Re-Opening

Galerist Springmann wagt in Freiburg einen Neuanfang

Frank Zimmermann

Zurück an alter Wirkungsstätte: Der Freiburger Kunsthändler Henrik Springmann und seine Frau Christine eröffnen in Freiburg wieder ihre Galerie in der Schusterstraße. Was ist dort geplant?

An alter Wirkungsstätte, in der Schusterstraße 25, wagen Galerist Henrik Springmann und seine Frau Christine einen Neuanfang. Am Mittwochabend eröffnet das Kunsthändlerpaar dort wieder eine Galerie – mit neuer Ausrichtung. Sie soll exklusiver, weniger breit aufgestellt sein, sehr populäre, kommerzielle Künstler wie Janosch und Tomi Ungerer sind passé, der Schwerpunkt liegt nun bei vermehrt jungen, internationalen Künstlern der Gegenwart. Dabei wollen die Springmanns ihre 70 Quadratmeter große angemietete Freiburger Galerie eng mit ihrer wesentlich größeren Berliner Galerie verzahnen, die sie im Februar am Kurfürstendamm eröffnet haben.


Qualitativ soll es zwischen Berlin und Freiburg keine Unterschiede geben, sagt Henrik Springmann. Freiburg werde ein "schönes, exklusives Schaufenster von Berlin, eine Art Kabinett oder Schmuckkästchen". Natürlich sei die hiesige Dependance nicht vergleichbar mit der Hauptstadt-Galerie, aber es gebe auch in Freiburg und der Region "tolle Sammler". Im Portfolio hat das Galeristenpaar internationale Künstler wie Rashaad Newsome, Liu Bolin, JR, Faile, Dryden Goodwin und den 2014 verstorbenen französischen Fotografen Lucien Clergue. Dessen Arbeiten sind ab Donnerstag, 20. Juli, bis Anfang September in der Schusterstraße 25 zu sehen.

Wenig begeistert über die letzten Schlagzeilen

Über die Schlagzeilen, die Springmann zuletzt in Freiburg machte, ist der Galerist wenig begeistert. Aber das Kapitel Passage 46 ist für ihn "abgehakt, abgewickelt und abgeschlossen", mehr möchte er dazu nicht sagen. Springmann wollte im Herbst 2014 aus der ehemaligen Jackson-Pollock-Bar unter dem Theater einen kulturellen und gastronomischen Hotspot machen für einen "großstädtischen Generationenmix", Kunst und Musik sollten miteinander verschmelzen. Doch die programmatischen Versprechen wurden nicht eingehalten, das komplexe Finanz- und Firmenkonstrukt blieb undurchsichtig, die von einem Geschäftspartner geführte Gastro-GmbH unter Springmanns Dachgesellschaft ging nach Kurzem insolvent. Ein Jahr nach dem Start des ambitionierten Projekts zog Henrik Springmann die Reißleine und stieg aus.

1998 waren seine Eltern mit ihrem Kunsthandel von der Kartäuser- in die Schusterstraße gezogen, ein Jahr später übernahm Sohn Henrik die Galerie. 2010 folgte die Gründung einer Niederlassung in Düsseldorf, ehe es das Ehepaar Springmann 2012 nach Berlin zog. Die Räume in Berlin-Mitte waren jedoch zu klein für die Art von Gegenwartskunst, die das Paar zeigen wollte. Nach längerer Suche fanden sie einen Laden, 250 Quadratmeter groß, am exquisiten Kurfürstendamm 177. "Das ist ein sensationeller Raum, wir hatten echt Glück", schwärmt Henrik Springmann, räumt aber auch ein, dass die Eröffnung "ein größerer Kraftakt" gewesen sei. Nicht zuletzt deshalb habe man sich in der Schusterstraße die letzten eineinhalb Jahre "als Übergangslösung" auf Schuhmode konzentriert.
Galerie Springmann, Schusterstraße 25. Geöffnet Dienstag bis Samstag, 11 bis 18.30 Uhr; Mail: info@galeriespringmann.de.