Funpark ade: Musikarena A5 öffnet Anfang April

David Weigend

In den Räumen der Discothek Funpark, deren Betreiber im Januar Insolvenz angemeldet haben, eröffnet Anfang April die Musikarena A5. Wir haben den neuen Chef auf der Discobaustelle besucht. Norbert Diehm, 44, über Altlasten und den zweigeteilten Hangar.



Der Neue

Norbert Diehm hat seine langen, schwarzen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Er sitzt in einem hohen, fensterlosen Büro im ehemaligen Funpark. Kein Bild an der Wand, viel Krempel, der rumliegt. Diehm trinkt Mezzomix, raucht Marlboro und sieht auf den ersten Blick nicht so aus, wie man sich den Betreiber von Südbadens größter Discothek vorstellt. Auf den zweiten auch nicht. Für einen Hells Angel wirkt er zu abwartend, für einen Batiktuchverkäufer vom Rotteckring ist sein Blick zu scharf. Ein Händedruck, dann klickt er das Worddokument auf seinem Monitor weg. Blumenwiese als Desktophintergrund.

Diehm ist Direktor der Partyworld Europe Limited & Co. KG, überregionaler Partyveranstalter und verantwortlich für das, was in den ehemaligen Funpark hineinkommt. Mit dem hat Diehm übrigens nichts zu tun, folglich auch nicht mit dem Insolvenzverfahren, das gegen die Funpark Freiburg GmbH eröffnet wurde: "Die Vermietergesellschaft hat jemand Neuen finden müssen. So hat sich das eben mit der Partyworld ergeben."



Bis Anfang April soll der Ex-Funpark von Grund auf gereinigt und renoviert sein, ein Vorgang, der Diehm einiges kosten dürfte: "Sie hätten hier reinkommen müssen und sich das anschauen sollen im Januar. Es war ein absoluter Saustall. Da ging gar nichts mehr. Alles absolut verdreckt. Eine Mülldeponie ist Gold dagegen." Diehm lässt zur Zeit eine neue Licht- und Tonanlage einbauen mit einer Reihe von Leuchtdioden, die vor allem die Bars illuminieren sollen.

Rustikal, gesäubert

Das Konzept wird größtenteils so bleiben wie es ist: In der Hazienda wird Black Music laufen, der Raum wird durch eine zusätzliche "Bottlebar" ergänzt, an der man auch so genannte Shots erwerben kann; im Purzelbaum wird man sich weiterhin an Schlagern und Partyhits erfreuen dürfen und im Verteilerraum werden Cocktails gereicht.

Etwas Neues entsteht im Hangar, den es in seiner ursprünglichen Form nicht mehr geben wird: "Da kommen zwei Dancefloors rein, getrennt durch Rolltore. Ein Mainfloor mit kommerziellem Techno; außerdem ein kleinerer Housefloor. Wenn man die Rolltore rauffährt, hat man einen großen Club."

Ob es in Zukunft wieder Technopartys mit und auf dem angrenzenden "Stinnesareal" geben wird, ist nach Diehms Aussage eher fraglich: "Das ist eine zwiespältige Sache. Es ist schwer, auch wegen des Kassensystems und so. Ich bin kein Freund dieser Dinge. Andererseits: wenn sich etwas ergibt und es ist rentabel, warum nicht."



Die Musikarena A5 soll von Donnerstag bis Samstag ab 21 Uhr geöffnet sein, der Eintritt wird wohl um die 6 Euro betragen. Das Kartenbezahlsystem wird bleiben, allerdings will Diehm ein moderneres einführen. Die Zielgruppe erstrecke sich von 18 bis 90, eine Ansage, bei der man nicht genau weiß, ob sie auf Ironie oder Kalkül abzielt. "Wir überlegen noch, ob wir auch 16-Jährige reinlassen sollen."

Diehm spricht von einer strengen Türpolitik und kündigt eine Sicherheitsfirma an, die auch Kontrollgänge auf dem Parkplatz machen werde.

A5 ist keine Kette

Die Musikarena A5, sinnlicherweise nach der Autobahn benannt, hat mit anderen Discotheken, die ebenfalls ein A im Titel tragen, nichts zu tun. Angesprochen auf das gleichnamige A5 in Karlsdorf bei Bruchsal entgegnet Diehm: "Einen Schriftzug kann man sich schützen lassen, einen Namen nicht."

Diehm ist seit 24 Jahren im Gewerbe tätig. So leitete er etwa die Großraumdiscothek Riverside in Trier. Die vergangenen zwei Jahre war er in Mombasa, Kenia, aktiv: "Tourismusbranche, ein sehr großes Entertainmentplaza mit Discothek, Cocktailbar, Biergarten und Hotel." Wegen der angespannten innenpolitischen Situation in Kenia sei er aber nach Deutschland zurückgekehrt.



Als wir rausgehen und das Gebäude verlassen, vorbei an den vielen Farbeimern und dem herausgebrochenen Dekoschrott, erzählt Diehm, er habe sich ein wenig umgeschaut in der Clubszene am vergangenen Wochenende. "Zuerst war ich am B3, der ehemalige Saustall. Da bin ich nicht reingekommen. Dann bin ich nach Freiburg, in die Nachtschicht. War okay. Zum Schluß bin ich dann noch nach Umkirch raus. Heuboden."

Es ist das erste Mal in dieser halben Stunde, dass sich ein kurzes Lächeln in Diehms Gesicht abzeichnet. "In den Heuboden bin ich auch nicht reingekommen."