Fußballroboter aus Freiburg will Klinsi sein Talent beweisen

Adrian Hoffmann

In der Halbzeitpause beim morgigen WM-Vorbereitungsspiel Deutschland ? USA wird ein Kick-Roboter aus Freiburg unseren Jungs mal zeigen, wie man richtig Fußball spielt. Diese Maschine ist ein Meter hoch, fünf Kilo schwer und hat 21 bewegliche Gelenke. Er hat nur noch keinen Namen. Das ZDF will bei der Live-Übertragung die Zuschauer auffordern, per Post oder im Internet abzustimmen. Die Albert-Ludwigs-Uni schlägt vor: Albert-Ludwig.Auszüge aus der Uni-Pressemitteilung:Die wahren deutschen Fußballhelden kommen aus Freiburg. Jupp, Sepp und Max hießen die Roboter, die in den letzten Jahren dem Team der Uni Freiburg beim WM-Robo-Cup zu insgesamt vier Weltmeistertiteln verhalfen. Im vergangenen Jahr reisten die Freiburger Humanoiden zur Roboter-Weltmeisterschaft nach Japan. Das Ergebnis: Jupp und Sepp erspielten im Turnier zwei gegen zwei den Vize-WM-Titel. Und Roboter Max, ihr großer Bruder, holte in der Disziplin "Elfmeter-Schießen" Gold.Dr. Sven Behnke vom Institut für Informatik der Albert-Ludwigs-Universität und sein Team haben die Roboter konstruiert. Der nächste RoboCup findet im Juni in Bremen statt. Dort werden sich die Freiburger mit 20 Roboter-Teams aus aller Welt messen.In erster Linie geht es Behnke nicht um die Weltmeisterschaft, sondern darum, Künstliche Intelligenz zu erforschen und die menschliche Intelligenz besser zu verstehen: "Man baut künstliche Systeme, die Dinge tun, bei denen man beim Menschen Intelligenz vermutet." Das sei das gleiche Prinzip wie bei Schach-Computern. Die Probleme, die die Forscher lösen müssen, sind aber andere. Beim Schach gibt es einen zentralen Rechner, der alle Be¬wegungen steuert. Die Kicker haben es schwerer: "Jeder Roboter auf dem Spielfeld muss selbst die Welt wahrnehmen und selbst Entscheidungen treffen. Man hat keinen zentralen Computer, der alles koordiniert", sagt Behnke. Zum Beispiel müsse jeder Spieler erkennen, ob ein Teamkamerad näher am Ball stehe. Sonst würden alle loslaufen und Rangeleien auf dem Spielfeld wären programmiert. Ein weiteres Ziel ist es, Roboter flexibler zu machen. Bis jetzt arbeiten sie zum Beispiel in der Autoindustrie, "sehr präzise und sehr produktiv", wie Behnke findet, "aber mit wenig Intelligenz." Das soll sich ändern. Schon heute ist in Anti-Blockier-Systemen oder Nachtsichtgeräten Künstliche Intelligenz versteckt. Erste Rasenmäher oder Staubsauger erledigen ihre Arbeit alleine. Für die meisten Tätigkeiten sind die Roboter aber noch nicht intelligent genug. Die Freiburger Forscher wollen ihnen auf die Sprünge helfen, damit sie sich zum Beispiel im Haushalt besser zurechtfinden: "Natürlich hätte man gerne einen Roboter, der die Spülmaschine einräumt, meint Behnke. Technisch wäre sogar noch sehr viel mehr möglich, erklärt er. Allerdings kämen dann Ethik und religiöse Einstellung ins Spiel. So gebe es bereits mit Intelligenz ausgestattete Kameras, die direkt mit dem Gehirn verbunden werden, oder künstliche Gehörschnecken fürs Innenohr, aber "da ist man schon sehr nah am Gehirn. Wie weit man dabei gehen möchte, muss sicherlich diskutiert werden."Im ethisch unkomplizierten Roboterfußball jedenfalls ist das Ziel klar: Im Jahr 2050 soll ein Roboter-Team den dann amtierenden FIFA-Weltmeister schlagen. Für den Moment hofft Behnke, dass die deutschen Mannschaften in Weltmeisterschaft und RoboCup vorne mitspielen werden: "Das hoffe ich natürlich auch für unsere Nationalmannschaft. Aber ich fürchte, dass die Roboter besser ab¬schneiden werden."