Fünf Twitter-Tools, die deine Timeline aufräumen

Anja Beck

Tonnenweise Tweets, über die kein Mensch den Überblick behalten kann: Twitter ist Chaos. Doch es gibt Wege, Ordnung zu schaffen. fudder-Autorin Anja Beck zeigt, welche:



Wenn ich Twitter öffne, bricht meine Timeline über mich herein – zumindest habe ich häufig diesen Eindruck. Jeder kennt das Gefühl der Überforderung, wenn man aus allen Neuigkeiten in den sozialen Netzwerken die wichtigsten herausfiltern möchte. Das scheint zunächst hoffnungslos. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, Übersicht zu schaffen – in Form von Tools, die auf Twitter aufräumen.


Hootsuite

Der erste Blick auf das Dashboard: Hootsuite wirkt organisiert und einfach gestaltet. Dank der unkomplizierten Nutzeroberfläche gelingt mir der Einstieg ohne Webinar. Grundsätzlich eignet sich das Tool für die Verwendung mit mehreren Social Media-Kanälen – es unterstützt Twitter, Facebook, LinkedIn, Foursquare und Google+.

Mit Hootsuite kannst du Streams aller gängigen Netzwerke parallel verwalten, Posts vorausplanen und analysieren. Dafür gibt es detaillierte Berichte über die eigene Aktivität, allerdings nur in der kostenpflichtigen Variante. Das gleichzeitige Verfolgen mehrerer Streams aus mehreren Kanälen funktioniert super. Außerdem läuft das Tool auch auf mobilen Geräten.  

Followerwonk

Dank Followerwonk weiß ich nun, wie viele Follower von Sigmar Gabriel auch die Tweets von Kim Kardashian lesen. Das Tool macht Statistik-Fans glücklich, außerdem ist der Einstieg leicht und das Programm kostenlos. Mit Followerwonk kannst du Twitter-Nutzer vergleichen und ihr Verhalten untersuchen. Dabei geht es unter anderem um ihre Tweets, ihre Aktivität und ihre Neu-Follower. Außerdem kannst du ihre Social Authority sehen, also ihren Einfluss auf andere Nutzer.

Followerwonk zeigt an, wer welchen Accounts gleichzeitig folgt und in welcher Verbindung diese zueinander stehen. Auch deinen eigenen Account kannst du analysieren: Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass meine Follower überwiegend nachtaktive junge Menschen sind, die regelmäßig twittern und deren Tweets zu 37 Prozent aus Links bestehen.
SocialBro

Socialbro zählt zu den wichtigsten Tools, mit denen Unternehmen bei Twitter ihre Reichweite steigern können. Es ist aber auch für Privatpersonen interessant: Die kostenfreie Version liefert umfassende Statistiken über das eigene Netzwerk und hilft sogar dabei, die eigenen Tweets einem breiteren Publikum zugänglicher zu machen. Neben der nutzerfreundlichen Oberfläche, der überraschend einfachen Handhabe und den bunten Tortendiagrammen bietet Socialbro noch sogenannte Tagclouds, auf Deutsch Schlagwortwolken, die anzeigen, worüber meine Follower twittern.

Am besten gefällt mir der "Best Time to Tweet"-Report. Socialbro berechnet mir den idealen Zeitpunkt um zu twittern und zeigt, wann und wie lange meine Follower aktiv sind, sogar was sie gerade bewegt, welche Hashtags sie benutzen oder welche Links sie teilen. Koppelst du das Ganze mit Hootsuite, kannst du dir einen richtigen Twitterstundenplan erstellen.
Tame

Tame tut genau das, was der Name sagt: Es zähmt eure Twitter-Timeline, indem es die Tweets in drei Kategorien sortiert, ausgehend von der Anzahl der Retweets. Das Tool schafft euch einen Überblick über die verlinkten Inhalt, außerdem filtert es die wichtigsten Hashtags heraus und listet euch die wichtigsten Nutzer auf.

Auch Tame kann Tweets vorausplanen und ihr könnt mit dem Tool eure Follower analysieren – selbst dann, wenn ihr mehrere Accounts nutzt. Der Nachtteil von Tame: Der Dienst ist kostenpflichtig. Allerdings kannst du das Tool zunächst zwei Wochen lang ausprobieren.
IFTTT

"If this then that" – auf Deutsch "wenn dies dann jenes" lautet der Grundsatz des Social Media-Tools IFTTT. Er beschreibt das Prinzip perfekt: Du kannst genau festlegen, was passieren soll, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Ein Beispiel: Du schickst einen Tweet ab, IFTTT hält danach Ausschau und postet den Tweet automatisch auch auf Facebook – oder sonstwo. Die sogenannten "Rezepte"-Möglichkeiten sind kurios; sogar für miese Dates bietet IFTTT einen Ausweg: Einfach Rezept basteln, SMS an IFTTT senden und schon ruft IFTTT an, um dir die Flucht zu ermöglichen.

Der Dienst verknüpft auf diese Weise insgesamt 80 Kanäle. Die Zeitinveralle, in denen die Rezepte aktiv sind, kannst du selbst einstellen. Und das Beste: IFTTT ist kostenlos. Zwar fällt der Einstieg nicht ganz so leicht, dafür sind die Möglichkeiten fast grenzenlos, hast du IFTTT erst mal gemeistert. Was dabei rauskommt, kann ziemlich witzig sein: Mir zum Beispiel schickt mein Smartphone neuerdings eine Benachrichtigung, wenn die ISS vorbeifliegt.
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  [Foto: dpa]