Gartenstraße: Was die Nachbarn zur Hausbesetzung sagen

Dominik Schmidt

Spontaner Zuzug in die Nachbarschaft der Gartenstraße: Am Freitag nahmen etwa 100 Autonome die Hausnummer 19 ein. So schnell wollen sie das Feld nicht wieder räumen. Was halten die Geschäftsbetreiber der Gartenstraße von ihren neuen Nachbarn?



Abu Yurdakut, Besitzer des El Bolero: "Mich interessiert es weniger, was dort vorgeht. Prinzipiell finde ich es aber in Ordnung. Soweit ich mitbekommen habe, sind es ja friedliche Leute. Ab und zu kommt auch einer rüber und kauft sich was zu trinken."


Inhaberin eines Geschäfts in der Gartenstraße: "Es ist wichtig, dass der Besitzer entscheidet, was mit dem Haus passiert und wer dort rein darf.  Ist es dem Eigentümer egal oder er findet es in Ordnung, dann gibt es an der Aktion nichts auszusetzen."

Gerd Bentheim, Besitzer des Mono Plattenladen: "Ich weiß nicht viel über die Hintergründe der Besetzung, aber die neuen Nachbarn haben sich bisher von ihrer guten Seite gezeigt. Ich habe nichts zu beklagen, es sollte aber ja auch selbstverständlich sein, dass man Rücksicht nimmt und sich sozial verhält."



Thomas Schweizer, Besitzer der Kölner Botschaft: "Die sind anständig, ich finde das in Ordnung. Ab und zu kommen sie rüber, um die Toilette aufzusuchen. Die haben da drüben ja keine funktionierende. Ich unterstütze das gerne, so lange man sich nett verhält."

Betreiber eines kleinen Geschäftes, der unbekannt bleiben möchte: "Seit Jahrzehnten wohne ich hier und nun beobachte ich, dass das Gebäude schon lange leersteht. Leerstand ist Missstand und dagegen sollte man vorgehen. Ich selbst habe 1980 bei der Besetzung des Schwarzwaldhofs mitgemacht, damals war alles noch viel aggressiver in der Szene. Hier geht es ja geordnet und ruhig zu."

Brigitta Schulz, Besitzerin des Schmuckladens Julie Rosen: "Ich habe natürlich mein Geschäftsinteresse und da ist es mir wichtig, dass der Gehweg und die Straße frei gehalten werden. Wenn der Friseurladen ein Bußgeld von 500 Euro bekommt, weil er zwei Tische auf den Gehweg stellt, dann sollte die Stadt oder die Polizei auch hier eingreifen. Aber angeblich haben die dazu keine Rechtsgrundlage."



Monja, Mitarbeiterin bei "Visavajara": "Das Haus ist endlich wieder bunt, wir sind da solidarisch mit der Aktion. Die kamen auch rüber und haben sich vorgestellt, wir haben dann ein Kabel über die Straße rübergelegt, damit sie tagsüber Strom im Haus haben."

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