Müllvermeidung

Für Jugend forscht hat eine Schülerin aus Freiburg Stoff- und Wegwerfwindeln untersucht

Christoph Giese

Nach der Geburt ihrer kleinen Schwester fiel Saira Azam auf: Wickeln produziert eine Menge Abfall. Die Schülerin der Hansjakob-Realschule überlegt seitdem, wie dieser Müll reduziert werden kann.

Mit ihrem Projekt nimmt die Elfjährige bei "Schüler experimentieren" teil, der Juniorensparte des Regionalwettbewerbs "Jugend forscht", der am Donnerstag beginnt.

Wird ein Kind drei Jahre lang viermal täglich gewickelt, fallen mehr als 4000 Windeln an. Das entspricht etwa 90 Kilogramm Müll. Das ist ein Ergebnis von Saira Azams Forschungen. Ihre Eltern verwenden Einwegwindeln – so wie die meisten. Die Elfjährige gelangte zu der Überzeugung, dass es dafür ein Alternative geben müsse.


Umfrage und Experimente

In der Forscher-AG der Hansjakob Realschule arbeitet sie einmal pro Woche an ihrer Idee, eine umweltfreundlichere Wickelmethode zu finden.

Eine Alternative ist bekanntlich die Stoffwindel, die gewaschen und anschließend wiederverwendet wird. In einem ersten Schritt verglich Saira das Baumwolltuch mit der Wegwerfwindel. Sie stellte fest, dass Einwegwindeln etwa sechsmal so viel Flüssigkeit aufnehmen, da sie mit Superabsorber gefüllt sind, einem speziellen Kunststoff. 120 Milliliter, fand Saira heraus, saugt eine handelsübliche Einwegwindel auf. "Die Stoffwindel war schon bei 20 Milliliter klatschnass."

Um mehr über die Wirksamkeit der Windeln herauszufinden, startete die Fünftklässlerin eine Umfrage in ihrem Umfeld. Die 19 befragten Personen schilderten, wie sie ihre Kinder gewickelt haben und wie lange es dauerte, bis diese trocken waren. Das Ergebnis: Kinder, deren Eltern Stoffwindeln verwendeten, wurden deutlich schneller trocken. Saira hat eine Theorie: "Den Kindern wird es unangenehm, und sie wollen die Windeln schnell loswerden." Da die Stoffwindeln nicht so weich sind, schneller feucht werden und schwerer sind, gewöhnen sich Kinder diese Windeln schneller ab. "Eine Stoffwindel ist nicht so komfortabel."

Die Idee: Einweg-Einleger für Stoffwindeln

Auch aus ökologischer Sicht ist sie nicht die Ideallösung. Zwar fällt kein Müll an, doch das Waschen verbraucht Energie und Wasser. Dennoch glaubt Saira inzwischen, dass Stoffwindeln letztlich umweltfreundlicher seien, weil sie die Wickelzeit verkürzen.

Die Elfjährige möchte nun weiter forschen und die Vorteile beider Windeln verknüpfen. Eine Überlegung ist es, einen schmalen Streifen, der einer Einwegwindel gleicht, in eine Stoffwindel einzusetzen. So könne man Müll reduzieren und die Stoffwindel effizienter machen, sagt Saira.
Jugend forscht, Regionalwettbewerb Südbaden am Donnerstag und Freitag, 14. und 15. Februar 2019 in der Sick-Arena auf dem Messegelände, Europaplatz 1. Der Öffentlichkeit präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Arbeiten am Freitag von 9 bis 14.45 Uhr; an beiden Tagen betreibt der Info-Truck des Arbeitgeberverbands Südwestmetall Nachwuchswerbung, jeweils von 9 bis 15 Uhr in der Sick-Arena, Europaplatz 1.