FuPa - ein neues Fußballportal für Freiburg

Markus Hofmann

Dieser junge Mann heißt Michael Wagner (24). Er lebt in Fürstenstein im Bayerischen Wald und ist seit vielen Jahren Fan des SC Freiburg. Warum wir über Michael berichten: Er hat das mit dem Grimme Online Award ausgezeichnete Fußballportal FuPa entwickelt, das jetzt auch nach Freiburg gekommen ist.



Ein 16-jähriger Schüler aus dem Bayerischen Wald war im Jahr 2006 unzufrieden damit, wie die Medien über den regionalen Amateurfußball im niederbayerischen Raum berichtet haben. Das geht aktueller, interaktiver, multimedialer und mit mehr Spaß, dachte sich Michael Wagner, und entwickelte in seinem Kinderzimmer eine eigene Internetplattform: FuPa.


In der Folgezeit ist FuPa (das Wort steht für "Fußball Passau") stark gewachsen. Längst ist aus dem Schülerhobby eine professionelle Onlineplattform geworden, die monatlich mehr als vier Millionen Besuche verzeichnet. 2010 gewann FuPa den renommierten Grimme Online Award. Heute ist FuPa in zehn Bundesländern präsent, meistens in Kooperation mit Regionalzeitungen wie der Rheinischen Post, der Augsburger Allgemeinen oder dem Kölner Stadtanzeiger. Ende August hat auch die Badische Zeitung einen regionalen Ableger mit einem eigenen Redaktionsteam für die Fußballbezirke   Freiburg, Offenburg und Hochrhein gestartet: FuPa Südbaden.

Aus Liebe zum Fußball

"Aus Liebe zum Fußball" – so lautet der Grundgedanke des Portals. Wer FuPa-Gründer Michael Wagner in Fürstenstein besucht, merkt schnell, dass das keine Worthülse ist. Die meisten FuPa-Mitarbeiter kicken selber und sind richtige Fußball-Freaks, die an manchen Tagen im Fußballtrikot ihres Lieblingsclubs zur Arbeit kommen – FuPa-Chef Wagner  sieht man dann gerne im Trikot des SC Freiburg. Warum das so ist, verrät er im Interview.

Die Spieler können sich auf FuPa präsentieren wie die berühmten Profis aus der Bundesliga. Jeder Kicker hat seine eigene Spielerseite mit Foto, Kurzprofil, Saisonstatistik und Archivartikeln (Beispiel: Mike Enderle vom Freiburger FC). Haben genügend Vereine ihren Kader mit Spielerfotos eingepflegt, dann können die FuPa-Nutzer die Elf des Tages einer Liga wählen. Auch dies erinnert an den großen Bruder Bundesliga, genau wie das Tippspiel: FuPa-Mitglieder können für sämtliche Begegnungen eines Spieltags Tipps abgeben – mit echten Quoten!

Auch für die Vereine ist FuPa eine mächtige Plattform, um sich und ihre Mannschaften zu präsentieren. Das machen die sogenannten Vereinsverwalter (siehe hier), indem sie zum Beispiel die Neuverpflichtung von Spielern in der Wechselbörse bekannt geben, Spielberichte und Fotos veröffentlichen, die Teamstatistik pflegen, in der Testspielbörse nach Gegnern für Freundschaftsspiele oder ganz allgemein nach ehrenamtlichen Helfern suchen– zum Beispiel Trainer für die E-Jugend.

Beteiligen sich genügend Vereine einer Region aktiv auf FuPa, dann wird die Kickerplattform zu einer Schatzkammer voller kostbarer Daten, wie eine Wikipedia für den südbadischen Fußball. Die Vereine können übrigens alle FuPa-Daten selbst auf der eigenen offiziellen Vereinswebseite nutzen: Mit den sogenannten FuPa-Widgets können dort Mannschaftskader, Tabelle oder Statistiken eingebunden werden – dadurch sparen die Webmaster der Vereine viel Zeit.



Highlihgt: Der Liveticker

Besonders beliebt ist der FuPa-Liveticker. Jedes registrierte FuPa-Mitglied kann mit dem Smartphone oder einem Tablet-Computer am Spielfeldrand den aktuellen Spielstand, die Torschützen oder gelbe Karten seines Heimatclubs tickern. Nie war die Berichterstattung über die Spiele in der Region aktueller. Und nie war der Ergebnisdienst übersichtlicher: Denn von Freitagabend bis Montagmittag schaltet FuPa in den sogenannten Stoßzeit-Modus. Dann werden alle Begegnungen eines Fußballbezirks übersichtlich auf einer einzigen Seite präsentiert – einschließlich der aktuellen Tabelle. Wer es noch übersichtlicher möchte: Jeder FuPaner kann sich seinen eigenen Nachrichtenkanal mit Neuigkeiten zu jenen Fußballbezirken, Ligen, Vereinen oder Spielern zusammenstellen, die ihn am meisten interessieren – so wie auf Facebook oder Twitter.

Rund 500 Mannschaften nehmen in den Fußballbezirken Freiburg, Hochrhein und Offenburg am Spielbetrieb teil. Am Wochenende finden hier 250 Begegnungen statt. Die Badische Zeitung ist auf vielen Sportplätzen mit eigenen Reportern und Fotografen vor Ort. Fast alle Berichte und Fotos zum Amateurfußball in Südbaden aus dem Regionalsport der BZ werden künftig auch auf FuPa zu finden sein – von der Regionalliga bis zur Kreisliga B. Doch es ist logistisch unmöglich für die BZ-Redaktion, alle Kickplätze Südbadens mit eigenen Mitarbeitern abzudecken.

Und so besteht die Philosophie von FuPa darin, dass die Vereine das Portal selbst gestalten und mit Informationen befüllen können, seien es Mannschaftskader, Aufstellungen, Spielstatistiken, News oder Berichte. In den ersten Tagen haben sich bereits 114 Vereinsverwalter von 64 Vereinen bei FuPa Südbaden registriert. In einem zweiten Schritt will das FuPa-Team der BZ bald auch dem regionalen Frauenfußball, dem Jugendfußball (A-Jugend) und Hobbyligen eine Bühne auf FuPa Südbaden bieten. Aus Liebe zum Fußball. [Foto: Patrick Seeger]