Tanzen

Ganz neu: Salsa-Kurse für Mütter mit Babys in der Tragetasche

Sandra Hennig

Luisa Epp, einst deutsche Meisterin im Salsa-Tanz und selbst seit kurzem Mutter, bietet nun Mutter-Kind-Tanzkurse an – Baby Emilio (sechs Monate) ist immer dabei.

HASLACH. Tanzen gehört zu Luisa Epps Leben wie das Licht zur Sonne: Von Kindesbeinen an tanzte sie, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Tanzlehrerin und wurde 2011 badische und deutsche Meisterin im Salsa-Tanz. Als sie im Mai Mutter des kleinen Emilio wurde, musste das Tanzen erst mal hinten anstehen. Aber nur kurz – inzwischen bietet sie einen Mama-Baby-Salsakurs an, der gut ankommt.

Luisa Epp bemerkte schnell, dass es sich auch mit dem Baby in einer Manduca (einer umgeschnallten Babytrage) tanzen lässt. "Und Emilio hat das auch gleich gefallen", erzählt sie strahlend. Seit fünf Wochen leitet sie nun den Mama-Baby-Salsakurs und bereitet damit sieben weiteren jungen Müttern große Freude.


Mambo, Lateral, Mariposa – die Salsa bietet viele Figuren, die auch ohne Tanzpartner getanzt werden können. Und genau diese macht sich Luisa Epp in ihrem neuen Kurs zunutze: "Neben Salsa tanzen wir hier auch Bachata", berichtet die 30-Jährige, "und bevor wir mit dem Tanzen loslegen, gibt es ein kleines Workout." Die Babys sind dabei immer integriert: Ob auf den angewinkelten Knien oder auf dem Bauch – oder eben beim Tanzen in der Manduca. So lange der Zwerg Spaß hat, ist er dabei. "Genau das ist auch das Tolle daran", sagt Daniela Werle, die gemeinsam mit Tochter Carlotta dabei ist: "Beim Babyschwimmen müssen die Kinder zum Beispiel ausgeschlafen sein, während das hier egal ist." Während des Kurses schlafen die kleinen Tänzerinnen und Tänzer tatsächlich immer wieder ein oder brabbeln amüsiert vor sich hin.

Die Idee, einen Kurs für frisch gebackene Eltern anzubieten, entstand eigentlich durch ein Video: "Da haben Väter mit ihren Babys in der Manduca getanzt", erinnert sich Anne Böhm, die die Aya Latin Dance Academy an der Haslacher Straße, wo der Kurs stattfindet, gemeinsam mit ihrem Kompagnon Anichi Perez leitet. Papas haben den Weg in den Kurs bisher noch nicht gefunden. "Sie sind aber herzlich willkommen", so Böhm, "das war schließlich der Ursprungsgedanke."

Nachdem die Planung stand, begannen die jungen Frauen, Werbung zu machen. "Eine junge Mutter habe ich zum Beispiel einfach im Restaurant angesprochen", erzählt Luisa Epp. Rosa Deeg hingegen war schon vor der Geburt von Töchterchen Emilia in der Tanzschule und rührte für den Kurs ordentlich die Werbetrommel. "Es ist einfach toll, weil man auch mal wieder etwas für sich selbst macht", betont sie. Durch das Workout zu Beginn habe man das Gefühl, besser in Form zu kommen. "Und Emilia schaut mich dabei immer so an, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob sie mich anstrahlt oder auslacht", sagt sie. Für den Beckenboden sei Tanzen sowieso gut. Über weiteren Zuwachs würde sich die Truppe freuen: "Wichtig ist nur, dass das Kind das Köpfchen schon einigermaßen selbst halten kann", sagt Luisa Epp, "zwei Monate sollte man deshalb schon warten." Ansonsten gibt es aber kaum Voraussetzungen: Ob Vater oder Mutter mit Kind, ob Einsteiger oder Fortgeschrittener, "es darf jeder einfach vorbeikommen", so Epp. Ein ganzer Kurs mit acht Terminen kostet 90 Euro, wer nur zu einzelnen Stunden kommt, zahlt 13 Euro.

Übrigens wird auch Inhaberin Anne Böhm Ende des Jahres Mama. "Ich habe mich anstecken lassen", sagt sie lachend – und wird, wenn der Nachwuchs da ist, sicherlich Teil der Gute-Laune-Truppe.