein bisschen neue Quatsch ausprobieren“, sagt er lachend und mit schelmischen Blick.

Ob der Versuch geklappt hat, und vom angereisten Guinness-Weltrekord-Schiedrichter (Bild unten rechts) dokumentiert werden konnte, das darf Raffael Armbruster noch nicht verraten. Die Folge von "Guiness World Records – Wir holen den Rekord nach Deutschland" mit ihm läuft am kommende Mittwoch, 21. August 2013, um 20:15 Uhr auf RTL II.



 

Street climbing Freiburg, Gassenklettern mit Rollei Bullet 5s

Quelle: YouTube

Mehr dazu:

Was: Guinness World Records – Wir holen den Rekord nach Deutschland
Wann: Mittwoch, 21. August, 20:15 Uhr
Wo: RTL II   [Fotos: RTL II]