Interview

Fünf studentische Theatergruppen inszenieren gemeinsam das Stück "Schlafzimmergäste"

Mai Phuong Truong

Drei Schlafzimmer, vier Ehepaare und viele Missverständnisse: Innerhalb von fünf Wochen probten fünf studentische Theatergruppen die Komödie "Schlafzimmergäste" von Alan Ayckbourn. Regisseur Jonas Sahner im Interview.

"Schlafzimmergäste" ist ein Stück, das von Paaren in verschiedenen Beziehungsphasen handelt. In welcher Phase befinden Sie sich selbst?

Jonas Sahner: Ich bin vergeben und noch nicht verheiratet. Es gibt eigentlich immer unterschiedliche Phasen. Wenn beide Partner viel zu tun haben, kann es schwer sein, Zeit füreinander zu finden, wodurch sich eine Art Routine einstellt. Wenn man aber Zeit füreinander findet, dann ist es schön und ein erfrischendes Gefühl. Auch kann es sein, dass es zwischen Verliebtsein und Routine schwankt, man kann nicht immer die rosarote Brille tragen, aber man kann sie oft wieder aufsetzen. Wenn es um unterdrückte Wünsche geht, ist es wichtig, sich mit dem Partner auszusprechen, dann wird auch alles besser.

Warum haben Sie dieses Stück ausgewählt?

Am Anfang war ich mit der Auswahl überfordert, da wir eine Unmenge an Theaterstücken hatten. Ich wollte dann etwas von Alan Ayckbourn nehmen, da seine Bühnengestaltungen, die Beziehungen in seinen Stücken und die Zwischenspiele interessant waren. "Schlafzimmergäste" ist ja ein Durcheinander, es gibt drei Schlafzimmer auf einer Bühne und ich wollte mich der Herausforderung stellen, alles unterzubringen, ohne Materialschlacht. Ich wollte mich dem Konzept nähern und wollte wissen, ob es funktionieren würde, alles auf die kleine Bühne unterzubringen.Nein, es ist nicht originalgetreu. Das Original ist ja eine Komödie, die teilweise affig und ulkig ist. Ich habe versucht, das herunterzufahren, und wir haben deswegen Teile gestrichen und versucht, plakative Stellen zu kürzen. Ernste Themen und Beziehungsaspekte rückten eher in den Vordergrund. Ich weiß nicht, ob das geglückt ist, das werden wir nach der Aufführung sehen. Aus der ulkigen Komödie ist eine Beziehungskomödie geworden, die etwas ernsthafter ist, teilweise auch sehr mit Vorurteilen spielt. Sie ist aber dennoch zum größten Teil original.
Jonas Sahner, 25, studiert Philosophie und Latein auf Lehramt. Nebenbei absolviert er eine Ausbildung zum Theaterpädagogen.

  • Was : Schlafzimmergäste, Komödie von Alan Ayckbourn, aufgeführt vom FIST
  • Wann: Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. Oktober 2017, jeweils ab 20 Uhr
  • Wo: TheaterFISTung, Hörsaal Fahnenbergplatz, Friedrichstraße 39
  • Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro