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Auf Tour mit den Sternsingern: Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg

Unter dem Motto „Klopft an Türen, pocht auf Rechte“ sind dieser Tage wieder bundesweit Sternsinger unterwegs. Mit Lied und Segen machen sie Menschen in ihrer Gemeinde eine Freude, mit deren Spenden Kindern in der dritten Welt. Auch in St. Barbara in Littenweiler waren und sind Caspar, Melchior und Balthasar unterwegs. Maxi war für fudder dabei.

Bunte Gewänder, Turbane, Kronen, braune Schminke und Weihrauchfässer so weit das Auge reicht: Im Gemeindeheim von St. Barbara bereitet sich eine Horde Sternsinger zwischen acht und 18 Jahren auf den dritten Tag der Aktion vor. An der Wand hängt eine aktuelle Liste mit bisher gesammelten Spenden, bei den einzelnen Gruppen stehen zwischen 800 und 1400 Euro zu Buche, insgesamt sind es schon rund 7000. „Wir wollen die 10000 aus dem letzten Jahr knacken“, sagt Joshua (15), der eine Gruppe leitet.

Richard „Richy“ Funk, Mesner der Gemeinde und für die Aktion zuständig, versucht den Überblick zu wahren: Hat jede Gruppe Ersatzkohlen für das Weihrauchfass? Kreide? Einen Sternsinger mit brauner Farbe im Gesicht? In Joshuas Gruppe gibt heute Jakob (8) den Mohr. Als Kommunionkind gehört er zu den jüngsten Sternsingern in diesem Jahr. Die älteren haben schon eine gewisse Routine entwickelt, schwenken Weihrauchfässer so selbstverständlich wie andere Fahnen im Stadion, der Raum ist schon etwas neblig. „Es riecht!“, ruft ein eintreffender Sternsinger. „Nein, es duftet“, sagt Richy. Joshuas Schwester Theresa (11) hat ihren Turban schon befestigt, kurz bevor Richy die restlichen Straßen unter den Gruppen aufteilt, kommt auch Matthias (10) noch an. Die Gruppe ist komplett – es kann losgehen.

„Wie heißt nochmal das Beispielland?“, fragt Theresa auf dem Weg zum ersten Haus. „Nicaragua“, sagt Joshua. Jedes Jahr gibt es ein Beispielland, um den Sternsingern in Deutschland die Situation der Kinder in diesem Land näher zu bringen. Die Spenden unterstützen aber nicht nur dieses eine Land, sondern verteilen sich auf 2400 Projekte weltweit. Jedes Jahr sind in Deutschland eine halbe Millionen Kinder unterwegs, um für ärmere Altersgenossen zu sammeln – und das überaus erfolgreich. Die Aktion ist mittlerweile die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit: In den letzten Jahren kamen meist um die 40 Millionen Euro zusammen.



„Ich finde es schön, an einer solchen Aktion beteiligt zu sein und Menschen zu helfen, denen es deutlich schlechter geht als uns“, erklärt Joshua seine Motivation. Und Motivation ist gefragt, schließlich sind die Sternsinger zu einer Jahreszeit unterwegs, die nicht unbedingt mit mildem Wetter und eitel Sonnenschein punkten kann. „Euch weht's ja weg, da draußen“ oder „Mensch, bei dem Wetter, ihr armen“ sind keine seltenen Bemerkungen der Hausbewohner. Nach nicht einmal einer halben Stunde fängt es an zu regnen, im Bollerwagen der Gruppe sammelt sich nicht nur Schokolade, sondern auch eine beträchtliche Wasserpfütze.

Als es dann auch noch Hagel, Graupel und Schneeregen vom donnernden Himmel fallen, bittet eine ältere Dame die nassen Könige herein. Sie holt die letzten Lebkuchen aus der Küche, erzählt von ihren Kindern und Enkeln. „Ich finde es schön, dass ihr das macht“, sagt sie.

Richy fährt eine Runde, um zu schauen, ob alle wohlauf sind, später, verspricht er, kommt er mit Tee wieder. Also weiter. Singen, segnen, Spenden einsammeln. Nach zwei Stunden ist die erste Straße abgelaufen und abgesungen. Die Altersspanne der Besuchten reichte von der wenigen Tage alten Sophia Amalia bis zu Menschen in fortgeschrittenem Rentenalter. Gefreut haben sich alle – auch darum geht es schließlich beim Sternsingen. Bevor es in der Littenweiler Straße weiter geht, gibt es erst einmal eine Pause.

Mit teils triefenden Umhangsäumen und durchweg kalten Fingern stehen die Sternsinger um Richys Tee-Mobil herum und wärmen sich die Hände an den Plastikbechern, die er verteilt. Die Spenden nähern sich der 10.000 Euro-Marke. Es wird schon langsam dunkel und die Littenweiler Straße ist lang. „Aber es ist mir wichtig, Kindern zu helfen, denen es schlecht geht“, sagt Theresa durch den Teedampf hindurch. Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg.







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von maxi | 06.01.12, 16:31

Weitere Artikel zu: Sternsinger Freiburg, Sternsingeraktion 2012 Freiburg, Sternsingeraktion 2012, Kinder sammeln für Kinder St. Barbara Freiburg, St. Barbara Littenweiler, Sternsinger St. Barbara, Nicaragua Strernsingen, Spendenaktion, Klopft an Türen pocht auf Recht, -maxi



Kommentare
Anzahl der Kommentare: 15
Freitag, 06.01.12 18:58
 

Bin zwar kein Freund der Kirche, aber den Brauch find ich trotzdem nett.Hab heute Sternsinger durch die Strasse laufen sehen, hat doch was :)

Samstag, 07.01.12 12:11
 

Das von NakedCat würd ich so unterschreiben. Hab zwar keine Sternsinger gesehen, find den Brauch aber absolut nett.

Meine Lieblingsstelle: "Es riecht" - "Nein, es duftet!" :D

Montag, 09.01.12 09:43
 

hatte meinen ersten rausch als sternsinger ...


"wellener äh schnäppsli?"


:-D :-D :-D :-D :-D :-D

Montag, 09.01.12 09:51
 

hier mal `n link, wie "TOLL" diese glaubensgemeinschaft sein kann, die ahnungslose -in gutem glauben agierende- kinder für diesen brauch losschickt.

http://www.kreuz.net



be careful! it`s BRAINWASH!

Montag, 09.01.12 10:02
 

Gemach: kreuz.net ist nicht so richtig offiziell, eher ne Art interne Sekte. Nicht alle deutschen Linken die die DDR noch erlebt haben waren bei der Stasi, nicht alle Muslime sind Selbstmordbomber, nicht alle Scientologen sind Erpresser ...

Montag, 09.01.12 10:28
 

@christian

sicher, hab ich gelesen, daß es von "mitarbeitern" der gemeinschaft ist.

trotzdem müsste es aufgrund der struktur und organisation und dem daraus resultierenden WELTWEITEN einfluss,dieser GEMEINschaft doch möglich sein, die urheber ausfindig zu machen. es wird ja wohl im namen der ganzen gemeinschaft geredet bzw. geurteilt.

mutmaßung: vielleicht wird auch nur abgestritten, daß die seite "offizielle nachrichten" verbreitet, was mich aufgrund der dort zu lesenden, mitunter MENSCHENVERACHTENDEN berichte, nicht verwundern würde.

ich für meine person, würde in einem solchen verein, alleine schon wegen dieser "schwarzen schaafe" den rücken kehren.

Montag, 09.01.12 10:33
 

... was Du ja wohl schon getan hast ...
(und ich war nie dabei)

Montag, 09.01.12 10:45
 

zum glück bin ich da noch nie dabei gewesen!

jedoch finde ich dieses thema so interessant, daß es wirklich mal `n professionell recherchierten bericht, vielleicht auch mit einer stellungname der erzdiezöse freiburg, wert wäre.

würd mich brennend interessieren was die dazu zu sagen haben, immerhin wird ja auch in deren (katholisch) namen publiziert!

Montag, 09.01.12 10:59
 

Kann doch jeder, der nur bisschen Ahnung von Internet hat, eine website aufmachen, behaupten, sie sei von Mitarbeitern der Einrichtung XY gemacht und schreiben, was er will. Er kann auch Kommentare so zensieren, wie es ihm passt. Also was soll die Aufregung, solange man nicht wirklich weiss, wer hinter einer website steckt? - Man kann sich allenfalls seine eigenen Gedanken dazu machen.

Montag, 09.01.12 11:09
 

ja da stimme ich zu.

jedoch sollte diese gemeinschaft genug WELTWEITEN einfluss haben, so etwas zu unterbinden, da dort ja offensichtlich in deren namen publiziert wird.

Montag, 09.01.12 12:39
 

@JavaanseJongens:

So, jetzt mische ich mich als mit dem Thema Vertrauter mal ein: Die einzige "offizielle" Website der römisch-katholischen Kirche lautet http://www.katholisch.de ; alle anderen (z.B. auch kath.de) beruhen auf der privaten Initiative katholischer Christen.

Kreuz.net und (etwas gemäßigter) kath.net sind Portale der "Katholiban". Damit meine ich traditionalistische bis reaktionäre Gruppen, die z.B. mit den Piusbrüdern sympathisieren und für die insgesamt gesehen sogar Benedikt XVI. noch zu liberal ist. Es gibt z.B. die sog. "Sedisvakantisten" (gehe nicht näher darauf ein, also selber googeln), die den jetzigen Papst zu Unrecht in seiner Funktion sehen. Daneben wird das II. Vaticanum mit seinen "Neuerungen" abgelehnt, und am liebsten würde man zurück zur vorkonziliaren tridentinischen (lateinischen) Messe als verpflichtendem Ritus.

Natürlich wird am Pflichtzölibat nicht gerüttelt, Frauen sind gern gesehen, wenn für den Blumenschmuck in der Kirche sorgen, aber als Lektorin/Kommunionhelferin/Ministrantin? Pfui!

Ich hoffe, ich habe einen ungefähren Einblick geben können.
Offizielle Kirchenseiten sind dies also nicht, aber natürlich ist das Pontifikat Benedikts nicht gerade eine Hochzeit für liberale/progressive Kräfte. Im Klerus, wohlgemerkt.

Bei den Laien ("normale" Gläubige, aber auch kirchliche Mitarbeiter) sind gerade in Deutschland, Mittel- und Westeuropa sowie Nordamerika die liberalen bzw. progressiven eher der Normalfall.

Und um Vorurteilen entgegenzutreten: Selbst im tiefsten Oberbayern sind nicht nur Papstfreunde anzutreffen. Da würde sich mancher wundern, der in schlichten Kategorien zu denken gewohnt ist.


barca hat den Kommentar am 09.01.2012 um 12:39 bearbeitet
Montag, 09.01.12 12:49
 

Ist das wichtig, wie offiziell eine Seite ist, wenn sie Anhänger hat?

Montag, 09.01.12 13:29
 

mein "offiziell" Argument war die Behauptung dass die Sternsinger wenig mit kreuz.net zu tun haben sondern "nur" über ein Drittes - naemlich die katholische Kirche - miteinander verbunden sind.
Auch "brainwash" find ich etwas zu stark. Es ist "nur" ein Hineingleiten in eine ziemlich weitverbreitete, haeufig (aber immer weniger) überhaupt nicht hinterfragte Kultur. Brainwash dagegen wäre eher als gewaltsames Entfernen einer vorigen Konditionierung durch gezielte Traumatisierung und nachfolgende Re-Konditionierung, das sehe ich hier nicht.

Warum dieses "nur"? Weil: wenn man alles extrem schlimm findet kommt am Ende schwarz oder weiss heraus, und das mag beim Empören hilfreich sein, aber sonst nicht sehr.

Montag, 09.01.12 13:39
 

@ch: Danke für die ausgewogene Kommentierung. Aber ich frage mich öfters, wie viele Leute hier auf dieser Seite bei verschiedensten Themen ein Interesse an Differenzierung haben.

"Draußen" ist es auch nicht besser, da bin ich leider skeptisch.
Die wenigsten greifen zu - übertragen gesprochen - "Primärliteratur", sondern begnügen sich mit Sekundärem und Tertiärem, meinen aber, Bescheid zu wissen.

Und die wenigsten sind willens bzw. fähig, über ihren eigenen Schatten zu springen und Schubladendenken zu vermeiden. Immer und immer wieder erlebt.

Freitag, 20.01.12 18:00
 

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